Bauer Olga, geb. von Pilecka
Verlegerin

Geb. Rowaruska, Polen (Kgr.), 14. 2. 1887
Gest. ?

Laufbahn:
Gründete 1927 gemeinsam mit Ida Fischer den Fiba-Verlag; am 4. 2. 1927 wurde die Firma "Fiba-Verlag Ida Fischer" ins Handelsregister eingetragen, zwei Wochen später jedoch in eine OHG umgewandelt und Olga Bauer als Mitinhaberin ins Handelsregister eingetragen.
Anfang 1928 schied Ida Fischer in Unfrieden aus der Firma aus, die ab 24.1.1928 in "Fiba-Verlag O. Bauer" umbenannt wurde. Im selben Jahr ließ sich O. B. als Solomitglied der Staatsoper pensionieren und widmete sich ganz dem Verlag.
O. B. war eine der ersten Frauen, die einen Verlag nicht als Witwe erbten und fortführten, sondern selbst gründeten. Das Verlagsprogramm umfaßte praktische Ratgeber für Motorisierte, Literatur über Bridgespielen, Reiseführer, Kochbücher, Romane und "judenfreundliche" Bücher wie die Theodor-Herzl-Biographie von Alex Bein. Trotzdem und obwohl O. B. als "jüdisch versippt" galt, durfte der Verlag nach dem "Anschluß" 1938 weiter bestehen, doch kam es aus finanziellen Gründen "infolge Kleinbetriebs" am 30. 12. 1938 zur Löschung aus dem Handelsregister. 1940 war die Abwicklung beendet.

Literatur:
Hall, Murray G., Österreichische Verlagsgeschichte 1918-1938., 1985, Bd. I, S. 424; Bd. II, S. 134 ff., Wien u. a.

Autorin der Biografie: Edith Stumpf-Fischer