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BEER Leopoldine, geb. Kiefer
Filmmanipulantin, im Widerstand der Arbeiterbewegung (KPÖ)

* am 23. August 1907 in Wien

Leopoldine Beer - am 23. August 1907 in Wien geboren - war Mitglied der „Kinderfreunde“ und gehörte von 1930 bis 1934 der SDAP an. Nach dem Besuch der Pflichtschule erlernte sie das Modistengewerbe, war dann 25 Jahre in der Filmbrache tätig und arbeitete zuletzt bei der „Wien-Film“ als Cutterin.
Im Jahre 1928 heiratete sie Otto Beer, ließ sich aber im Jahr darauf wieder scheiden. Aus dieser Ehe entstammt die Tochter Hertha Beer.

Am 6. Dezember 1939 wird Leopoldine Beer wegen kommunistischer Betätigung festgenommen und zur Untersuchungshaft in die Haftanstalt Krems gebracht. Am 23. Mai 1941 wird sie vor dem Oberlandesgericht Wien angeklagt, „1939 fortgesetzt und gemeinschaftlich mit anderen das hochverräterische Unternehmen, mit Gewalt ein zum Reiche gehörendes Gebiet vom Reiche loszureißen und mit Gewalt die Verfassung des Reiches zu ändern, vorbereitet zu haben, wobei die Tat darauf gerichtet war, zur Vorbereitung des Hochverrats einen organisatorischen Zusammenhalt herzustellen und aufrecht zu erhalten, auf die Beeinflussung der Massen durch Verwendung von Einrichtungen der Funktelephonie gerichtet war. Die Angeschuldigte hat der illegalen KPÖ angehört, Mitgliedsbeiträge geleistet und Flugschriften bezogen.“
Weiters wird ihr vorgeworfen, die beiden Kommunisten Josef Schattner und Friedrich Honl bei der Herstellung eines Geheimsenders unterstützt zu haben, indem sie hiezu ihre Wohnung zur Verfügung gestellt habe. Leopoldine Beer bestreitet die Anschuldigungen und auch die Mitgliedschaft bei der KPÖ. Die U-Haft wird verlängert.
Am 20. August 1941 wird sie zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Die 20 Monate U-Haft werden ihr auf die Strafe angerechnet.


Literatur und Quellen:

DÖW-Akt 8106, 8489a
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): Widerstand und Verfolgung in Wien 1934-1945. Eine Dokumentation. Bd. 2, Wien 1984


Autorin der Biografie: Karin Nusko