Wälder Jenny, geb. Pollak

Ärztin und Psychoanalytikerin

Geb. Lemberg, Galizien, 16.11. 1898

Gest. Sarasota/Florida, USA, 15.11. 1989

Emigrationspfad: 1938 USA

 

LebenspartnerInnen, Kinder:

1. 1930 verheiratet mit dem Wiener Analytiker Robert Wälder
2. 1941 verheiratet mit dem amerikanischen Historiker Duncan Hall.

 

Ausbildungen:

1925 Promotion an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien; psychoanalytische Ausbildung bei Robert Hans Jokl, 1926 Spezialisierung auf Kinderpsychoanalyse.

 

Laufbahn:

1925-30 Ärztin am Kaiser Franz-Josefs-Spital,

1928 Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung,

1933 Vorstellung des Falles des „kleinen Walter" im Kinderseminar Anna Freuds, des damals jüngsten sich in Analyse befindenden Kindes;

1934 Lehrausschuß der WPV; in den USA Mitglied und Lehranalytikerin der Boston Psychoanalytic Society;

1943 Übersiedlung nach Betesda, Maryland;

ab 1944 Lehrtätigkeit am Baltimore-Washington Psychoanalytic Institute;

Seminarleiterin an mehreren psychoanalytischen Instituten, u. a. 1950 bis 1954 am Seminar des Institutes of the Philadelphia Assn.

Unterricht am Beth Israel Hospital (Kinderpsychiatrie) in Boston;

1961 Gründungsmitglied der Association for Child Analysis in Michigan, Mitarbeit am Aufbau des psychoanalytischen Ausbildungsintsituts in Miami (Florida).

 

Spez. Wirkungsbereich:

Kinderpsychoanalyse

 

Werkangaben:

Analyse eines Falles von Pavor Nocturnus. In: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik 1935, 9, S. 5-70; als Buchveröffentlichung im Internationalen Psychoanalytischen Verlag, Wien 1935.

Discussion of Freud Anna “Problems of technique in adult analysis” .In: Bulletin of the Philadelphia Association of Psychoanalysis 1954, 4, S. 55–56.

 

Literatur:

Blumesberger, Susanne / Doppelhofer, Michael / Mauthe, Gabriele (Bearb.), Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft. 18. bis 20. Jahrhundert, Hg. Österr. Nationalbibliothek, 2002, München, Verlag: K. G. Saur.

Feikes, Renate, Emigration jüdischer Wiener Ärzte ab 1938 in die USA, speziell nach New York., 1999, Band 2/ Teil 3, Wien.

Kerbl, Brita, Die weiblichen Mitglieder  der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Biobibliographische Daten mit besonderer Berücksichtigung der Emigration, 1992, Wien, Verlag: Diplomarbeit.

Mühlleitner, Elke, Biographisches Lexikon der Psychoanalyse. Die Mitglieder der Psychologischen Mittwoch-Gesellschaft und der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung 1902-1938., 1992, S. 351 f., Tübingen, Verlag: edition diskord.

Mühlleitner, Elke, Jenny Wälder. In: Keintzel, Brigitta; Korotin, Ilse (Hg.): Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben Werk Wirken. 2002, Wien-Köln, Verlag: Böhlau.