Literatur:Gedichte - Anastasius Gruen

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Grün Anastasius (Autor) · ()

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Grün Anastasius: Gedichte {{{ARTIKELTITEL}}}. In: eLib.at (Hrg.), 19. Januar 2019. URL: http://elib.at/
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Anastasius Grün


Gedichte




Botenart

Der Graf kehrt heim vom Festturnei, Da wallt an ihm sein Knecht vorbei.

Hallo, woher des Wegs, sag an! Wohin, mein Knecht, geht deine Bahn?

"Ich wandle, daß der Leib gedeih, Ein Wohnhaus such ich mir nebenbei."

Ein Wohnhaus? Nun, sprich grad heraus, Was ist geschehn bei uns zu Haus?

"Nichts Sonderlichs! Nur todeswund Liegt Euer kleiner weißer Hund."

Mein treues Hündchen todeswund! Sprich, wie begab sich's mit dem Hund?

"Im Schreck Eur Leibroß auf ihn sprang, Drauf lief's in den Strom, der es verschlang."

Mein schönes Roß, des Stalles Zier! Wovon erschrak das arme Tier?

"Besinn ich recht mich, erschrak's davon, Als von dem Fenster stürzt' Eur Sohn."

Mein Sohn? Doch blieb er unverletzt? Wohl pflegt mein süßes Weib ihn jetzt?

"Die Gräfin rührte stracks der Schlag, Als vor ihr des Herrleins Leichnam lag.

Warum bei solchem Jammer und Graus, Du Schlingel, hütest du nicht das Haus?"

"Das Haus? Ei, welches meint Ihr wohl? Das Eure liegt in Asch und Kohl'!

Die Leichenfrau schlief ein an der Bahr, Und Feuer fing ihr Kleid und Haar.

Und Schloß und Stall vermodert im Wind, Dazu das ganze Hausgesind!

Nur mich hat das Schicksal aufgespart, Euch's vorzubringen auf gute Art."


Das Blatt im Buche

Ich hab eine alte Muhme, Die ein altes Büchlein hat, Es liegt in dem alten Buche Ein altes, dürres Blatt.

So dürr sind wohl auch die Hände, Die einst im Lenz ihr's gepflückt. Was mag doch die Alte haben? Sie weint, so oft sie's erblickt.


Der Deserteur

Auf der Hauptwacht sitzt geschlossen Des Gebirges schlanker Sohn, Morgen frühe wird erschossen, Der dreimal der Fahn entflohn.

Heute gönnten mit Erbarmen Sie ihm Wein und Prasserkost; Doch in seiner Mutter Armen Gibt und nimmt er letzten Trost:

"Mutter, seht, die närrschen Leute Heischten Treu und Eid mir ab, Die ich doch, und nicht erst heute, Meiner lieben Sennin gab!

Soll mein Blut dem Fürsten geben, Mag wohl sein ein guter Mann; Doch er fordre nicht mein Leben! Was blieb' Euch, o Mutter, dann?

Eures Hauptes Silberflocken, Acker schirmen, Hof und Haus Und der Liebsten goldne Locken, Füllt's nicht schön ein Leben aus?

Hoch von langen Stangen wallten Fetzen Tuchs, drauf sie recht fein Ein geflügelt Raubtier malten; Und da sollt ich hintendrein!

Dem Gevögel Adlern, Geiern, War ich doch mein Lebtag gram; Schoß manch einen, der zu Euern Und der Liebsten Herden kam!

Über eine blanke Schachtel Spannten sie ein Eselsfell: Weich Gedröhn, statt Lerch und Wachtel, Die im Korn einst schlugen hell!

Trommellärm trieb mich von dannen, Alphorn rief mich zu den Höhn, Wo die grünen, duftgen Tannen, Meine echten Fahnen, wehn!

Unserm Küster lauscht ich lieber Mit dem tapfern Fiedelstrich, Während vom Gebirg herüber Süßrer Klang mein Ohr beschlich!

