Ausserladscheider, Valentina
ERC Starting Grant für das Forschungsprojekt STRANDED
Zum Projekt
Wie wirtschaftliche Akteure auf wirtschaftliche Schäden durch Klimawandel reagieren
Der Klimawandel verursacht bereits heute erhebliche wirtschaftliche Schäden und wird die globalen Verluste in den kommenden Jahrzehnten weiter drastisch erhöhen. Besonders betroffen sind Regionen, deren Wirtschaft auf natürlichen Ressourcen basiert – etwa Skitourismusgebiete mit immer kürzeren Wintern oder Küstenregionen, die durch den Meeresspiegelanstieg und häufigere Extremwetterereignisse unter Druck geraten. Gleichzeitig reagieren Gesellschaften sehr unterschiedlich auf vergleichbare Risiken: Während manche Regionen weiterhin in gefährdete Infrastrukturen investieren, ziehen sich andere aus denselben Märkten zurück.
In ihrem ERC-geförderten Projekt STRANDED untersucht die Wirtschaftssoziologin Valentina Ausserladscheider, warum wirtschaftliche Akteur*innen auf ähnliche Klimarisiken so unterschiedlich reagieren. Das Projekt zeigt, dass solche Verluste nicht allein ökonomisch bestimmt sind, sondern wesentlich durch kulturelle Identitäten, politische Machtverhältnisse und institutionelle Strukturen geprägt werden. STRANDED verbindet Soziologie, Politische Ökonomie und Umweltwissenschaften in einem interdisziplinären Forschungsansatz. Durch den Vergleich klimaexponierter Tourismusregionen im globalen Norden entwickelt das Projekt eine neue theoretische Perspektive darauf, wie Gesellschaften wirtschaftliche Risiken wahrnehmen und darauf reagieren. Ziel ist es, die sozialen Ursachen von Fehlanpassung und unzureichendem Klimaschutz besser zu verstehen und wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für eine widerstandsfähige und zukunftsfähige Regionalentwicklung bereitzustellen.