Am 27. Jänner jährt sich der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal. An diesem Gedenktag ehren Menschen weltweit das Andenken an die Opfer des Holocaust. Auch die Universität Wien engagiert sich gegen Antisemitismus.
Die Universität Wien bietet im Rahmen des Erweiterungscurriculums "Antisemitismus erforschen und bekämpfen" seit 2022 regelmäßig Vortragsreihen an, die sich nicht nur an Studierende, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit richten. Zu den Vortragenden zählen unter anderem der ehemalige Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Ariel Muzicant.
In den Vorträgen werden auch kontroverse Themen behandelt, etwa der Krieg in Gaza und die Frage, wo legitime Kritik am Staat Israel endet und antisemitische Polemik beginnt. Weitere Schwerpunkte sind Strategien zur Bekämpfung von Antisemitismus und der reflektierte Umgang mit antisemitischen Bildern.
"Unterschiedliche, auch widersprüchliche Positionen kommen dabei zu Wort – uns ist eine Vielzahl an Perspektiven sehr wichtig", sagt Armin Lange vom Institut für Judaistik. "Wir wollen Studierenden und Interessierten eine fundierte eigene Meinungsbildung ermöglichen. Zugleich bieten die Veranstaltungen Raum für Dialog, in und außerhalb der Lehrveranstaltungen."
"Die Universität Wien fördert damit eine Gesprächskultur des sachlichen Austauschs. Sie setzt auf konstruktiven Diskurs statt auf Hass und Polemik. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der Judenhass und Antisemitismus wieder gesellschaftsfähig werden", so Armin Lange.
Eine Auswahl der Vorträge steht ab sofort zum Nachsehen auf der Website der Universität Wien zur Verfügung.
Holocaust-Gedenken im Unterricht: KI und Virtual Reality folgen Zeitzeug*innen
Schon bald wird es keine Zeitzeug*innen mehr geben, die die NS-Zeit selbst erlebt haben. Mit welchen Unterrichtsformaten gelingt es, das Gedenken für die nächsten Generationen wachzuhalten? KI und Virtual Reality können helfen, sind aber nur ein Teil der Antwort, erklären Bildungsforscher*innen der Universität Wien im Wissenschaftsmagazin Rudolphina. "Unsere Forschung zeigt, dass Medien wie Virtual Reality (VR) ein deutlich höheres Maß an Immersion (Gefühl des Eintauchens, Anm.) und emotionaler Aktivierung erzeugen als herkömmliche Filme", sagt Ela Luria vom Zentrum für Lehrer*innenbildung der Uni Wien. Zusammen mit ihren Kolleg*innen Martin Rothgangel und Zehavit Gross untersuchte sie in einer aktuellen Studie, wie Virtual Reality das Lernen über den Holocaust beeinflusst.
CU Remember: Erinnerungsarbeit neu denken
Das Kinderbüro der Universität Wien hat gemeinsam mit eucu.net das EU-kofinanzierte Projekt CU Remember gestartet, um komplexe Ereignisse wie den Holocaust und seine Folgen sowie die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten jungen Menschen zu vermitteln. Ein interdisziplinäres Team aus Wien und Triest entwickelt dazu seit Frühjahr Vermittlungsformate, um Empathie und Engagement für demokratische Werte zu fördern.
- Erfahren Sie mehr über die neuesten Aktivitäten von CU Remember im Blog.