Am Donnerstag, 12. März 2026, begeht die Universität ihren Dies Academicus; gegründet wurde sie vor 661 Jahren. Rektor Sebastian Schütze ehrt aus diesem Anlass im Rahmen einer sub auspiciis-Promotion Michael Scherbela als herausragenden Absolventen der Fakultät für Mathematik, Experte für Deep Learning. Ökonom Stefan Reichelstein, mit Fokus auf Energie- und Nachhaltigkeitsthemen und Historikerin Claudia Ulbrich, Expertin für Geschlechtergeschichte erhalten Ehrendoktorate der Universität Wien.
Die akademische Ehrung des Ehrendoktorats ist die höchste und prestigereichste universitäre Auszeichnung. Sie ist für Personen bestimmt, die sich mit ihren wissenschaftlichen Leistungen für die Universität bzw. für eine Fakultät besonders hervorgetan haben.
Stefan Reichelstein – Ökonom mit Fokus auf Energie- und Nachhaltigkeitsthemen
Stefan Reichelstein ist Leiter des Mannheim Instituts für Sustainable Energy Studies an der Universität Mannheim. Er ist William R. Timken Professor Emeritus an der Stanford Business School und Senior Fellow am Precourt Institute for Energy an der Stanford University. Im Mittelpunkt seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit steht die Ökonomie der Dekarbonisierung mit besonderem Fokus auf erneuerbaren Energien, Energiespeicherung und -umwandlung, und Technologien zur Wasserstoffentnahme sowie CO2-Entnahmeverfahren bzw. Negativemissionstechnologien. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Konzeption und Einführung von betrieblichen Carbon Accounting-Systemen.
Claudia Ulbrich – Expertin für Geschlechtergeschichte und christlich-jüdische Beziehungen
Claudia Ulbrich war von 1994 bis 2015 Professorin für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der transkulturellen Selbstzeugnisforschung, der Geschlechtergeschichte sowie der Geschichte der christlich-jüdischen Beziehungen. Zu ihren zentralen Publikationen zählen ihre Habilitationsschrift Shulamit und Margarete. Macht, Geschlecht und Religion in einer ländlichen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts (1999; engl. Übers. 2004, teilw. russ. Übers. 2003) sowie die Dissertation Leibherrschaft am Oberrhein im Spätmittelalter (1979). Zuletzt gab sie gemeinsam mit Gudrun Emberger die zweibändige Edition Karoline Kummerfeld. Sämtliche Schriften (2021/2025) heraus.
Promovend sub auspiciis Michael Scherbela, Mathematik-Absolvent und Deep Learning-Experte
Michael Scherbela ist Mathematiker und Physiker. Sein Forschungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Machine Learning, mit besonderem Fokus auf der Entwicklung von Methoden zur Berechnung von Wellenfunktionen mithilfe neuronaler Netze. Im Rahmen seiner Dissertation entwickelte Scherbela die Codebasis DeepErwin – ein Framework, das Deep Learning und Variational Monte Carlo-Methoden kombiniert, um die Energien kleiner Moleküle hochpräzise zu berechnen. Nach Abschluss des Masterstudiums der Physik mit Fokus auf computergestützten Methoden an der Technischen Universität Graz promovierte Scherbela bei Professor Philipp Grohs an der Fakultät für Mathematik der Universität Wien. Er war als Berater bei McKinsey & Co. tätig und arbeitet aktuell bei Isomorphic Labs an der Entwicklung von Deep Learning-Methoden für die Medikamentenentwicklung.
Auftakt-Diskussion zur Semesterfrage rund um Demokratie: Welche Rolle haben Hochschulen?
Zum Auftakt der Semesterfrage "Wohin steuert die Demokratie" richtet die Universität Wien in einer Veranstaltung den Blick auf das Zusammenspiel von Hochschulen und Demokratie: Wie entsteht demokratisches Wissen – und steht es unter Druck? Wie wird es kommuniziert und in die Öffentlichkeit getragen? Gemeinsam mit Rektor Sebastian Schütze diskutieren Expert*innen wie Philosoph Tim Crane (Pro Rector, CEU) und Kommunikationswissenschafterin Sophie Lecheler (Leiterin der neuen Uni Wien-Forschungsplattform Trustworthy Science Communication), welche Rolle Hochschulen heute für eine starke demokratische Gesellschaft spielen können.
Interessierte Journalist*innen können sich exklusiv für die nicht öffentliche Veranstaltung hier anmelden: presse@univie.ac.at