In zweifarbig Tuch geschlagen, Knebelten mich Spang und Knopf, Einen Höcker sollt ich tragen Und als Hut solch schwarzen Topf!

Besser läßt, das sieht doch jeder, Mir der grüne Schützenrock, Auf dem Hut die Schildhahnfeder, Stutzen auch und Alpenstock!

Wachtstehn sollt ich nachts vor Zelten! Lullt mein Wachen sie in Ruh? Legt der Herr den mir geschmälten Schlummer wohl dem ihren zu?

Besser als durch mich geborgen Stellt in Himmels Schutz ich sie; Und vor Liebchens Haus am Morgen Stand als Ehrenwacht ich früh.

Morgen, wenn die Schüsse schüttern, Mutter, denkt, daß fern von Euch Im Gebirg bei Hochgewittern Mich erschlug ein Wetterstreich!

Besser will mir's so behagen! Kann doch auf den Lippen treu Euren, ihren Namen tragen, Wie der blühndsten Rosen zwei!"

Und der Morgen stieg zur Erde; Unter laubgem Blütenbaum Ruht die Sennin; ihre Herde Weidet rings am Bergessaum.

Horch! Im Talgrund Büchsenknalle, Daß, aus seinem Morgentraum Aufgeschreckt vom rauhen Halle, Bang und zitternd lauscht der Baum!

Aus der Krone losgerüttelt Taumeln Blütenflocken hin, Tropfen Taus, wie Tränen, schüttelt Er aufs Haupt der Sennerin!

Und entsunken sind zur Stunde In dem Tale, grün und frei, Einem roten Jünglingsmunde Wohl der blühndsten Rosen zwei.


Der Verlobten

Wenn deine Hochzeit nahet, Leg' ich ins Grab mich hinein; Dann fließt doch keine Träne In euren Freudenwein.

Dann lacht dir keiner ins Antlitz, Wenn Treue du versprichst; Brauchst dich nicht zu verstecken, Wenn du den Brautkranz flichtst.

Und hast du zu wenig Blumen, Um sie durch den Kranz zu ziehn; Geh nur zu meinem Grabe, Da werden wohl einige blühn.


Einem Pädagogen

Der Gärtner denkt nicht mehr der frühern Sorgen, Wenn seine Blumen blühen; Der Pflüger auch vergaß der alten Mühen, Wenn er sein Korn geborgen; Des Tages Last versüßt es dem Gemüthe, Das klug von jenen lernte, Beim Pflanzen schon zu denken an die Blüthe, Beim Säen an die Ernte.


Im Bade

Ach, könnt' ich die Welle sein, Wie freut' ich mich so! Doch könnt' ich die Quelle sein, Wär' doppelt ich froh! Könnt' ich die Welle sein, Hüpft' ich mit frohem Sinn, Wo sie im Bade weilt, Rasch zur Geliebten hin; Hätte sie schnell ereilt, Wogte mit stillem Gruß Rasch um den lieben Fuß, Blähte mich stolzer dann, Schwölle und stieg' hinan Bis an des Busens Rund, Bis an den Purpurmund, Grüßte und küßte sie, Kos'te und neckte sie, Und sie erlitt' es gern, Glaubt' ja, ich seh' es nicht, Glaubt' mich ja fern!

Könnt' ich die Quelle sein, Ganz nach Verlangen Wäre sie mein; Liebend umfangen Wollt' ich die Holde, Aber so bald nicht Ließ' ich sie los. Dann zu dem Herzchen Rauscht' ich empor, Pochte und schlüge Rege daran, Pochte und früge Liebend mich an. -

Dann zu den Händen Wogt' ich dahin; Aber das Ringlein, Das sie als fremder Seligkeit Pfand Trägt an der kleinen Blendenden Hand, Wollt' ich ihr raubend Tief in der Wogen Nächtliche Brandung Heimlich verbergen; Rauschte zur Hand dann Wieder hinan, Und nur mein Ringlein Ließ' ich daran.


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