Löwy Mathilde
Buchdruckerin

Geb. ?
Gest. ?

LebenspartnerInnen, Kinder:
Verheiratet mit dem Buchdrucker Josef Löwy (gest. 1902).

Laufbahn:
Als ihr Gatte mit 69 Jahren starb, hatte die Firma einen Mitarbeiterstab von etwa 150 Personen mit Abteilungen für Porträt- und Reproduktionsphotographie, Chemiegraphie, Lichtdruck, Heliogravüre und Kupferdruck. Die Witwe M. L. hielt den Betrieb auf der Höhe und errichtete 1905 eine Stiftung von 10 000 Kronen zur Förderung der Photographie. 1904 führte sie den Rotationstiefdruck ein, wobei sie mit dem Nacherfinder Theodor Reich in Verbindung trat, dessen Freund Oskar Pustet damals Leiter der Heliogravüre-Abteilung bei M. L. war. Reich richtete mit Pustet bei Löwy eine Rotationstiefdruckabteilung ein, wobei zunächst Raster, Geräte und Farben in eigener Versuchsarbeit hergestellt wurden, bis man auf die Reichsche Rotationsmaschine zurückgriff, alles unter strengster Geheimhaltung. In der Folge wurde die Firma als KG weitergeführt; 1905 waren M. L., Ignaz Löwy und Marie Weinberger die Inhaber, Gustav Löwy zeichnete als Geschäftsleiter. Bis 1918 blieb die Firma im Besitz von M. L., der Witwe des Gründers – in diesem Jahr wurde sie zur Wiener Kunstdruck Ges.m.b.H. umgebildet.

Literatur:
Durstmüller, Anton d. J., 500 Jahre Druck in Österreich Bd. 2., 1985, S. 233f., Wien
Durstmüller, Anton d. J., 500 Jahre Druck in Österreich Bd. 3., 1988, S. 171, Wien

Autorin der Biografie: Edith Stumpf-Fischer