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DIWISCH Ernestine (Erna)
Tabelliererin, im Widerstand der Arbeiterbewegung (KPÖ)

* am 23.März 1921 in Wien
† am 24. Mai 1944 in Wien

Ernestine Diwisch wurde als Tochter der Anna Diwisch (geb. Jezek) und eines Reichsbahnangestellten am 23. März 1921 in Wien geboren. Sie besuchte nach den Pflichtschulen eine Hausfrauenschule. Ab Mai 1941 war sie zunächst bei der „Allianz-Versicherung“ und später im Flugzeugmotorenwerk Wiener Neustadt als kaufmännische Angestellte tätig.

Von 1932 bis 1934 gehört sie den „Roten Falken“ an und arbeitet ab 1940 für den illegalen kommunistischen Jugendverband (KJV). Sie gehörte zur Gruppe „Soldatenrat“, verschickte illegale Flugblätter und die Zeitung „Der Soldatenrat" an Frontsoldaten. 1941/42 nahm sie an der Herstellung, Finanzierung und Verteilung antifaschistischer Flugschriften teil sowie an der „Brandplättchenaktion" des Chemikers Walter Kämpf.

Am 25. Mai 1943 wird Erna Diwisch verhaftet und am 23. September 1943 vom Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung“ angeklagt. Ihre Mitangeklagten sind Alfred Rabofsky, Anna Wala sowie Sophie Vitek, Ernestine Soucek und Friedrich Muzyk. In der Anklage wird sie beschuldigt, an Zusammenkünften der KJV-Mitglieder in Wien teilgenommen zu haben.

Sie wird am 8. Februar 1944 zum Tode verurteilt und am 24. Mai 1944 im Landesgericht Wien hingerichtet.
Aus dem Urteil: „Insbesondere kann bei der Angeklagten Diwisch keinesfalls bloß Beihilfe vorliegen, wie die Verteidigung geltend gemacht hat. Für die kommunistische Einstellung dieser Angeklagten und für ihr eigenes politisches Interesse an der Durchsetzung kommunistischer Ideen spricht vor allem der Umstand, dass sie sich nach ihren eigenen Angaben in der Hauptverhandlung wegen ihrer kommunistischen Tätigkeit im Jahre 1940 mit ihrem Verlobten entzweit hat. Ein junges Mädchen, das das zu Wege bringt, muss seinen politischen Ideen in ganz besonderem Maße verfallen sein. Es spielt dabei gar keine Rolle, dass sie sich zu untergeordneten Funktionen hergegeben hat. Nicht die Art der Tätigkeit ist für die Beurteilung der Tat ausschlaggebend, sondern der Vorsatz, der den Täter bei Ihrer Ausführung begleitet hat.“
Von den Mitangeklagten kommen nur Sophie Vitek (15 Jahre Zuchthaus) und Ernestine Soucek (9 Jahre Zuchthaus) mit dem Leben davon.

Der Name von Ernestine Diwisch findet sich auf einer Gedenktafel in der Weihestätte im Wiener Landesgericht (ehemaliger Hinrichtungsraum). Im Oktober 2006 wurde im 15. Wiener Gemeindebezirk ein Park nach Ernestine Diwisch benannt. Er liegt zwischen der Grimmgasse und der Braunhirschengasse.


Literatur und Quellen:
DÖW-Akt: 4102, 28, 18967, 19489
Brauneis, Inge: Widerstand von Frauen in Österreich gegen den Nationalsozialismus 1938- 1945. Diss. Wien 1974
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): Widerstand und Verfolgung in Wien 1934-1945. Eine Dokumentation. Bd. 2, Wien 1984
Fein, Erich, Die Steine reden. Gedenkstätten des österreichischen Freiheitskampfes. Mahnmale für die Opfer des Faschismus. Eine Dokumentation. Wien 1975
Historische Kommission beim ZK der KPÖ (Hg.): Beiträge zur Geschichte der kommunistischen Jugendbewegung in Österreich
Tidl, Maria: Frauen im Widerstand. Frauen im Kampf gegen Faschismus und Krieg. Wien 1982
Tidl, Marie: Die Roten Studenten. Dokumente und Erinnerungen 1938-1945. Wien 1976
Weinert, Willi: "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". Wiener Zentralfriedhof - Gruppe 40. Ein Führer durch den Ehrenhain der hingerichteten WiderstandskämpferInnen Wien 2004

Autorin der Biografie: Karin Nusko