Lafite Elisabeth, geb. Walter
Verlegerin und Herausgeberin

Geb. Brünn, 16. 6. 1918

Herkunft, Verwandtschaften:
E. L.s Vater Dr. Anton Walter (1882-1976) war Sektionschef im Finanzministerium und wurde als solcher Generaldirektor der Tabakregie, bis er nach dem sog. Anschluß durch einen Berliner abgelöst wurde. Durch Erkrankung entging er der bereits vorgesehenen Verhaftung wegen seiner Mitgliedschaft bei der christlich-sozialen Partei und seiner bekannt antinationalsozialistischen Gesinnung. Nach Kriegsende wurde er rehabilitiert und zum Präsidenten des Aufsichtsrates bestellt. Mutter Julie (1893-1984). Schwester Juliane (1921-1980).

LebenspartnerInnen, Kinder:
1947 Eheschließung mit Dr. iur. Peter Lafite(1908- 1951), Sohn des Komponisten Carl Lafite, Beamter im Bundesmin. f. Finanzen, dann im Bundesmin. f. Unterricht (zuständig für Musikangelegenheiten). Nebenberuflich war er Musikkritiker beim Neuen Österreich. Er gründete die Österr. Musikzeitschrift ÖMZ, die erstmals am 1.1.1946 erschien. Zwei Kinder, die Tochter Marion (geb. 1947), die später den Verlag und die ÖMZ weiterführte, und der Sohn Wolfgang (geb. 1949, Jurist) entstammen der Ehe.

Freundschaften:
Zu den ihr nahestehenden Persönlichkeiten zählen vor allem Erik Werba, Rudolf Gamsjäger, Dolf Lindner und Walter Szmolyan, der mit ihr gemeinsam die Rettung des Schönberg-Hauses erreichte, sowie ihre Trauzeugen Franz Stoß, dessen Sekretärin sie war, und Hermann Juch, Direktor der Volksoper, ein Schulkollege ihres Mannes aus dem Schottengymnasium.

Ausbildungen:
Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges konnte sie kein Studium absolvieren. In die Herausgeber- und Verlagstätigkeit arbeitete sie sich in der Praxis ein.

Laufbahn:
Während des 2. Weltkrieges war E. L. in der Abteilung Einkauf der Schöller-Bleckmann-Stahlwerke in Wien tätig. Dann war sie Sekretärin von Franz Stoß, damals Direktor des Burgtheaters. Mit der Heirat endete zunächst ihre Berufstätigkeit. Nach dem Tod des Gatten führte sie die ÖMZ weiter. Aus der Arbeit damit ergaben sich publizistische Desiderate, und so reichte sie um eine Verlagskonzession ein; das 1. Buch erschien 1962. Die ersten Bücher betrafen Marx, David und Wellesz. Die Doppelbelastung durch Beruf, Haushalt und Kinderbetreuung bewältigte sie mit Hilfe ihrer Eltern, mit denen sie zusammenlebte. Als ihre Tochter wieder nach Wien kam und den Verlag übernahm, zog sie sich allmählich zurück.

Ausz., Mitgliedschaften, Kooperationen:
Verleihung des Titels "Professor" 1968, Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1999; Vorstandsmitglied der Wiener Beethovengesellschaft sowie der Schönbergstiftung; Ehrenmitglied der Mozartgemeinde.

Nachlaß, Archive, Quellen:
Mündl. Auskünfte von E. L. und ihrer Tochter Marion Diederichs-Lafite.

Autorin der Biografie: Edith Stumpf-Fischer