Aktuelles

17.2.2020: Diversitätsorientierter Deutschunterricht

Im Rahmen des 3. Arbeitstreffens der AG Inklusion & Gender im SDD (Symposium Deutschdidaktik) werden diesmal zum Thema „Diversitätsorientierter Deutschunterricht“ spannende literatur-, medien- und sprachdidaktische Zugänge zu Inklusion und Gender vorgestellt und diskutiert.

Ort: Seminarraum 6, Hauptgebäude Universität Wien

Zeit: 17. Februar 2020, 9.00 -16.30 Uhr

AGInklusionGender-TreffenWien17022020

Workshop Sprachwissenschaftliche Dissertationsprojekte 2020

Am 23. und 24. April 2020 findet der 10. Workshop „Sprachwissenschaftliche Dissertationsprojekte der Wiener Germanistik and friends“ statt. Der Workshop soll den Doktorand_innen der germanistischen Linguistik (und angrenzender Fachbereiche) in Wien die Möglichkeit eröffnen, ihre Dissertationsprojekte zu präsentieren und ausführlich miteinander zu diskutieren. Außerdem soll das Treffen dem Ausbau des Netzwerks der sprachwissenschaftlichen Doktorand_innen des Instituts für Germanistik dienen. Weitere Informationen und den Call for Papers finden Sie auf der Website des Netzwerks.

Vorträge am 16.01.2020

Donnerstag, 16.01.2020, 9:45 bis 11:15 Uhr

Universitätsring 1, Hörsaal 7, 1010 Wien

Gastvortrag: Dr. Dörthe Uphoff (Universidade de São Paulo)

Deutschunterricht in Brasilien: Geschichte und aktuelle Perspektiven

In diesem Vortrag möchte ich zunächst auf die wechselhafte Geschichte des Deutschunterrichts in Brasilien eingehen, um darauf aufbauend aktuelle Herausforderungen des schulischen Fremdsprachenunterrichts zu erläutern und die Bedeutung der deutschen Sprache in diesem Kontext zu diskutieren. Im brasilianischen Schulgesetz wird Fremdsprachen leider nur sehr wenig Platz eingeräumt, was zur Folge hat, dass viele BrasilianerInnen lediglich geringe Fremdsprachenkenntnisse in der Schule erwerben. Eine Ausnahme bilden hier die teuren Privatschulen des Landes, in denen ein intensives mehrsprachiges Curriculum oft einen Schwerpunkt darstellt. Welche Auswirkungen diese Situation hat und welche Rolle die deutsche PASCH-Initiative „Schulen – Partner der Zukunft“ dabei spielt, soll im Weiteren erörtert werden.

 

MMag. Dr. Yasmin El-Hariri (Universität Wien)

Lernendenperspektiven auf das Sprachenlernen in Online-Tandems

Sprachenlernen im (Online-)Tandem ist ein Ansatz, bei dem zwei Personen mit unterschiedlichen Sprachen von- und miteinander lernen, wodurch unter anderem Ängste abgebaut und Selbstsicherheit beim Verwenden einer neuen Sprache gefördert werden sollen.

In diesem Vortrag möchte ich Einblicke in mein Dissertationsprojekt (2014-2017) zu Lernendenperspektiven in videobasierten Online-Tandems geben. Dazu werden zunächst theoretische Grundlagen sowie Prinzipien des Tandemlernens kurz erläutert. Nach einem Überblick zum aktuellen Forschungsstand werden unterschiedliche Projekte, die an der Universität Wien durchgeführt wurden, vorgestellt. Den Kern der Präsentation bilden Einblicke in meine eigenen Forschungsaktivitäten im Rahmen einer Kooperation zwischen Lernenden in Österreich und Kolumbien. Anhand ausgewählter Forschungsschwerpunkte gehe ich zunächst auf die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Lernenden ein; daraufhin ermöglichen es Videoaufzeichungen und -transkriptionen, uns direkt in die Lernendenperspektive hineinzuversetzen und so tiefe Einblicke in das Geschehen während der Tandemsitzungen zu erhalten. Abschließend werden in einem Ausblick mögliche weiterführende Forschungsfragen diskutiert.

Vortrag am 09.01.2020

emer. o. Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Krumm

Sprachliche Unterstützung von MigrantInnen / Flüchtlingen: Zwei Projekte des Europarats

Donnerstag, 09.01.2020, 9:45 bis 11:15 Uhr

Universitätsring 1, Hörsaal 7, 1010 Wien

Vorgestellt werden zwei Projekte, mit denen der Europarat seinen Mitgliedern Anregungen und Hilfen zur sprachlichen Unterstützung von (erwachsenen) Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen gibt: Der Vortrag informiert über die Entstehungsgeschichte dieser Projekte, ihre Leitlinien ebenso wie die Ergebnisse im Kontext der sprachenpolitischen Arbeit des Europarats: Die entstandenen Webseiten/ Materialien werden in Aufbau und Funktion erläutert.

