Aktuelles

Ist ‚wissenschaftliches Schreiben‘ eigentlich eine Frage des Stils?

Gastvortrag Prof. Dr. Dr. hc. Konrad Ehlich (FU Berlin / LMU München)

Mittwoch, 26. Juni 2019, 16:45 – 18:15 Uhr

Hörsaal 41, Hauptgebäude, 1. Stock, Stiege 8

Wissenschaftliches Schreiben stößt in der letzten Zeit zunehmend auf ein zuvor so noch nicht gekanntes Interesse. Das betrifft die Universität als Ort der Lehre wie als Ort der Forschung. Es betrifft zugleich den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Öffentlichkeit.

Die selbstverständliche Unterstellung, dass Studierende beim Übergang von der Schule in die Universität über eine hinreichende schriftsprachliche Qualifizierung für die dort auf sie zukommenden Aufgaben und Anforderungen verfügen, hat sich als offensichtlich falsch herausgestellt. Wie sieht eine solche Qualifizierung aber aus? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wird wissenschaftliches Schreiben selbst zum Gegenstand wissenschaftlicher Analyse. Linguistische und sprachpsychologische Forschung ebenso wie die germanistische, die DaFund die Hochschuldidaktik befassen sich damit. Dabei wird gern auf ein Inventar von Begriffen zurückgegriffen, die besonders aus dem Bereich der Rhetorik bzw. der Stilistik entnommen werden.

In dem Vortrag wird es darum gehen, solche Konzeptualisierungen im Licht einer Theorie der Wissenschaftskommunikation auf ihre Erkenntnis- wie auf ihre Verkennungspotentiale hin zu untersuchen und konkrete Vermittlungsaufgaben in Bezug auf das wissenschaftliche Schreiben – nicht zuletzt für das Deutsche als fremde Wissenschaftssprache – näher zu bestimmen.

Es ist keine Voranmeldung nötig.

Informationen bei Mag. Matthias Prikoszovits

Die Antrittsvorlesung: Wiener Universitätsreden der Philosophischen Fakultät

Buchpräsentation: Thomas Assinger, Elisabeth Grabenweger, Annegret Pelz (Hg.)
Die Antrittsvorlesung : Wiener Universitätsreden der Philosophischen Fakultät
Göttingen : V&R unipress, 2019 (Zum Buch)

Mittwoch, 19. Juni 2019, 18:30 Uhr

Schreyvogelsaal, Hofburg, Batthyanystiege

Nach der Eröffnung durch Dekanin Melanie Malzahn (Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät) und der Präsentation des Bandes durch die HerausgeberInnen werden vier Antrittsvorlesungen exemplarisch vorgestellt:

  • Elisabeth Grabenweger: Erich Schmidt, Wege und Ziele der deutschen Litteraturgeschichte (1880)
  • Wolfgang L. Reiter: Ludwig Boltzmann, Die Prinzipien der Mechanik (1902) und Ein Antrittsvortrag zur Naturphilosophie (1903)
  • Friedrich Stadler: Moritz Schlick, Einführung in die Naturphilosophie (1922)
  • Birgit Peter: Heinz Kindermann, Theaterwissenschaft als Lebenswissenschaft (1943)

„Aber wohin kommen wir denn da?“

Arthur Schnitzlers „Reigen“, seine Orte und ein Preis
Buchpräsentation Reigen : Historisch-kritische Ausgabe (2019)

6. Juni 2019, 19 Uhr, Das Kasino am Schwarzenbergplatz, Schwarzenbergplatz 1, Wien
Karten

Der Preis

René Pollesch ist nach Franzobel, Gert Jonke und Kathrin Röggla der vierte Träger des von der Arthur Schnitzler-Gesellschaft verliehenen und zu gleichen Teilen von Stadt Wien und Bundeskanzleramt finanzierten Arthur-Schnitzler-Preises. Mit ihm wird „ein herausragender Repräsentant zeitgenössischen Theaters geehrt, dessen gesellschaftsdiagnostische Stücke sich gegen etablierte Macht- und Diskursstrukturen wenden.“

Neben Hans Mrak, Kathrin Röggla und Daniela Strigl gehörte der Jury auch Ronald Pohl an, der die Laudatio halten wird.

Reigen

Die Verleihung des Arthur-Schnitzler-Preises erfolgt gemeinsam mit der Präsentation des neuen Bandes der von Konstanze Fliedl verantworteten Wiener historisch-kritischen Arthur-Schnitzler-Ausgabe, die an der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften entsteht. Reigen erscheint 2019 in zwei Bänden bei de Gruyter, herausgegeben von Marina Rauchenbacher und Konstanze Fliedl.

