Liebes Christkind/Lieber Weihnachtsmarx,

dieses Semester war bisher nicht einfach für uns. Einige Leute haben sich schlecht benommen und manche davon haben trotzdem Geschenke vom Rektorat erhalten. Aber wir wollen ja nicht petzen. Vielleicht kannst du dieses Jahr ja an der Uni Wien vorbei schauen und uns ein paar Wünsche erfüllen.
Wir wünschen uns, dass unsere Studienkolleg_innen an allen Fakultäten sicher und unbesorgt studieren können, und nicht von bewaffneten Kommilitonen[1] oder Burschenschaftern und Identitären [3], die die Vorlesung eines Professors, der auch auf rechtsextremen Tagungen auftritt, eingeschüchtert werden.  Auch wünschen wir uns, dass innerhalb der gesamten Studierendenschaft gegenseitige Achtung und Unterstützung vorherrscht, anstelle von Sexismus und Menschenfeindlichkeit, die dieses Jahr leider auch von Seiten einiger Studierender an unserer Uni betrieben wurden [2].
Wo wir schon dabei sind: Wir wünschen uns auch, dass solche Lehrenden wie Professor Höbelt [3] einsehen, dass es als Vertreter_in der Wissenschaft und unserer Uni nicht angemessen ist, sich auf „freiheitlichen“ Tagungen mit Leuten zu tummeln, die wissenschaftliche Erkentnisse bewusst missachten oder sogar attackieren. Wir wünschen uns, dass das Rektorat eingreift, wenn jemand die „Freiheit der Lehre“ missbraucht, um wissenschaftlich zweifelhaftes und ethisch nicht vertretbares Verhalten herunterzuspielen. Wir finden, auch Lehre und Forschung müssen ein Mindestmaß an inhaltlichen und moralischen Grundlagen berücksichtigen – sonst wird die besagte „Freiheit“ zu einer hohlen Phrase und das, was an Unis gelehrt wird, wird beliebig.
Wir wünschen uns auch, dass Studierende und andere junge Menschen, die den Mut haben ihre Meinung zu äußern und für andere laut zu sein, nicht mehr als „linksextrem“ oder „Krawallmacher“ betitelt werden. Dass sie nicht zu Gewalttäter_innen stilisiert werden, wie kürzlich durch das Rektorat der TU Wien geschehen [4] – und das auch noch, wenn am selben Tag der schon erwähnte Prof. Höbelt an unserer Uni öffentlichen Rückhalt von Rechtsextremen bekommt, unter dem Schutz des Sicherheitsdienstes.
Was wir uns stattdessen wünschen ist, dass Universitäten und auch andere Akteur_innen jene Studierenden ernst nehmen, die sich Gedanken um das Wohl ihrer Kommiliton_innen und des Bildungssystems als Ganzes machen. Dass Studierende, Lehrende, Uni-Verwaltungen und andere entschlossen zusammen stehen und sich gemeinsam wehren, wenn von Rechts versucht wird sowohl die Grundsätze der Wissenschaften als auch unserer Gesellschaft als Ganzes zu unterwandern. Dass berechtigte und seit langer Zeit drängende Forderungen – wie jene nach genug Räumlichkeiten für Lehre und Lernen oder nach einer angemessenen Finanzierung der Hochschulen – nicht länger als träumerische Phantasie verklärt, sondern als wünschenswertes Ziel verfolgt werden. Dass der Dialog mit und die Mitbestimmung von Studierenden aktiv betrieben werden und nicht auf die unbedingt vorgeschriebenen Gremien beschränkt bleiben. Mit unserem Institut gibt es zum Glück einen regen Austausch, aber wir wissen, dass das nicht an allen Instituten und auch auf vielen anderne Ebenen nicht so ist.
Wir wissen, dass sich nicht alle Wünsche einfach so erfüllen werden, und wollen auch nächstes Jahr unseren Teil dazu beitragen, dass wir einigen dieser Wünsche zumindest näher kommen. Aber in solchen Zeiten wie jetzt ist es wichtig, sich an die eigenen Ziele zu erinnern. Deswegen, lieber Weihnachtsmarx, hoffen wir, dass wir dir nächstes Jahr wieder fröhlichere Dinge von unserer Uni berichten können.
Vorkommnisse im WiSe 2019/20:
    – [1] rassistischer/antisemitischer Student mit Waffe im Hörsaal:
    – [2] Minderheitenhass, Geschichtsrevisionismus und Sexismus in Gruppenchats:
    – [3] Vorlesung von Prof. Lothar Höbelt, der bei rechtsextremer Herbstakademie vortrug, wird infolge von Protesten durch Rechtsextreme Burschis sowie Uni-Securities
  •     geschützt:
    – [4] Besetzung der TU Wien und einseitiges Statement des dortigen Rektorats:
dieses Semester war bisher nicht einfach für uns. Einige Leute haben sich schlecht benommen und manche davon haben trotzdem Geschenke vom Rektorat erhalten. Aber wir wollen ja nicht petzen. Vielleicht kannst du dieses Jahr ja an der Uni Wien vorbei schauen und uns ein paar Wünsche erfüllen.
