Wie demokratisches Engagement im Jugendalter entsteht
Wie lernen junge Menschen heute Politik kennen – in einer Welt, die von Freundschaften, sozialen Medien, Influencer*innen und Algorithmen geprägt ist? Im Projekt SYNAPS untersucht der Sozialwissenschafter Hajo G. Boomgaarden mit seinem Team, wie 14- bis 16-Jährige politisches Interesse, Wissen und Engagement durch ihre alltäglichen Kontakte und online entwickeln. Das Projekt begleitet Jugendliche an österreichischen Schulen und erforscht, wie politische Gespräche, Freundschaften, Social-Media-Nutzung und digitale Informationsflüsse einander über die Zeit beeinflussen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf Ungleichheiten: Warum werden manche junge Menschen politisch aktiv, während andere ausgeschlossen bleiben oder kaum Gehör finden? Durch die Kombination von Befragungen, Interviews, Social-Media-Daten, partizipativen Workshops und Computersimulationen liefert SYNAPS neue Erkenntnisse darüber, wie demokratisches Engagement im Jugendalter entsteht. Zugleich unterstützt das Projekt Pädagog*innen, politische Entscheidungsträger*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen dabei, bessere Wege zur Förderung inklusiver Jugendbeteiligung zu entwickeln. Damit trägt SYNAPS zu einem zeitgemäßen Verständnis davon bei, wie die nächste Generation politisch informiert, vernetzt und aktiv wird.
Über Hajo G. Boomgaarden
Hajo G. Boomgaarden ist Professor für Empirische Sozialwissenschaftliche Methoden und Co-Leiter des Computational Communication Lab an der Universität Wien. Zudem ist er Chair des Board of Directors von Monitoring Electoral Democracy, einer europäischen Forschungsinfrastrukturinitiative. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit politischer Kommunikation, öffentlicher Meinung, digitalen Medien und Computational Social Science. Er hat umfassend zu Medieneffekten, politischem Wissen und Engagement, Desinformation, sozialen Medien und vernetzter Kommunikation publiziert.