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KRASSNIGG Maria,
Kontoristin
Widerstand der Arbeiterbewegung (KPÖ)

Geb. am 1. Jänner 1899 in Wien
Gest. am 9. Mai 1970 in Wien

Vater: Vinzenz Krassnigg (*11. Mai 1864), Lokomotiv-Schmied bei der Staatsbahn; Mutter: Maria, geb. Mrak (*8.Juni 1871);
Brüder: Dr. Albert Krassnigg (*1896) und Hans Krassnigg, der im zweiten Weltkrieg an der russischen Front gefallen ist.

Die Familie Krassnig übersiedelte Ende des 19. Jahrhunderts von Kärnten nach Wien und lebte zur Zeit der Geburt von Maria Krassnigg in Wien-Brigittenau. Maria besuchte die Volks- und Bürgerschule in Wien, wo sie auch die kaufmännische Fortbildungsschule des Wiener Handels absolvierte.

Von 1915 bis 1921 arbeitete Maria Krassnigg. als Kontoristin und als Kanzleikraft. Ab 1922 war sie als Fakturistin bei der Heilmittelwerke Wien GmbH tätig. Sie gehörte von 1923 bis 1934 den "Freien Gewerkschaften" und der SDAP an. 1946 wechselte sie in den Fürsorgedienst der Stadt Wien. Sie blieb zeitlebens unverheiratet und kinderlos, sie lebte nach dem Krieg bis 1964 mit ihrer Mutter zusammen.


Am 9. März 1943 wurde Maria Krassnigg von der Gestapo wegen Betätigung für die KPÖ festgenommen und am 8. November 1943 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" vor dem OLG-Wien angeklagt. Aus der Anklage geht hervor, dass Maria Krassnigg "in den Jahren 1939 bis 1943 in Wien den kommunistischen Hochverrat vorbereitet (habe)". Sie war politisch und gewerkschaftlich aktiv und hat Geld für politische Häftlinge gespendet. Sie war Teil des Widerstandsnetzes, das sich in den Heilwerken Wien formiert hatte.

Maria Krassnigg wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die U-Haft, die sie seit 9. März verbüßt hatte, wurde ihr auf die Haftzeit angerechnet. Nach ihrer Entlassung aus dem Polizeigefängnis Rossauerlände
war Maria Krassnigg bis 5. Jänner 1944 in Krems inhaftiert, von dort wird sie in das Zuchthaus Aichach deportiert, wo sie bis zum Kriegsende im Zuchthaus Aichach inhaftiert war. Ihre Entlassung erfolgte entsprechend einer "Anordnung der Prüfungskommission über Entlassung eines Gefangenen" vom 17. Mai 1945; das Urteil des OLG Wien von 1943 wurde am 12. März 1946 nach dem Aufhebungs- und Einstellungsgesetz ausdrücklich aufgehoben.


Literatur und Quellen


DÖW–Akt 6235, 8477, 5734b, 9883

Informationen v. Dr. Michael Krassnigg (Neffe)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.), Widerstand und Verfolgung l in Wien 1934-1945. Eine Dokumentation. 3 Bde., 1984, Bd.2, Wien


Verfasserin der Biografie: Karin Nusko