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Stephanie Memelauer, geborene Nedwed
Widerstandskämpferin

Geb.: Kaltenleutgeben, NÖ 8.10.1897
Gest.: Enschede (Niederlande) 26.4.1967

Ehemann: Franz Memelauer (gest. 8.11.1964)

Stephanie Memelauer lebte mit ihrem Mann Franz, der aus Erwerbsgründen nach Holland ausgewandert war, und ihren zwei Töchtern in der Stadt Hengelo. Franz Memelauer, der nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht in der Widerstandsbewegung aktiv war, wurde im Juni 1941 verhaftet. In der Folge war er in den Konzentrationslagern Neuengamme, Sachsenhausen, Berlin-Lichterfelde und Oranienburg interniert. Stephanie Memelauer, die sich nun mit ihren Kindern allein durchzuschlagen hatte, fand 1943 über den Widerstandskämpfer Jules Haeck Anschluss an die Widerstandsbewegung. Zu ihren Aufgaben gehörte die Unterstützung von Angehörigen inhaftierter Freiheitskämpfer ebenso wie die Unterbringung geflüchteter französischer Kriegsgefangener sowie die Verteilung von Flugschriften. Im letzten Kriegsjahr fanden insgesamt rund dreißig abgeschossene alliierte Piloten Unterschlupf bei Stephanie Memelauer, die verpflegt und in Sicherheit gebracht werden mussten. Auch ihre fünfzehnjährige Tochter beteiligte sich an der Untergrundarbeit.

Franz Memelauer kehrte nach der Befreiung gesundheitlich schwer gezeichnet im Jänner 1946 zu seiner Familie zurück. Von den holländischen Behörden erhielt das Ehepaar wegen seiner Verdienste im Widerstand eine Rente zugesprochen. Stephanie Memelauer wurde überdies mit einer Medaille der englischen Royal Air Force für Hilfe an abgeschossene Piloten, mit dem französischen Croix de Guerre mit silbernem Stern sowie mit der amerikanischen Medal of Freedom Bronze Palm ausgezeichnet. 1964 verwitwet, starb sie 1967 in Enschede.

Quellen:
DÖW 107, DÖW 632, DÖW 6430
Auskunft Andreas de Valk, Österreichische Botschaft, Den Haag, Dezember 2009


Bearbeiterin der Biografie: Christine Kanzler