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Archive for the 'Edition_1. Weltkrieg in Selbstzeugnissen' Category

Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 77: Liebesgaben-/Feldpostkarten von Emanuel B. an die Volksschülerin Ella Reichel, 28. Mai bis 24. Juli 1916, Pardubice/CZ u.a.

Samstag, Mai 28th, 2016

NL 38 Emanuel Binder 1916 07 13Ella Reichel (geb. 1905) aus Neulengbach korrespondierte seit April 1915 regelmäßig (unter anderem) mit dem aus Sibiu/Hermannstadt gebürtigen Emanuel B. Der Postkontakt mit dem jungen Mann war über eine ‚Liebesgaben‘-Aktion in der Volkschule hergestellt worden. Der Inhalt der erhaltenen Postkarten bestand vor allem im Austauschen konventionell formulierter Grüße. Die tatsächlichen Lebenssituationen beider Seiten werden nur knapp oder indirekt geschildert. Das Schreiben – und Empfangen – der Post an sich scheint im Vordergrund gestanden zu haben. Im Juli 1916 bedankte sich Emanuel B. bei „allen Unterschreibenden“, die ihn auf einer Karte offenbar hatten grüßen lassen. Damit wird deutlich, dass seine 11jährige Brieffreundin diese patriotische Praktik in einem größeren sozialen Zusammenhang durchgeführt haben dürfte.

Feldpostkarte, 28. Mai 1916

28/V. 1916.
Liebe Ella! Deine liebe Karte vom 23/V. habe ich heute dankend erhalten. Jetzt bin ich wieder ganz gesund, also froh u munter. Wie geht es dir liebe Ella, bald habt Ihr ja Ferien. Grüße mir deine liebe Mama. Dich grüße ich auch recht herzlichst dein B.Lt

Postkarte (Poststempel 14. Juli 1916.), 13. Juli 1916

13/VII. 916.
Liebe kleine Ella! Deine l. Karte habe ich dankend erhalten, ebenso danke ich für die herzlichen Grüße von allen Unterschreibenden, auf der Karte. Ich bin munter, nur ein bischen viel zu thuhn. Grüße dich recht herzlichst, ebenso alle Unterschriebenen B.Lt (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 76: Feldpost von Christl Lang und Leopold Wolf, 13. bis 17. Mai 1916, Wien und ein unbekannter Ort in Italien

Freitag, Mai 13th, 2016

1916 05 13In einem über mehrere Tage geschriebenen Brief berichtete der Wiener Leopold Wolf (geb. 1891) seiner Verlobten Christl Lang (geb. 1891) von seinen Tätigkeiten bei Kampfhandlungen in den Dolomiten. Gleichzeitig schilderte er die Schönheit der Landschaft und bedauerte, sie nicht gemeinsam mit der Freundin erleben zu können. Christl Wolf berichtete von der Ungewissheit über die Verlässlichkeit von Informationen zum Frontverlauf sowie von einer allgemeinen Kriegsverdrossenheit, sie schilderte den Besuch einer Unterstützungs-Veranstaltung sowie den Inhalt eines Propaganda-Gedichtes. Beide diskutieren standesbewusst die Tätigkeiten von Leopold Wolf als Oberstleutnant.

Brief, Leopold Wolf an Christl Lang, Vermerk: „eingelangt 23.5.1916.”; Stempel: „Zensuriert. Zur Beförderung geeignet.“

