Interkulturelle Kommunikation

Walter Schicho  (walter.schicho@univie.ac.at)
 

Der Begriff "Interkulturelle Kommunikation" wurde zum ersten Mal von Edward T. Hall in seinem Buch The silent language (1959) verwendet.

Die Probleme und Erfahrungen, die sich ergeben, wenn PartnerInnen über kulturelle und soziale Distanz hinweg kommunizieren, wurden aber lange vorher immer wieder angesprochen. Oft geschah dies im Vorwort zu Grammatiken aussereuropäischer Sprachen oder auch in Reiseführern.

Als Interkulturelle Kommunikation (IK) bezeichnen wir die "Interaktion von Personen aus unterschiedlichen Kulturen", wobei in den meisten Fällen die Kultur eines Aktionspartners den Kontext (setting) für die Kommunikation bestimmt; transkulturelle Forschung befasst sich hingegen mit komperativen Studien bestimmter Formen der Kommunikation in vielfältigen Kulturen. Das Wissen aus dem transkulturellen Vergleich ist einer der Faktoren, die zur Verbesserung der interkulturellen kommunikativen Kompetenz beitragen.

Interkulturelle Kommunikation ist meist deutlich asymmetrisch. Es ist der oder die "Fremde", der/dem die Verantwortung für das "Andersein" aufgebürdet wird und von denen erwartet wird, dass sie sich angleichen und eine "neue Sprache" lernen.

Im ungleichen Diskurs zwischen Mächtigen und Schwachen - zwischen Erwachsenen und Kindern etwa oder zwischen Kolonisatoren und Kolonisierten - werden die Schwachen gezwungen, die schwere Verständigungsarbeit zu leisten.
 
 


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