Sterba Editha, geb. Rodanowicz-Harttmann

Psychoanalytikerin, Philosophin und Musikwissenschafterin


Geb. Budapest, Ungarn, 8.5. 1895 (lt. www.rootsweb.com: 8.4.)

Gest. Detroit, USA, Dez. 1986


Emigrationspfad: 1938 CH,1939 USA

 

LebenspartnerInnen, Kinder:

2. Heirat mit Richard F. Sterba, Wiener Arzt und Analytiker; Töchter Monique, Verena.

 

Ausbildungen:

Studium der Germanistik, klassischen Philologie, Musikwissenschaften an der Universität Wien, 1921 Promotion; psychoanalytische Ausbildung.

 

Laufbahn:

Sekretärin des Internationalen Psychoanalytischen Verlages und des Lehrinstituts der WPV in Wien;
1925 Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, Privatpraxis in Wien,
1928 Leiterin der Erziehungsberatungsstelle;
Beteiligung am Aufbau der kinderpsychoanalytischen Vereinigung in Wien,
1934 Leitung des Anfängerseminars;
Mitarbeit an mehreren Erziehungsberatungsstellen der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung,
1932 Leitung der von August Aichhorn initiierten Beratungsdienste an Wiener Schulen;
in den USA u. a. Entwicklung von Methoden von jugendlichen Holocaust-Überlebenden für das Jewish Family Service,
als Beraterin in verschiedenen Institutionen tätig, z. B. am neu organisierten Department of Psychiatry an der Wayne University für den Bereich Kinderpsychiatrie;
Beteiligung an zahlreichen Therapieprojekten und Forschungsarbeiten u. a. Einrichtung des Children´s Service of McGregor Center, der North-East-Detroit Child Guidance Clinic,
Gründung der George and Anna-Marie Roeper City and Country School, einer Ausbildungsinstitution für Krankenschwestern; Arbeit am Children´s Hospital von Michigan, Lehrbeauftragte des Department of Psychology der University of Michigan

In den USA Mitglied der Detroit Psychoanalytic Society, der American Psychoanalytic Association, der Association for Child Analysis, 1955 Mitglied der Michigan Association for Psychoanalysis.

 

Spez. Wirkungsbereich:

Kinderpsychoanalyse, arbeitete als einer der ersten mit sehr kleinen und psychisch besonders auffälligen Kindern.

 

Werkangaben:

Das Wiener Lied von 1789-1815. Diss.

Nacktheit und Scham. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1929, 3, S. 48–67.

Der Schülerselbstmord in André Gides Roman “Die Falschmünzer”. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1929, 3, S. 400-409.

Aus der Analyse einer Hundephobie. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1933, 7, S. 433–452.

Ein abnormes Kind. Aus seiner Krankengeschichte und Behandlung. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1933, 7, S. 5-38; 45–82.

Aus der Analyse eines Zweijährigen. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1934, 8, S. 37-72.

Verbot und Forderung. Eine Kinderbeobachtung. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1934, 8, S. 399- 402.

Ein Fall von Eßstörung. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1935, 9, S. 99-105.

Schule und Erziehungsberatung. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1936, 10, S. 141–201.

Zwei Arten der Abwehr. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1936, 10, S. 263-268.

Emotional problems of displaced children. In: Journal of social Casework 1949, 30, S. 175–181.

(mit Richard F. Sterba) Ludwig van Beethoven und sein Neffe; Tragödie eines Genies; Eine psychoanalytische Studie. Szcesny, München 1964 (1954).

 

Literatur:

Kerbl, Brita, Die weiblichen Mitglieder  der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Biobibliographische Daten mit besonderer Berücksichtigung der Emigration, 1992, Wien, Verlag: Diplomarbeit.

Mühlleitner, Elke, Biographisches Lexikon der Psychoanalyse. Die Mitglieder der Psychologischen Mittwoch-Gesellschaft und der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung 1902-1938., 1992, S. 328-30, Tübingen, Verlag: edition diskord.

Mühlleitner, Elke, Editha Sterba. In: Keintzel, Brigitta; Korotin, Ilse (Hg.): Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben Werk Wirken. 2002, Wien-Köln, Verlag: Böhlau.