Etwa 30.000 Blütenpflanzen haben "porizide Staubblätter", wo Pollen nur durch mechanische Vibrationen durch Bienen freigesetzt werden kann. Wissenschafter*innen der Uni Wien konnten nun zeigen, dass die Form dieser Staubblattporen entscheidet, wie der Pollen freigesetzt wird. Staubbeutel mit schaufelförmigen Strukturen rund um die Poren stoßen ihren Pollen in schmaleren, gezielteren Strahlen und mit höherer Geschwindigkeit aus. Staubbeutel ohne solche Poren verstreuen den Pollen dagegen in breiten Wolken. Das Team stellte zudem fest, dass die Funktionsweise der schaufelförmigen Poren auch von den Vibrationen der bestäubenden Bienen abhängt. Da die Stärke der Vibrationen, mit denen Bienen Pollen aus Blüten freisetzen können, von der Umgebungstemperatur abhängt, liefern diese neuen Erkenntnisse eine wichtige Basis für den Natur- und Klimaschutz. Die Studie ist aktuell im renommierten Fachmagazin Nature Communications erschienen.
Bienen sind die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen, und etwa 10 % der Blütenpflanzen sind funktionell auf die "Vibrationsbestäubung" (oder Buzz-Bestäubung) spezialisiert, bei der Bienen durch Vibration Pollen aus den Blüten freisetzen und sammeln. Viele wichtige Kulturpflanzen wie Tomaten, Auberginen oder Heidelbeeren werden auf diese Weise bestäubt. Ihre Pollenkörner sind in speziellen Staubbeuteln gelagert, sogenannten "poriziden Antheren". Diese Blütenstrukturen haben nur eine winzige Pore als Öffnung, aus der der Pollen nur durch mechanische Schwingungen freigesetzt werden kann.