13. V. 16.
Liebste Christl!
Soeben bemerke ich, daß ich meine Füllfeder irgendwo vergessen habe, doch kann ich mich erfreulicherweise erinnern wo das war und ich hoffe, daß sie wieder reuig zurückkehrt. Heute bin ich also fertig geworden mit meiner Extravaganzarbeit [wahrscheinlich Telefondienst] und werde mir nun wieder einige Zeit zur Erholung auf meinen Höhenluftkurort begeben[?]. Heute erhielt ich einen Brief von Dir, einen vom Hanns; eine Karte vom Willi [die zwei Brüder des Schreibers, die ebenfalls als Soldaten eingerückt waren] und eine vom Bano [?], der jetzt auf Urlaub ist. Also Post genug! (Meint der Laie!)
Mein Aussehen wie ein Blasengel hat sich natürlich verschlechtert bei dem ewigen Auf und Ab während der letzten Tage. Nun kommt aber eine gemütliche Retablierung mit Höhenluft, Aussicht auf Kurorte, mit Konservenmilch und anderen Konserven, dann kommt abermals Höhenluft, dann wieder lang nix, dann Konserven – Trotzdem wir noch keine halbwegs anständige Temperatur hatten, die einen zu einem braunen Teint verhilft, bin ich dennoch sozusagen abgebrannt. Der Teil, wo das Hirn drunter sein soll, ist bei mir ganz weiß. Kein Wunder! Ein Grottenolm ist ja auch schneeweiß, weil kein Lichtstrahl zu ihm dringt, und seit Kriegsbeginn kommt ja auch bei mir keiner dorthin. Weiter unten aber, wo sich die Werkzeuge zum „Ins Blaue schauen“, die zum Essen und Gähnen befinden und wo der Rasierplatz ist, dort ists schon ganz bräunlich.
17. V.
Das war die in der heutigen Karte entschuldigte Pause und nun habe ich wieder einen Deiner Briefe zu beantworten.
Eure Aufnahme beim Lusthaus [Lokal im Wiener Prater] hat mir große Freude gemacht. Gestern hab ich sie bekommen, und seitdem kommt sie mir kaum einen Moment aus der Hand. Alle unsere Lieben! Papa fehlt freilich, aber er mußte sich ja der guten Sache opfern! Tini, wie siehst Du drein? Nicht wahr, Du hast ein bissel an mich gedacht und da es mir recht leid täte nicht dabei zu ein, wenn ich könnte. (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 75: Tagebuch von Bernhardine Alma, 13. Mai 1916, Wien

Freitag, Mai 13th, 2016

NL 09 Alma Bernhardine 1916 05 13Die Wienerin Bernhardine Alma (geb. 1895) und ihre zwei älteren Schwestern Cora (geb. 1890) und Sigrid Alma (geb. 1891) waren 1915 und 1916 systematisch damit beschäftigt, Heirats-Annoncen aufzugeben bzw. zu beantworten. In ihrem Tagebuch beschrieb sie, wie sie – und auch die Heirats-Kandidaten – dabei vorgegangen sind. Die Schilderung des Besuches eines jungen Mannes in der Familienwohnung, der sie dabei von der zu erledigenden Hausarbeit abhielt, zeigt, wie sie sich einen standesgemäßen Ehemann bzw. das Heiraten vorstellte. Am Beispiel der Familie Alma wird zudem sichtbar, wie sich durch die kriegebedingt erzwungene Mobilität auch die Partner/innen-Auswahl änderte. Cora Alma hatte einen aus dem rumänischen Teil der Monarchie stammenden Offizier geheiratet und war Anfang Mai 1916 zu ihm in die Etappe nach Bosnien-Herzigowina gezogen.

