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Malerei und Skulptur im Westlichen Himalaya

Innerhalb der geographischen Grenzen des Territoriums, das von den Königen von Purang-Guge regiert wurde, haben nur wenige Klöster mit einer Dekoration aus dem 10.-12. Jh.n.Chr. überlebt. Sowohl Wand- und Miniaturmalerei als auch die Stuck- oder Tonskulpturen aus dieser Periode weisen alle ein gemeinsames Formenrepertoire und ikonographisches Programm auf.

Entwicklung der Malkunst im westlichen Himalaya

Die früheste Malerei von Tabo (spätes 10. Jh.n.Chr.) ist noch stark durch Einflüsse der Kunst Zentralasiens - verbreitet ├╝ber Pilgerrouten und Handelswege - und eine provinzialische Note charakterisiert.

Der sogenannte indo-tibetische Stil hat sich erst Anfang des 11. Jh.n.Chr. entfaltet und entwickelt ein homogenes Erscheinungsbild in den mit der Herrscherdynastie assoziierten Monumenten. Diese Malerei, die sich heller intensiver Farbe bedient und effektvoll durch Goldverzierung und plastischen Dekor verstärkt wird, ist bestrebt ein Abbild der himmlischen, lichtdurchfluteten Welt zu vermitteln. Das Körperideal der Figuren und die Darstellung von Thron- oder Palastarchitektur finden ihre Vorbilder in der Kunst Kaschmirs. Der ovale Gesichtstypus mit dem spitzen Haaransatz, der sanft geschwungene Torso und der symmetrische Faltenverlauf oder das Patchwork-muster des Mönchsgewandes lassen stilistische Gemeinsamkeiten mit frühen Skulpturen aus Kaschmir erkennen.

Nach der intensiven Schaffensperiode und den regen künstlerischen Aktivitäten der vorangegangen Jahrhunderte, wurde die Kunstproduktion im 13.-14. Jh.n.Chr. beträchtlich eingeschränkt. Ein bemaltes textiles Rollbild (thang-ka), vermutlich aus Tabo, mit der Darstellung des Buddha Amitabha ist eines der raren Beispiele dieser Kunstgattung aus dieser Zeit.

Erst Anfang des 15. Jh.n.Chr. erfuhr die sakrale Kunst eine neuerliche Belebung. Diese Renaissance brachte eine Vielzahl an qualitativ hochwertigen Malereien und Tempelausstattungen hervor. Das ikonographische Programm und der stilistische Manierismus orientieren sich hierbei vor allem an der indo-tibetischen Kunst des 11. Jh.n.Chr.

Faszination Skulptur

In nahezu allen buddhistischen Monumenten der gesamten westtibetischen Region und Ladakhs findet man bemalte Ton- oder Stuckskulpturen. Diese repräsentieren das Hauptthema der Tempeldekoration und befinden sich meistens in den Hauptnischen des sakralen Schreins. Die polychromen Skulpturen haben in den letzten Jahrhunderten zahlreiche Veränderungen und Ausbesserungen erfahren und wurden meist mehrfach übermalt. Sowohl die überlebensgroßen Stuckskulpturen von Tabo und Alchi als auch kleine Altarfiguren aus Bronze oder Holz sind Objekte der Verehrung im buddhistischen Ritus und werden oft mit prachtvollen Gewändern und Zeremonientüchern (kha-btags) geschmückt.