Erika Abels-d'Albert
Malerin, Grafikerin und Modedesignerin

geb.: 1896 (Berlin)
gest.: 1975 (Paris)

Namen:
recte: Erika Abeles, Pseudonym d´Albert

Erika Abels-d´Albert war Malerin, Grafikerin und Modedesignerin. 1896 in Berlin geboren, lebte und arbeitete sie in Wien, ehe sie in den frühen 30er Jahren nach Paris emigrierte, wo sie 1975 verstarb.

Eltern, Verwandtschaften:
Erika Abels-d´Albert wurde am 03. November 1896 in Berlin geboren. Sie war das einzige Kind des damals sehr bekannten Wiener Kunstkenners und -schriftstellers Dr. Ludwig Wilhelm Abels (recte Dr. Ludwig Abeles). Ihre Mutter, Anna Emilie Mewes, stammte aus der Umgebung von Berlin.
Erika Abels-d´Albert hatte 3 Cousinen, Gretel, Lili und Helene. Sie waren die Töchter ihrer Tante Clara Abeles, verheiratet mit Julius Spitzer aus Pest, wo die Familie auch lebte. Gerade mit der jüngsten, Helene Spitzer, dürfte sie eng befreundet gewesen sein.

Laufbahn:
Erika Abels-d´Albert wuchs in einer liberalen, gutbürgerlichen und kunstsinnigen Familie auf. Ihr Großvater väterlicherseits, Salomon Abeles, war ein bedeutender Uhrengroßhändler mit Filialen am Graben in Wien und in Budapest. Wie ihr Vater betätigte sich auch einer ihrer Onkel als Schriftsteller, zwei weitere Brüder ihres Vaters waren Musiklehrer. Laut eigenen Angaben erhielt Erika Abels-d´Albert ihre künstlerische Ausbildung in Wien: 1911/12 bei Irma Duczynska und 1912/13 bei Felix Albrecht Harta.

Ihre Entscheidung, professionelle Künstlerin zu werden, dürfte sehr früh gefallen sein. Bereits mit 16 Jahren stellte sie sich mit einer Kollektivausstellung (Portraits, Akte, Stillleben, Modeentwürfe) der Öffentlichkeit vor. In den folgenden Jahren beteiligte sie sich mehrmals an Ausstellungen im Künstlerhaus Wien. Weitere Ausstellungsorte ihrer Werke waren die Galerie Miethke (1919) und St. Lucas (1920 und 1922), das Museum für Kunst und Industrie (heute: MAK), das Sonnenuhrhaus in Schönbrunn und der Theseustempel im Volksgarten. 1930 nahm sie an der Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs teil.

Erika Abels war eine selbstbewusste Frau. Sie gab sich den Künstlernamen d´Albert, arbeitete im eigenen Atelier im Nobelbezirk Hietzing, wo sie auch Interviews an Journalisten gab; sie trug ihre eigenen Modekreationen und hatte die Haare bereits während des ersten Weltkrieges kurz geschnitten. Sie stellte häufig in der Gruppe mit ihren männlichen Kollegen aus. Ihre Werke wurden in Fachzeitschriften positiv rezensiert. Zwischen 1933 und 1935 emigrierte sie nach Paris, wo ihre Eltern bereits seit 1929 lebten. Anfänglich stellte sie ihre Arbeiten in bedeutenden Ausstellungshäusern und Galerien aus, wie der Galerie Gregoire Schustermann, der Nationale des Beaux-Arts und dem Salon d‘ Automne (1938). Ihre weitere künstlerische Tätigkeit ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht fassbar.
Erika Abels-d´Albert starb 1975 verarmt in Paris.

Weitere Kontakte:
Über den Freundeskreis von Erika Abels-d´Albert und ihre Kontakte ist wenig bekannt. Generell kann angenommen werden, dass sie über ihren Vater, der mit „Gott und der Welt“ in Verbindung stand, viele KünstlerInnen, SchriftstellerInnen und Intellektuelle kennengelernt hatte. Sicher kannte sie folgende Frauen und Männer: Irma Duczynska Sibylle Blei, Schauspielerin, Tochter von Franz Blei (1919 von ihr portraitiert) Milla Medinger – Mariarti (1919 von ihr portraitiert) Olly Timár (1919 von ihr portraitiert) Frl. Marianne Neustadtl (1919 von ihr portraitiert) Carola N.[ahovska?, Malerin] (1921 von ihr portraitiert) Gesangsprofessor L. (1921 von ihr portraitiert) Die Sängerin Marianne T.[olska?] (1925 von ihr portraitiert) Frl. Franzi M. (1930 von ihr portraitiert) Wahrscheinlich kannte sie: Elsa Kövesházi-Kalmár, Malerin und Bildhauerin, die mit Irma Duczynska eine private Malschule leitete Eine genaue Recherche ist zurzeit noch im Gange.

Werk:
Über das Oeuvre von Erika Abels-d´Albert ist heute fast nichts bekannt. Einige Arbeiten sind nur namentlich fassbar, von ganz wenigen existieren schlechte Schwarzweißfotografien. Im Original sind lediglich 3 Werke nachweisbar. Das Wien Museum besitzt ihr Ölbild "Wiener Schaffnerin" von 1919, in der Albertina befinden sich eine Kohlezeichnung "Kopf einer Frau in mittleren Jahren" (1924) und eine Kreidezeichnung "Sitzender Rückenakt" (1921).

Autorin der Biografie:
Barbara Karahan

 

 

Erika Abels d´Albert_NEU_in_Wiener Illustrierte Zeitung 8. Febr.1920, Heft 19, S.205 (Universitätsbibliothek Wien)
Erika Abels d´Albert, in: Wiener Illustrierte
Zeitung 8. Febr.1920, Heft 19, S.205
(Universitätsbibliothek Wien)

Erika Abels-d´Albert_KLEIN_in_Sport und Salon 6.Dez.1913, S.11 (Universitätsbibliothek Wien) Erika Abels-d´Albert, in: Sport und Salon
vom 6.Dez.1913, S.11
(Universitätsbibliothek Wien)