Schon unmittelbar nach der Publikation als Privatdruck im Jahr 1900, dann verstärkt ab der Erstveröffentlichung im Wiener Verlag 1903 und schließlich im Besonderen nach der Uraufführung in Berlin Ende 1920 und der ersten österreichischen Aufführung 1921 sorgte Reigen für Aufruhr und führte zu einem der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts. Dabei zeigte sich auf beunruhigende und gleichsam symptomatische Weise der zunehmende Antisemitismus. Das Buch wurde verboten, Aufführungen wurden gestürmt, Prozesse folgten, Schnitzler wurde diffamiert.

Anhand der Orte im Stück können sozialgeschichtliche und machtpolitische Themen, die Reigen eindrucksvoll diskutiert, in besonderer Weise nachvollzogen werden. Auch Rezeption und Skandalisierung des Stücks lassen sich entlang bestimmter Orte rekonstruieren und in einen größeren historischen Kontext einordnen. Das gilt genauso für die kriegsbedingten ‚Reisen‘ der Handschriften von Wien über Großbritannien in die USA und schließlich wieder zurück nach Europa.

Unter dem Titel „Aber wohin kommen wir denn da?“ lesen Alina Fritsch, Dorothee Hartinger und Daniel Jesch bekannte und unbekannte Texte aus und zu Reigen und seinen Orten. Die Lesung wurde zusammengestellt von Marina Rauchenbacher und Eva Schörkhuber.

Architektur aus Sprache : Korrespondenzen zwischen Literatur und Baukunst 1890-1930

Buchpräsentation: Univ.-Prof. Dr. Roland Innerhofer
Architektur aus Sprache : Korrespondenzen zwischen Literatur und Baukunst 1890-1930
Berlin : Erich Schmidt, 2019 (Zum Buch)

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. habil. Eva Horn

Dienstag, 4. Juni 2019, 20:15 Uhr

Seminarraum 1 Germanistik, Hauptgebäude, 1. Zwischengeschoss, Stiege 7a

Was die Architekturtheorie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte – die Bedeutung von Raumwahrnehmung und Raumgefühl – spielte für die literarische Architekturdarstellung immer schon eine zentrale Rolle. Ausgehend von dieser Annäherung der beiden Künste verknüpft dieses Buch erstmals die Geschichte der modernen Architekturtheorie mit der Architekturthematik in ausgewählten literarischen Werken des frühen 20. Jahrhunderts.

Die gegenseitige Erhellung und Irritation von Sprach- und Baukunst rückt kanonische Werke der klassischen Moderne, von Paul Scheerbart, Hans Henny Jahnn, Alfred Kubin, Franz Kafka, Alfred Döblin, Thea von Harbou bis zu Robert Musil, in ein neues Licht. So stabilisieren architektonische Strukturen nicht mehr Identitäten und Bedeutungen und vermitteln keinen äußeren oder inneren Halt, sondern erscheinen als unzugänglich, rätselhaft und bedrohlich. Durch ihre Andersartigkeit regt die Architektur die Literatur dazu an, Möglichkeitsräume zu imaginieren: Spielräume des Unvorhergesehenen und Unvorhersehbaren

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der VDA Theory and Methodology in the Humanities organisiert.

Vom inkludierenden zum exkludierenden Imperialnarrativ Österreichs

Peter Handkes ‚jugoslawischer‘ Paradigmenwechsel“
Gastvortrag Boris Previšić, Universität Luzern

Donnerstag, 6. Juni 2018, 11:30 Uhr

Seminarraum 1, Hauptgebäude, Tiefparterre

Peter Handke hat sich spätestens mit seiner „Winterlichen Reise“ 1996 politisch überworfen. Das mag man mit Bedauern zu Kenntnis nehmen. Doch bisher weitgehend unbeachtet geblieben sind die poetologischen Gründe dafür: zum einen die Hinwendung zum Gegenständlichen, zum anderen die Geschichtsschreibung einer longue durée – welche zwei unterschiedliche imperiale Vermächtnisse Österreichs aufgreift: in der „Wiederholung“ (1986) die Doppelmonarchie des langen 19. Jahrhunderts, im „Bildverlust“ (2002) das Habsburgerreich der Frühen Neuzeit. So verschieden die Vermächtnisse sind, so prägend sind sie für Handkes Imagination von Kulturbegegnung und Kulturkonflikt.

Boris Previšić ist SNF-Förderprofessor für Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Luzern, hat zu Hölderlins Rhythmus 2008 promoviert und sich zur literarischen Rezeption der postjugoslawischen Kriege 2014 habilitiert.

Institutstagung 2019

Institutstagung der Germanistik 2019 am 3.-5. Juni 2019

 

Programm

Programm als PDF

Montag, 3. Juni 2019

 

13:00-13:30 Uhr
Ort: BIG Hörsaal, Hauptgebäude, Tiefparterre
Ankommen und Begrüßung durch Dekanin Melanie Malzahn und durch den Institutsvorstand Matthias Meyer

 

13:30-15:00 Uhr
Moderation: İnci Dirim

  • Daniel Pfurtscheller: Zitieren als multimodale Praktik
  • Anne Diehr: „Wir sind geschafft“ – Kollektive Identitätsarbeit im Rahmen der Flüchtlingsthematik
  • Doris Pokitsch: Die Relevantsetzung von Sprache als Differenzkategorie. Oder: Was ist eigentlich deine Muttersprache?