13. Mai 1916, abends Samstag
Gestern konnte ich nicht herein schreiben. Sigrid (sie hatte sich schon nieder gelegt) fiel ein, dass sie noch etwas in ihrem Atelier vergessen hatte [sie war Fotografin], sie ging hin u. da es schon sehr abends war, ging ich mit. Auf diese Art konnte ich nicht [in das Tagebuch] herein schreiben und habe somit Einiges zum Nachholen.
Gestern bekam ich einen Brief von der Cora und war Waschtag, hatte ich somit sehr viel zu tun (an anderen Tagen auch).
Im R. K. [Dienst beim Roten Kreuz] waren mehrere Damen da, von mir nämlich [die ihr bei Schreibarbeiten halfen] und brachte mir der Diener einen Brief von der Fliegerleutnant[-Zeitungs]-Annonze. Er heißt Adrian B. (?) schreibt reizend und schickte zwei kleine Fotografien mit. Auf der einen ist er im Schützengraben oder wo. Aber sein Gesicht sah man nirgends recht deutlich.
Heute gab ich die Antwort an ihn mit einer Fotografie, wo Pa [Vater Maximilian Alma] mit seinen Kollegen etz. drauf ist, auf. Hoffentlich antwortet er bald.
Heute war es ödartig im R. K. Die Frau Rat war gestern und heute da und hat zuhause 100 Karten geschrieben. Beim Heimweg ging ich (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 74: Feldpost von Christl Lang und Leopold Wolf, 9. und 10. Mai 1916, Wien und ein unbekannter Ort in Italien

Montag, Mai 9th, 2016

1916 04 23Die bürgerlich situierte Christl Lang (geb. 1891) erwähnte in ihren regelmäßigen Briefen an den Verlobten Demonstrationen von Frauen in Wien, sie sendete ihm Fotografien, kündigte ein Paket mit Lebensmitteln an und machte sich um seine Gesundheit sorgen, weswegen sie auch eine Schneebrille schickte. Leopold Wolf (geb. 1891) scherzte darüber und machte Andeutungen über seinen Aufenthaltsort. Auch reflektierte er über das Verhältnis eines verlobten Mannes zu seiner Herkunftsfamilie. Es wird dabei zudem sichtbar, dass beide versuchten, gesellschaftliche Konventionen als Verlobte zu erfüllen und wie sie mit dem jeweiligen Gefühl von Einsamkeit umgegangen sind.

Brief, Christl Lang an Leopold Wolf

Wien, 9. Mai 1916.
Liebster Poldi!
Soeben erhielt ich Deinen l. langen Brief vom 23. d. M. und auch diese fragliche Abbildung eines Feldpostkistels. (oder der 3 Aranzini im 5 kg. Paket). Das ist infam, diese Naschkatz möchte ich erwischt haben mögen. [Ein Paket mit Lebensmitteln war unvollständig angekommen.] Wer anderer wird’s denn gewesen sein, als diese Telefonpatrouille? Jetzt bin ich Dir nur neugierig ob Du die weiteren Sendungen auch so ähnlich bekommst. In einem Packerl sandte ich Dir ein Chokoladbrot und Husarenkrapferln, im andern grüne Schneebrillen, letzteres ist sehr wichtig für Deine Augen. Ich habe auf das Packerl draufgeschrieben „Feldausrüstungsgegenstand“, obs was genützt hat wird sich ja bereits erwiesen haben, nicht wahr. Diese Brillen sind aber nicht nur für Schnee, sondern auch für die Sonne und ich rate Dir dringenst an selbe zu benützen.
Dein Ostersonntagssmenu liest sich ja ganz schön ist sogar pompös, aber gut muß es weniger gewesen sein. Wenn man zum Vergleich die Menukarte vom vorigen Jahr liest läuft einem förmlich das Wasser im Mund zusammen, das waren ja paradiesische Zeiten, wann kommt Ihr wieder? Das ist eine große Frage, die lange Zeit zur Antwort braucht. Bei uns in Wien aber ist man schon sehr ungeduldig und mit Recht.
Heute sollen fürchterliche Krawalle am Rudolfsheimer Markt u. im X. Bez. Gewesen sein. Eine nicht unbedeutende Menge Frauen zogen sogar vors Parlament um zu randalieren. Wenn nur auch ein Erfolg zu sehen wäre. Auch auf unseren Bürgermeister [Richard Weiskirchner] haben sie es scharf. Ich kann dies Ekel auch nicht leiden, er ist ja doch sehr viel schuld an dieser wirtschaftlichen Misere, dafür ist er aber vorige Woche zum „Ehrenbürger“ ernannt worden, was einen gewissen Herrmann zu einer Karikatur im „Morgen“ veranlaßte, die wohl selten gut ist. So jemanden zu verunstalten und doch erkennen lassen […] ist das ist eine Kunst. Ich hab wirklich Tränen gelacht als ich das sah: Sr. Exzell. steht vor dem Spiegel angetan mit allen Zeichen seiner Würden und fragt: Spieglein, Spieglein an der Wand wer ist der Schönste im ganzen Land. Das ist doch köstlich. Dazu diese Bulldogg-Visage. (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 73: Tagebuch von Bernhardine Alma, 2. bis 10. Mai 1916, Wien

