Ein erfolgreiches "Drittmitteljahr" für die Uni Wien bei den nationalen Fördergebern: Markus Aspelmeyer erhält den FWF-Wittgenstein-Preis 2026, vier Wissenschafter*innen den hoch dotierten FWF-ASTRA-Preis, zwei einen ASTRA-Merit- Award und ein dreiköpfiges Team wurde mit über 1,2 Mio. Euro des #ConnectingMinds-Programms gefördert. Insgesamt wurden bis Juni 2026 vom FWF 61 Projekte bewilligt; der WWTF förderte fünf Forschungsprojekte.
Wittgenstein-Preis 2026
Der Wissenschaftsfonds FWF zeichnete auf Empfehlung einer internationalen Fachjury den Quantenphysiker Markus Aspelmeyer, der an der Universität Wien und an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig ist, mit einem FWF-Wittgenstein-Preis im Umfang von zwei Millionen Euro aus.
In seiner Forschung beschäftigt sich der Quantenphysiker Markus Aspelmeyer mit einer der größten wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: Zwei große Theorien der Physik – Quantenmechanik und die Allgemeine Relativitätstheorie – passen nicht zusammen. Ziel der Forschung von Aspelmeyer ist es Experimente zu entwickeln, die erstmals zeigen könnten, wie sich Gravitation und Quantenphysik tatsächlich zueinander verhalten. Hier geht es zum Interview mit Markus Aspelmeyer.
FWF ASTRA
Im relativ jungen FWF-Förderprogramm ASTRA, das seit Juli 2024 besteht, bietet der FWF eine neue Karriereförderung an, um fortgeschrittenen Postdocs in Österreich den Sprung an die Spitze ihres Forschungsfelds zu ermöglichen. Herausragenden Forscher*innen erhalten damit die Rahmenbedingungen, um langfristig angelegte Forschungsprojekte auf internationalem Topniveau durchzuführen, das eigene Forschungsprofil zu konsolidieren und sich dadurch für eine akademische Führungsposition zu qualifizieren.
Im Jahr 2026 erhielten vier Wissenschafter*innen der Uni Wien einen ASTRA-Preis:
- Matija Bucic vom Institut für Mathematik für sein Projekt "Pass-to-Expander Paradigma"
- Katja Fahrion vom Institut für Astrophysik für ihr Projekt "Distanzen mit Beobachtungen von Kugelsternhaufen"
- Bettina Glasl vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung für ihr Projekt "MicroScape"
- Sarah Pati vom Department für Umweltgeowissenschaften für ihr Projekt "Quellen und Umwandlungsprozesse neuer Sulfonat-Schadstoffe"
Zwei weitere Forschende der Uni Wien, die sich aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Gutachten für das Jury-Hearing qualifizieren konnten, dann aber nicht mit dem vollen FWF-ASTRA-Preis ausgezeichnet wurden, erhalten mit dem "Merit Award" eine Anschubfinanzierung für ihr Forschungsprojekt im Volumen eines durchschnittlichen FWF-Einzelprojekts:
- Markus Faulhuber vom Institut für Mathematik für sein Projekt “Quantensampling”
- Pavel Pokhilko vom Institut für Theoretische Chemie für sein Projekt "Coupled-Cluster Methods for Strongly Correlated Materials"
FWF #ConnectingMinds
Mit dem #ConnectingMinds-Programm ermutigt der Wissenschaftsfonds FWF Forschende dazu, auch wissenschaftsferne Akteur*innen in Forschungsvorhaben einzubinden. Gefördert werden Teams, die wissenschaftliches und gesellschaftliches Wissen verbinden, um den anstehenden sozialen, technologischen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen gerecht zu werden. Transdisziplinarität, innovative Forschungsansätze und die Unterstützung von gesellschaftlichem Engagement sowie die Förderung von kollektiven Lernräumen stehen im Fokus.
Im Jahr 2026 wurden die Uni Wien Wissenschafter*innen Krzysztof Janowicz, Meike Levin-Keitel und Patrick Sakdapolrak vom Institut für Geographie und Regionalforschung für ihr Projekt "Klima Anpassung für Gerechte und Nachhaltige Transformation" im Rahmen des hoch dotierten ConnectingMinds-Programm gefördert.
FWF Emerging Fields
Das Programm Emerging Fields richtet sich an Forschungsteams, die Pionierarbeit in der Grundlagenforschung leisten und bereit sind, etablierte Denkansätze zu durchbrechen. Forschenden soll ermöglicht werden, besonders risikoreiche Ideen zu verfolgen. Im Fokus steht die Förderung von Forschung, die das Potenzial besitzt, in ihrem Feld einen Paradigmenwechsel und in weiterer Folge disruptive Innovationen auszulösen.