Stefan Krammer, Julia Malle (Hg.): Inklusion. Deutschunterricht der Vielfalt. ide – Informationen zur Deutschdidaktik (4/2019)

Diese ide-Heft setzt sich mit dem Begriff und dem Konzept der Inklusion auseinander und greift damit ein Thema auf, das gegenwärtig wieder politische Brisanz erfährt. Es geht der Frage nach, welchen Beitrag eine inklusive Deutschdidaktik leisten kann, welche theoretischen Erkenntnisse berücksichtigt werden müssen und wie diese praktisch konkretisiert werden können.

For Sale: Kommodifizierung in der Gegenwartskultur

Symposium der ARGE „Kulturelle Dynamiken“ der Österreichischen Forschungsgemeinschaft

09. – 10. Jänner 2020
Sky-Lounge der Universität Wien
Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien

Programm als PDF

Das siebte Symposium der ARGE Kulturelle Dynamiken untersucht die Ausdehnung populärer Kommerzsysteme auf den gesamten Kulturbetrieb, wie Artefakte der gewerblichen Produktvermarktung unterliegen (museale Einrichtungen als ›emotionale Produkte‹, Adaptierung von Bestsellercovern auf kanonisierte Literatur, Klassik CD-Covers in populärer Aufmachung, neue Konzertformate). Analysiert werden sollen der Begriff der Kulturbörse und der Neoliberalisierung des Kunstbetriebs, z.B. im Hinblick auf Einschaltquoten, Rankings und Voting-Verfahren populärer Shows oder medial groß aufgezogener Wettbewerbe.

Aus touristischer, kulturökonomischer, geschichtlicher und sozialanthropologischer Sicht ist die Veränderung der Lebensstruktur durch Kommodifizierung regionaler/nationaler Eigenschaften (Brauchtum, Tracht) zu untersuchen. Esoterik und Spiritualität als erwerbliche Produkte sind im Kontext von Religionsforschung, Geschichts- und Musikwissenschaft zu beleuchten; um die Kommerzialisierung des Körpers in Medizin, Sport, Schönheitsindustrie, Fitness und Wellness besser zu verstehen, bedarf es der Zusammenarbeit einer ganzen Reihe von Disziplinen. Der Körper ist zum boomenden Kommerzartikel avanciert. Wie verhalten sich spektakuläre Prognosen vom Rohstoff und Warenlager Mensch zur tatsächlichen Forschung und Praxis in den Naturwissenschaften (Transplantationsmedizin, Reproduktionsmedizin, Leihmütter, Genforschung, etc.)? Welche Ängste und Hoffnungen liegen dem Geschäft mit Gesundheit, Jugend und Schönheit zugrunde? Wie wird das Ideal des gesunden Körpers kommerzialisiert (health data, quantified self)? Die Privatisierung von Öffentlichkeit und natürlichen Ressourcen (z.B. Wasser, genetisch verändertes Saatgut, etc.) erlangt im Zuge ihrer kommerziellen Nutzung eine existenzielle Brisanz, die für kulturtheoretische Fragen geöffnet werden soll.

In enger Verbindung mit dem Drang, Vergangenes zu bewahren, steht die Digitalisierung aber auch die Fetischisierung von Geschichte: Beispiele liefert die Versteigerung historischer Alltagsgegenstände (ein rezentes Beispiel: Reitunterhose Kaiser Franz-Josefs; Handtaschen von Margaret Thatcher und Hüte von Lady Di). Hier münden wiederum Fragen der Memorialisierung und der Delokalisierung herein, zum Beispiel mit dem käuflichen Erwerb historischer Gegenstände (Trümmer der Concorde als Souvenirs, Reste der Berliner Mauer in Schmuck gefasst oder als Gebrauchsgegenstände umfunktioniert), welche die Museumsbesucher aus dem Museumsshop mit nach Hause nehmen. Gleicht nicht die Jagd auf Souvenirs der Jagd nach Trophäen und Raritäten, die zur Entwicklung der frühneuzeitlichen Wunderkammern führte?

Auf diesen Fragen aufbauend will das Symposium unter dem Motto »For Sale« die Verschränkungen von Kommodifizierung, aktuellen Praktiken und lebensweltlichen Erfahrungen in der Gegenwartskultur aufzeigen.

Caroline Pichler (1769-1843): Religion, Nation und Gender

Gastvortrag Anke Gilleir (Katholieke Universiteit Leuven)

Freitag, 13. Dezember 2019, 13:15 Uhr

Hörsaal 30, Hauptgebäude, 1. Obergeschoss, Stiege 7