Montag, Mai 2nd, 2016

1916-05-02Bernhardine Alma (geb. 1895) war seit 1915 ehrenamtlich für das Rote Kreuz tätig. Ihre Aufgabe bestand darin, an 4 Nachmittagen in der Woche Namen von verstorbenen sowie von vermissten Soldaten von Kartei-Karten in Listen einzutragen, die sie als „Schreckenslisten“ benannte. Im Herbst 1915 war sie dafür mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet wurden. Ihre älteste Schwester Cora (geb. 1890) engagierte sich ebenfalls im Roten Kreuz. Sie hatte über eine Annonce den Offizier Sergius von St. aus dem rumänischen Teil der Monarchie kennengelernt und geheiratet. Im Mai 1916 folgte sie ihm in die Etappe nach Tzebinje in Bosnien-Herzegowina. Die Trennung von der Schwester durch deren Eheschließung wurde von Bernhardine Alma im Tagebuch ausführlich besprochen. Auch für die 25jährige Schwester Sigrid (geb. 1891), die als Fotografin arbeitete, versuchte die Familie, über Zeitungs-Inserate einen als passend eingestuften Ehemann zu finden.

2. Mai 1916. abend.
„Dieser Monat ist ein Kuß, Den der Himmel gibt, der Erden!“
Morgen kommt Sigrid mit ihrem Hr H. im Cafe mit Ma [Mutter Lydia Alma] zusammen. Ich hoffe so sehr, daß es ein günstiges Resultat haben wird. Hoffentlich heiratet sie dann recht bald! Das gäbe Gott! Und natürlich glücklich! Im R. K. [Roten Kreuz] war es öd. Die K. hat mir die Karten nicht gebracht. Also konnte ich die Schreckensliste nicht abgeben, was mich ärgert. Die Anny ist ganz herzig. Ich hob für die Auszeichnungen ein. Leider konnte ich die Cora nicht [für eine Medaille] eingeben. Mir wird doch leid sein, wenn die Cora so weit fort ist. Die Cora sagte, sie glaube, daß ihr um mich am meisten leid sein wird. – Ob ich das Ehrenzeichen bekommen werde? Wenn nicht, trete ich aus. Wenn nur der Krieg einmal aus wäre! Man hört so viel, daß es bald sein soll. Das wäre so schön! Ich habe schon so lange keinen Brief bekommen. –

3. Mai 1916, abends.
Was wird der Monat bringen? Sigrid war mit Ma im Cafe, aber der dumme Kerl hat sich nicht gerührt. – Vielleicht schreibt er bis morgen! – Heute war ich in der Länderbank wegen Sigrids Geld und dann beim Merkur und mit Cora auf der Post. Die arme Cora fährt schon bald fort! Ich hätte so gerne, wenn Sigrid bald heiraten würde! Vielleicht geht es doch bald. Vielleicht den Edie L. Heute ging ich blank ins R. K. Der H. hat gesagt, daß ich für die Auszeichnung zu viel vorgeschlagen [habe]. Ich wollte für Cora eine Auszeichnung. Er sagte, (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 72, Tagebuch von Ella Reichel, 7. April 1916, Neulengbach

