Publikationen

 

Sonja Niederacher: Eigentum und Geschlecht. Jüdische Unternehmerfamilien in Wien (1900-1960)

L'Homme Schriften, Bd. 20. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2012
256 S., 17 Tab., Preis: € 39.00; ISBN: 978-3-205-78751-8.

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Die Studie untersucht, wie Männer und Frauen aus jüdischen Mittelschichtsfamilien in Wien – durch Erbschaft, Heirat und unternehmerisches Handeln – Vermögen erwerben konnten. Es zeigt sich, dass das Geschlecht einer Person nicht nur die Höhe ihres Vermögens, sondern auch dessen Zusammensetzung beeinflusste. So hatten Männer mehr von ihrem Geld in Wertpapieren angelegt als Frauen, die eher Immobilien besaßen. Neben der Vermögensbildung selbst und dem Umgang mit Vermögen werden in diesem Buch Eigentumsverluste durch die nationalsozialistische Verfolgung sowie Restitutions- und Entschädigungsmaßnahmen in der frühen Zweiten Republik mit Geschlecht als zentraler Kategorie analysiert.

Zur Autorin
Mag.a Dr.in Sonja Niederacher ist Historikerin in Wien. Sie spezialisierte sich auf Themen, die in Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Vermögensentzug und seiner historischen Aufarbeitung nach 1945 stehen. In den letzten Jahren arbeitete sie an zahlreichen Studien für österreichische Unternehmen und Organisationen. Ihre Publikationen umfassen u.a. Beiträge für die Historikerkommission der Republik Österreich, eine Studie über das Auktionshaus Dorotheum während des Nationalsozialismus sowie Untersuchungen über Entnazifizierung im politischen Bereich. Im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur ist sie als Provenienzforscherin in der Leopold Museum – Privatstiftung, Wien, tätig.

 

 

 

Sammelband "Krieg – Politik – Schreiben. Tagebücher von Frauen (19181950)", hg. von Li Gerhalter und Christa HämmerleCover des Sammelbandes Krieg - Politik - Schreiben

Der Band wird  Beiträge von Ingrid Brommer und Christine Karner (Wien), Arno Dusini (Wien), Veronika Helfert (Wien), Benjamin Möckel (Köln, DL), Ulrich Schwarz (Wien/St. Pölten), Brigitte Semanek (Wien), Helen Steele (Swansea, UK) und den Herausgeberinnen enthalten.

Im 20. Jahrhundert haben mehr Frauen als jemals zuvor ein Tagebuch geführt. Sie taten das vor dem Hintergrund politischer Umwälzungen und der Katastrophe zweier Weltkriege, die sie ihren Aufzeichnungen – ganz anders als es der gängige Topos der Privatheit nahelegt – in komplexer Weise eingeschrieben haben. Die Beiträge dieses Buches zeugen davon. Sie führen in die Forschungsdiskussion und verweisen auf die Hybridität und Vielfalt des Genres Tagebuch. Es diente der Buchführung wie dem Selbstgespräch oder der Dokumentation von Alltag, der Erinnerung, dem Bezeugen von Leid und Verfolgung sowie einer steten Selbstkonstruktion. Untersucht werden Tagebücher bekannter wie unbekannter Frauen – von Rosa Mayreder über Elise Richter bis hin zu einer Müllerin namens Theresia Vogt. (Link zur Verlagsbeschreibung/Böhlau)

L’HOMME Schriften, Bd. 21 ist 2015 bei Böhlau Wien erschienen.

Link zur Verlagsbeschreibung

Inhaltsverzeichnis als PDF

Das Buch wurde im Rahmen der Festveranstaltung zu 25 Jahren Sammlung Frauennachlässe am 11. Dezember 2015 präsentiert. Informationen auf der Site von L'Homme Z.F.G.

Rezension im Weblog "Unregelmäßige Gedankensplitter" (Link)

 

 

Margareth Lanzinger u. Raffaela Sarti: Die Erfindung einer Heldin? Das "Mädchen von Spinges" Katharina Lanz – eine Symbolfigur aus den napoleonischen Kriegen

Überliefert ist die Geschichte einer Bauernmagd, die in der Schlacht von Spinges (Südtirol) am 2. April des Jahres 1797 mit einer Heugabel bewaffnet Franzosen von der Friedhofsmauer aus abgewehrt haben soll. Bis heute ist der Ruhm dieser Figur im regionalen Umfeld nicht vergessen, obwohl ihre Existenz nicht als gesichert angesehen werden kann. So zielt die zent-rale Frage dieses Bandes darauf, unter welchen Voraussetzungen, in welchen historisch-kulturellen Kontexten das „Mädchen von Spinges“ zur Heldin wurde und unter welchen Be-dingungen sich sie sich in der Memoria über Jahrzehnte und Jahrhunderte verstetigen konnte. Die erinnerungskulturellen Spuren führen über Religion und damit verknüpft über Nation sowie über bestimmte weibliche Rollenzuschreibungen und Topoi. Das Verteidigen der Kirche und des Allerheiligsten vor dem ‚gottlosen Feind‘ bildete einen Hauptstrang in der Rezep-tionsgeschichte. Diese wurde zugleich, insbesondere im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, national aufgeladen. Die Heldinnenfigur fungierte aber auch in der Nach-kriegszeit und bis in die Gegenwart als Projektionsfläche.

L’HOMME Schriften, voraussichtlich Bd. 21, erscheint voraussichtlich 2014 bei Böhlau Wien.

Studienreihe des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte Band 25

Herausgegeben von Manfred Nowak, Edith Saurer (1942-2011) unter Mitarbeit von Anna Müller-Funk und Brigitte Rath

Der Sammelband ist Ergebnis des interdisziplinären, gemeinsam mit der Forschungsplattform „Human Rights in an European Perspective“ im Dezember 2009 veranstalteten Workshop „Historische und menschenrechtliche Aspekte von Abschiebungen“. Die Beiträge des Buches machen deutlich, dass die Praxis der Abschiebung durchaus kein Phänomen der Moderne ist, sondern eine seit dem 18. Jahrhundert praktizierte Form des gewaltsamen Ausschlusses der „Anderen", die einen Einblick in die politische Kultur eines Landes eröffnet. Weiterlesen ...

 

 

Christopher Treiblmayr, Bewegte Männer. Männlichkeit und männliche Homosexualität im deutschen Kino der 1990er Jahre.

Homosexualität und insbesondere männliche Homosexualität wurden in der Geschichte des Kinos nur selten gezeigt, und wenn, dienten sie vielfach der Belustigung, erregten Mitleid oder lösten Angst aus. Seit den 1980er und vor allem in den 1990er Jahren hat sich dies in vielen – vor allem westlichen – Ländern zunehmend verändert. Diese Entwicklung wird aus männergeschichtlicher Sicht analysiert und die historisch neue Sichtbarkeit homosexueller Identitätsentwürfe gegen Ende des 20.Jahrhunderts nicht zuletzt durch eine „Krise der Männlichkeit“ erklärt. Der dadurch entstandenen Vielfalt an homosexuellen Männlichkeitsentwürfen wird sowohl im Mainstream-Kino als auch in Avantgarde-Produktionen nachgegangen.

L'HOMME Schriften 19 ist 2015 bei Böhlau Köln erschienen (Web).