Im Jahr 2026 erhielten acht Wissenschafter*innen der Uni Wien eine Emerging Fields-Förderung:
- Barbara Klump, Mark O'Hara und Christoph Völter vom Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie für das Projekt "Comparative Ecological Innovation Styles"
- Vera Fischer vom Institut für Mathematik und Georg Schiemer vom Institut für Philosophie für das Projekt “Uncovering the Axioms of Mathematics”
- Lea Ann Dailey vom Department für Pharmazeutische Wissenschaften und Andreas Stohl vom Institut für Meteorologie und Geophysik für das Projekt “Marine micro- and nanoplastics: Emission, atmospheric fate and health impacts”
- Sebastian Falk von den Max Perutz Labs für das Projekt "Translating the ribosome code of pediatric cancers"
FWF Forschungsgruppe
Mit der Forschungsgruppe (FG) werden vom FWF Teams aus drei bis fünf Wissenschafter*innen gefördert, die standortunabhängig komplexe Forschungsfragen vertiefen oder diese neu entwickeln und inter- oder multidisziplinäre Ansätze verfolgen.
2026 erhielt ein dreiköpfiges Team mit Ingeborg Lang vom Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie der Uni Wien sowie Andreas Holzinger und Notburga Gierlinger (beide BOKU) für ihr Projekt "Out of the Water: Bryophytes Conquer Land" eine Forschungsgruppen-Förderung.
Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF)
Der WWTF unterstützt herausragende Forschungsarbeiten über kompetitive Forschungsförderung. Die wissenschaftlichen Arbeiten werden durch geplante Schwerpunktsetzungen und aktive Vernetzung zwischen Disziplinen und Institutionen in gesellschaftlich relevante Fragestellungen eingebettet. Damit möchte der WWTF einen Beitrag zur Gestaltung einer besseren Welt durch Wissenschaft und Forschung leisten.
2026 wurden neun Forschende der Uni Wien durch den WWTF gefördert:
- Anna Weinzinger, Department für Pharmazeutische Wissenschaften, "Decoding GNB1E: Advanced Drug Repurposing for Personalized Treatment"
- Kieran Leschinski und Janus Brink, Institut für Astrophysik, "Building a Global Citizen-Science Data Portal for Time-Domain Astronomy"
- Till Hilmar, Institut für Soziologie, “Annotating Meaning at Scale: Developing an Integrated Research Environment for Textual Data”
- William Tecumseh Sherman Fitch, Barbara Klump und Petra Sumasgutner, Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie, "AI based Animal Behavior Coding Project
- Nadia Steiber, Institut für Soziologie, “From Registers to Research: Building an AMDC-based Household Panel”
- Magdalena Eitenberger, Institut für Politikwissenschaft, "ME/CFS Pathways: Understanding and Translating Lived Experiences of Uncertain Diagnosis and Healthcare"
aws Proof of Concept
Die Proof of Concept-Förderung vom austria Wirtschaftsservice ist ein Zuschuss, um den Machbarkeitsbeweis von prinzipiell patentierbaren Forschungs- und Entwicklungsergebnissen von österreichischen Forschungsorganisationen zu erbringen. Die Förderungsmaßnahme unterstützt Forscher*innen, ihre Forschungsergebnisse systematisch zu überprüfen und dabei mögliche Anwendungsbereiche zu erschließen, um den Wissens- und Technologietransfer aus öffentlich finanzierter Forschung und Entwicklung zu beschleunigen.
Vier Wissenschafter*innen der Uni Wien erhielten 2026 die Proof of Concept-Förderung:
- Andrii Chumak, Bereich Nanomagnetismus und Magnonik, Fakultät für Physik, “Spin-wave RF filters for 5G communication systems”
- Nuno Maulide, Institut für Organische Chemie, “Aminity - Rethinking pharmaceutical production toward accessible generics”
- Oliver Heckl und Collin Aldia Pulickal Edwin, Bereich Optische Metrologie, Fakultät für Physik, "Method for operating a single-cavity dual-comb laser tailored for spectroscopic Applications"
FFG Expedition Zukunft
Das Programm "Expedition Zukunft" der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG fördert bahnbrechenden Innovationen, die laut FFG “unsere Zukunft nachhaltig zum Besseren verändern, die radikale technologische Sprünge erzielen, neue Märkte schaffen oder grundlegend verändern und große gesellschaftliche oder ökologische Herausforderungen flächendeckend lösen.”
Maria Anzengruber und Katharina Skoll vom Department für Pharmazeutische Wissenschaften erhielten für ihr innovatives Projekt "FlowCube - ein praxisnahes Tool für in vitro Zellversuche unter Flussbedingungen" 2026 eine Förderung im Rahmen des Expedition Zukunft-Programms.
Die Universität Wien ist auch im Einwerben internationaler Drittmittel erfolgreich.
Einen Überblick zu Preisen und Auszeichnungen der Universität Wien gibt es hier.