Fitch, Tecumseh
ERC Advanced Grant für das Forschungsprojekt METRA
Zum Projekt
Der menschliche Geist liebt hierarchische Strukturen – dies zeigt sich in der sprachlichen Syntax, der musikalischen Harmonik, in sozialen Strukturen und vielen weiteren Bereichen. Doch woher kommt diese Vorliebe und wird sie von Tieren geteilt? Obwohl hierarchische Kognition als zentraler Aspekt des menschlichen Geistes gilt, bleibt ihre Evolution rätselhaft und findet sich in tierischer Kommunikation kaum wieder. Das Projekt METRA geht von der Hypothese aus, dass metrische Rhythmen in Sprache, Musik und Tanz eine einfachere Art dieser hierarchischen Baumstruktur darstellen – aufgebaut in der Zeit. Diese einfachere Struktur weist vermutlich eher Parallelen zur Kognition und Kommunikation von Tieren auf.
In METRA verbindet Tecumseh Fitch theoretische Ansätze aus Musikwissenschaft, metrischer Phonologie und Evolutionsbiologie in einem vergleichenden Rahmen und untersucht nicht nur den Menschen, sondern auch Vögel, Primaten und Seelöwen. Die Forschung stützt sich auf fünf Methoden: EEG-Aufzeichnungen während Sprache, Musik und Tanz; Studien zur Tierkognition; sprachvergleichende Forschung mittels Elektroglottographie (EGG); Korpusanalysen tierischer Kommunikation sowie menschlichen Gesangs und menschlicher Lyrik; und Untersuchungen zur intermodalen Synchronisation zwischen Lautäußerungen und visuellen Reizen. METRA wird das wissenschaftliche Verständnis rhythmischer Kognition auf eine neue Ebene heben und neue Einblicke in die hierarchische Kognition liefern – einen zentralen Aspekt des menschlichen Geistes.