Muschik, Eva-Maria
ERC Starting Grant für das Forschungsprojekt SHOCKAGE
Zum Projekt
Wendepunkt des „Nord-Süd-Konflikts“ neu beleuchtet: Maßnahmen wie Deregulierung, Privatisierung und Liberalisierung (sogenannte Strukturanpassungen) wurden historisch – vor dem Hintergrund von wirtschaftspolitischen Zwängen und Schocks – oft als alternativlos dargestellt. Tatsächlich war diese Politik aber heftig umstritten. In ihrem ERC geförderten Projekt Shockage untersucht die Historikerin Eva-Maria Muschik die globale Geschichte der "Strukturanpassung" in den 1980er Jahren.
Dabei werden Auseinandersetzungen auf verschiedenen Ebenen analysiert: zwischen Staaten (v.a. mit Blick auf die „Gruppe der 77“, einem Zusammenschluss von Staaten des Globalen Südens innerhalb der UN) in internationalen Finanzinstitutionen (Weltbank und Internationaler Währungsfonds, die als Verfechter der Strukturanpassung nachhaltig in Kritik gerieten), auf nationaler Ebene in Bolivien (das als globales Paradebeispiel für diese Politik gehandelt wurde) sowie in aktivistischen Kreisen in Ost- und Westdeutschland (als Vorlauf der Globalisierungskritik der 1990er und 2000er Jahre). Dabei geht es um die Handlungsspielräume unterschiedlicher Akteure und die Alternativen, die formuliert und diskutiert wurden. So soll ein wichtiger Wendepunkt in der jüngeren Zeitgeschichte und der Geschichte des "Nord-Süd-Konflikts" neu beleuchtet und besser verstanden werden.