Literatur:Die Gedanken sind frei -Lieder der Brienzer Maedchen

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Die Gedanken sind frei ·
Lieder der Brienzer Mädchen
Anonym (Autor) · Bern 1780 ()

Herausgeber:  · Verlag:  · (Ed)
ISBN/ISBN13:/ · ISSN:
Sprache: Deutsch · Version: v1.00 (Volltext)
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Anonym: Die Gedanken sind frei . In: eLib.at (Hrg.), 20. November 2018. URL: http://elib.at/
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 · Lyrik · Liedtext ·
Freiheitslied · Kampflied · Arbeiterlied · Politikwissenschaft · Geschichte
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Volltext


Die Gedanken sind frei ist eine deutsche Volksweise. Der oder die Verfasser sind nicht bekannt.


Text des Liedes

Es gibt einige verschiedene Fassungen des Liedtextes, diese sind im Folgenden mit rechteckigen Klammern angegeben:

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Sie
fliegen [fliehen] vorbei, wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger
sie (er)schießen
mit Pulver und Blei, [es bleibet dabei:] die Gedanken sind frei.
Ich denke, was ich will und was mich beglücket,
doch alles in der Still' und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren [Mein Wunsch, mein Begehren] kann niemand verwehren [mir wehren],
es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!
Und sperrt man mich ein im [in] finsteren Kerker,
das alles
sind rein [das sind] vergebliche Werke;
[Ich spotte der Pein und menschlicher Werke.]
denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei: Die Gedanken sind frei.
Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen [absagen]
und will
mich [dich] auch nimmer mit Willen verklagen [Grillen mehr plagen].
Man kann ja im Herzen, stets lachen und scherzen
und denken dabei: Die Gedanken sind frei.
Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allem [allen]
sie tut mir allein am besten gefallen
Ich bin [sitz] nicht alleine bei meinem [einem] Glas Weine
mein Mädchen dabei: die Gedanken sind frei. [es bleibet dabei:] die gedanken sind frei!!!


Geschichte

Um 1780 wurde dieser Text zum ersten Mal auf Flugblättern veröffentlicht. Im Zeitraum zwischen 1810 und 1820 wurde zum ersten Mal eine Melodie aufgeschrieben und in dem Buch „Lieder der Brienzer Mädchen“, das in Bern in der Schweiz erschienen ist, gedruckt. Im Jahr 1842 wird die Weise in dem Buch „Schlesische Volkslieder“ von Hoffmann Richter veröffentlicht.

Der Grundgedanke des Liedes findet sich jedoch schon viel früher bei den Minnesänger im deutsch-österreichischen Donauraum. So meint Walther von der Vogelweide (1170-1230): "Sind doch Gedanken frei", Dietmar von Aist im 12. Jahrhundert: "Die Gedanken, die sind ledig frei" oder Freidank im 13. Jahrhundert "Diu bant mac nieman vinden, diu mine gedanke binden."

Später wurde zu dem ursprünglich vierstrophigem Lied eine weitere Strophe hinzugefügt. Heute variiert jedoch die Reihenfolge der Strophen und ist nicht mehr eindeutig festgelegt. Während der Deutschen Revolution (1848/1849) und der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurde das Lied verboten.

Zu trauriger Berühmtheit gelangte das Lied durch Maria Scholl, einem Mitglied der Weißen Rose, einer Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus. Man sagt, daß es ihr während der Verhaftung ihres Vaters durch die Gestapo geholfen haben soll. Im Juni 1942 wurde die Gruppe gegründet und bestand bis zum Februar 1943. Die Mitglieder der Weißen Rose verfassten, druckten und verteilten unter Lebensgefahr insgesamt sechs Flugblätter, in denen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde. Die unter anderem auch in Köln, Stuttgart, Berlin und Wien verteilten Flugschriften verursachten Aufsehen und führten zu einer intensivierten und letztlich leider erfolgreichen Fahndung nach den Urhebern.


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