Donnerstag, April 7th, 2016

NL 38 Tagebuch Ella Reichel 1916 04 07Ella Reichel (geb. 1905) wuchs mit ihrer jüngeren Schwester in Neulengbach im Wiener Wald auf, wo die Eltern am Hauptplatz eine Eisenwarenhandlung führten. Seit ihrem 8. Lebensjahr schrieb das Mädchen Tagebuch-Aufzeichnungen parallel in drei verschiedenen Kalendern und Notizheften ein. Darin notierte sie im Frühjahr und Sommer 1916 u. a. den Anbau und den Verkauf von Gemüse. Zu welchem Zweck sie das machte, erklärte sie nicht. Möglicherweise hat sie damit „Liebesgaben“ finanziert, sie führte zu der Zeit ja auch vermittelte Korrespondenzen mit mehreren Soldaten.

7. IV. 1916.
Ausgaben für Samen und Pflanzen.
10 h Petersil.
26 „ Kohlrüben und Salat.
20 „ Kohl.
24 „ Zwiebel
12 „ Paradeis
12 „ Zeller [Sellerie]
104 h
Ella Reichel

Einnahmen. [ohne Datum] (mehr …)

Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen – Auszüge aus Beständen der Sammlung Frauennachlässe Nr. 71: Feldpost von Christl Lang und Leopold Wolf, 5. und 6. April 1916, Wien und ein unbekannter Ort in Polen

Dienstag, April 5th, 2016

1916 04 06Die Familie von Christine („Christl“) Lang (geb. 1891) führte einen Hut-Salon in Wien. Ihr Verlobter, der Architekten Leopold („Poldi“/„Olly“) Wolf (geb. 1891), war als Reserveoffizier der Artillerie in Polen stationiert. In ihrer Korrespondenz ist das Funktionieren und Organisieren der Postverbindungen ein ständiges Thema, das auch sarkastisch behandelt wurde, wie am 5. April 1916. In der Zeit ging es auch um die Un/Möglichkeiten, Feldpost in das russisch besetzte Galizien zu senden. Christl Lang äußerte sich am 6. April 1916 weiters über die veränderten Möglichkeiten der Erwerbstätigkeiten von Frauen, die Anwesenheit von polnischen Flüchtlingen in Wien, die Tätigkeit ihrer Hausangestellten und die Kriegsdienst-Verpflichtung ihres älteren Onkels. Sie schilderte einen Küchenunfall, die Kontakte zur Familie des Bräutigams und den Zeitvertreib ihres Umfelds: einen Käfigvogel und das Kartenlegen.

Postkarte von Leopold Wolf an Christl Lang

5. IV. 16.
Liebste Christl!
Heute früh erhielt ich als schönen Morgengruß Deine Karte vom 30. v. M. Alles im Hinterland lamentiert: keine Post, warum schreibst Du nicht, schon so lang nichts gehört, schreib doch mehr, u.s.f. Jeder von uns kriegt derartige Lamentos, doch die Abhilfe liegt in höherer Macht (…). Der Professor P. (?) würde sagen: das weiß also nur Gott und der Feuerwerker [die Feuerwehr], daher wolle Sie sich an einen der beiden Herrn wenden. Na, mach Dir keine Sorge, Christl, derweil gehts uns noch gut, wie früher. Herzlichen Dank für die Grüße von Mama und Papa und tausend Busserln Dein Poldi.

Brief von Christl Lang an Leopold Wolf

Wien, 6.4.1916.
Mein liebster Poldi!
Leider komme ich erst heute dazu Dir für Deinen letzten Brief vom 13. u. 14. und die Karte vom 21. v. M. die mich ganz besonders freute, herzlichst zu danken. Euer Wiedersehen [mit Leopold Wolfs älterem Bruder Hanns, geb. 1890, der in der Nähe von ihm stationiert wurde] hat mich bestimmt nicht minder gefreut wie Euch selber. Hoffentlich (mehr …)