Wir wünschen uns, dass unsere Studienkolleg_innen an allen Fakultäten sicher und unbesorgt studieren können, und nicht von bewaffneten Kommilitonen[1] oder Burschenschaftern und Identitären [3], die die Vorlesung eines Professors, der auch auf rechtsextremen Tagungen auftritt, eingeschüchtert werden.  Auch wünschen wir uns, dass innerhalb der gesamten Studierendenschaft gegenseitige Achtung und Unterstützung vorherrscht, anstelle von Sexismus und Menschenfeindlichkeit, die dieses Jahr leider auch von Seiten einiger Studierender an unserer Uni betrieben wurden [2].
Wo wir schon dabei sind: Wir wünschen uns auch, dass solche Lehrenden wie Professor Höbelt [3] einsehen, dass es als Vertreter_in der Wissenschaft und unserer Uni nicht angemessen ist, sich auf „freiheitlichen“ Tagungen mit Leuten zu tummeln, die wissenschaftliche Erkentnisse bewusst missachten oder sogar attackieren. Wir wünschen uns, dass das Rektorat eingreift, wenn jemand die „Freiheit der Lehre“ missbraucht, um wissenschaftlich zweifelhaftes und ethisch nicht vertretbares Verhalten herunterzuspielen. Wir finden, auch Lehre und Forschung müssen ein Mindestmaß an inhaltlichen und moralischen Grundlagen berücksichtigen – sonst wird die besagte „Freiheit“ zu einer hohlen Phrase und das, was an Unis gelehrt wird, wird beliebig.
Wir wünschen uns auch, dass Studierende und andere junge Menschen, die den Mut haben ihre Meinung zu äußern und für andere laut zu sein, nicht mehr als „linksextrem“ oder „Krawallmacher“ betitelt werden. Dass sie nicht zu Gewalttäter_innen stilisiert werden, wie kürzlich durch das Rektorat der TU Wien geschehen [4] – und das auch noch, wenn am selben Tag der schon erwähnte Prof. Höbelt an unserer Uni öffentlichen Rückhalt von Rechtsextremen bekommt, unter dem Schutz des Sicherheitsdienstes.
Was wir uns stattdessen wünschen ist, dass Universitäten und auch andere Akteur_innen jene Studierenden ernst nehmen, die sich Gedanken um das Wohl ihrer Kommiliton_innen und des Bildungssystems als Ganzes machen. Dass Studierende, Lehrende, Uni-Verwaltungen und andere entschlossen zusammen stehen und sich gemeinsam wehren, wenn von Rechts versucht wird sowohl die Grundsätze der Wissenschaften als auch unserer Gesellschaft als Ganzes zu unterwandern. Dass berechtigte und seit langer Zeit drängende Forderungen – wie jene nach genug Räumlichkeiten für Lehre und Lernen oder nach einer angemessenen Finanzierung der Hochschulen – nicht länger als träumerische Phantasie verklärt, sondern als wünschenswertes Ziel verfolgt werden. Dass der Dialog mit und die Mitbestimmung von Studierenden aktiv betrieben werden und nicht auf die unbedingt vorgeschriebenen Gremien beschränkt bleiben. Mit unserem Institut gibt es zum Glück einen regen Austausch, aber wir wissen, dass das nicht an allen Instituten und auch auf vielen anderne Ebenen nicht so ist.
Wir wissen, dass sich nicht alle Wünsche einfach so erfüllen werden, und wollen auch nächstes Jahr unseren Teil dazu beitragen, dass wir einigen dieser Wünsche zumindest näher kommen. Aber in solchen Zeiten wie jetzt ist es wichtig, sich an die eigenen Ziele zu erinnern. Deswegen, lieber Weihnachtsmarx, hoffen wir, dass wir dir nächstes Jahr wieder fröhlichere Dinge von unserer Uni berichten können.
Vorkommnisse im WiSe 2019/20:
    – [1] rassistischer/antisemitischer Student mit Waffe im Hörsaal:
    – [2] Minderheitenhass, Geschichtsrevisionismus und Sexismus in Gruppenchats:
    – [3] Vorlesung von Prof. Lothar Höbelt, der bei rechtsextremer Herbstakademie vortrug, wird infolge von Protesten durch Rechtsextreme Burschis sowie Uni-Securities
  •     geschützt:
    – [4] Besetzung der TU Wien und einseitiges Statement des dortigen Rektorats: