Welches sind die Ursachen, daß so viele Eheleute nicht glücklich leben?”

Die­se Fra­ge wur­de in einem im Jahr 1805 in Wien publi­zier­ter Ehe­rat­ge­ber for­mu­liert. Als Ant­wort erstell­te der Ver­fas­ser des Buchs eine ‘Top-Ten-Lis­te’:

1) Mangel an guter christlicher Erziehung. 2) Vernachläßigung des täglichen Gebeths. 3) Mangel an Tugend und Gedult, an gefälliger schonender Liebe. 4) Der übermäßige, und dann zum Ekel gewordene Genuß ehelicher Liebe. 5) Die daraus entstandene herrschende Lüsternheit nach Abwechslung. 6) Der Müßiggang. 7) Die nie zu befriedigende Neigung zur Kleiderpracht, zu immerwährenden Unterhaltungen, Spielen, und derley Geld und Zeit und Tugend verzehrenden Tändeleyen. 8 ) Die daraus entstehende Schuldenlast, oder die bittere Vorstellung: "wie werden wir in der Folge unsere Gläubiger befriedigen? Wo Brod, Kleidung u.s.w. für uns und unsere Kinder hernehmen?" 9) Mangel an der großen Lebensweisheit: Herr über seine Neigungen zu seyn, und gerne zu entbehren, was man nicht leicht haben kann. 10) Falsche Begriffe von dem Ehestande und dessen Pflichten.

aus: Guter Rat über die wich­tigs­ten Punk­te des Ehe­stan­des so wohl in mora­li­scher als phy­si­scher Rück­sicht. Ein nütz­li­ches Geschenk für Braut­leu­te, wel­che im Ehe­stan­de wahr­haft glück­lich zu leben wün­schen, Wien 1805, 104-105.