 

Kaffeepause

 

15:30-17:00 Uhr
Moderation: Arno Dusini

 

19:00-21:00 Uhr
Ort: Hörsaal 32, Hauptgebäude, Stiege 9, 1. Obergeschoss

  • Michael Lentz: Organon der Ekphrasis. Klärung einiger Begriffe zur spezifischen Beziehung von Literatur und bildender Kunst. 1. Vorlesung im Rahmen der Ernst-Jandl-Dozentur

 

Dienstag, 4. Juni 2019

 

9:00-10:30 Uhr
Ort: Aula, Campus Altes AKH, Hof 1, Spitalgasse 2-4
Moderation: Daniela Strigl

  • Alexandra N. Lenz & Team: Neues vom SFB „Deutsch in Österreich“
  • Manuela Lanwermeyer: Neurodialektologie: Zum Einfluss von Dialektkontakt auf Sprachverarbeitung und Sprachwandel
  • Michael Hammerschmid: Netzwerk Lyrik. Kleines Manifest für die Komplexität des Gedichts im Kontext

 

Kaffeepause

 

11:00-12:30 Uhr
Moderation: Ursula Klingenböck

  • Günther Stocker, Hajo Boomgaarden: Bücher am Bildschirm. Zur Digitalisierung des Lesens
  • Isabel Kranz: Literaturwissenschaftliche Pflanzenstudien
  • Elke Krotz: Die deutsche Philologie und das „Deutsche salernitanische Arzneibuch“: zwei Verfallsstudien

 

Mittagspause

 

14:00-15:30 Uhr
Moderation: Roland Innerhofer

  • Wolfgang Straub, Claudia Dürr: Schubert schreiben. Text-Musik-Transpositionen bei Werner Kofler
  • Christian Aspalter: Lesen und lesen lernen in digitalen Kontexten
  • Karen Schramm: Der europäische Referenzrahmen für Literalität und Zweitsprachen. Konzeptuelle Skalen- und Deskriptoren-Entwicklung

 

Kaffeepause

 

16:00-16:45 Uhr
Posterpräsentationen I mit Buffet
Moderation:
Lydia Miklautsch

 

18.00-18.45
Posterpräsentationen II mit Buffet
Moderation:
Lydia Miklautsch

  • Oksana Havryliv: Wissenschaftskommunikation als Brücke zur Gewaltprävention
  • Roman Kabelik: Entgrenzte Subjekte: Beweglichkeiten und Lokalisierungen in der deutschsprachigen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts
  • Matthias Prikoszovits: Berufsbezogener DaF-Unterricht im Wandel
  • Alexandra Millner, Eva Schobel: Albert Drach Werke. Studienausgabe III: Dramen, Hörspiele, Essays, späte Prosa
  • Hanna Möller, Mireille Marr, Michal Dvorecký: Fremdsprachenlernen in medialer Umgebung. Dargestellt am Beispiel von Rosetta Stone®
  • Sebastian Thome: Metapolitik – Die Neue Rechte und ihr Kampf um die Episteme

 

20:15 Uhr
Ort: Seminarraum 1, Institut für Germanistik, Hauptgebäude, Stiege 7a, 1. Zwischengeschoss

 

Mittwoch, 5. Juni 2019

 

9:00-10:30 Uhr
Ort: Marietta Blau Saal, Hauptgebäude, Stiege 10, 1. Obergeschoss
Moderation: Wynfrid Kriegleder

  • Sunanda Mahajan: Germanistik in Indien
  • Dennis Wegener: Der Adler und der Löwe – Ein unbekanntes Lobgedicht auf Maximilian und den Landshuter Erbfolgekrieg
  • Gernot Wimmer: Robert Musil. Modernekritik und Fortschrittsskepsis. Typologien der Wiener Spätmoderne

 

Kaffeepause

 

11:00-12:30 Uhr
Moderation: Maria Weichselbaum

 

Mittagspause

 

14:00-15:30 Uhr
Moderation: Konstanze Fliedl

Matthias Meyer: Was lehrt das Edieren einer Chronik über mittelalterliches Erzählen?
Laura Tezarek: Zur digitalen Edition von Andreas Okopenkos Tagebüchern
Franz M. Eybl: Medialität und Lebenswissen um 1700. Wissenszirkulation an der Schwelle zur Aufklärung

 

Kaffeepause

 

16:00-17:30 Uhr
Moderation: Julia Malle

  • Christina Misar-Dietz: Gender und Inferenzbildung. Prozesse des Figurenverstehens bei Schüler_innen
  • Imelda Rohrbacher: Von Herrscherweisheit und Liebesboten – Salomo-Figuren der Aufklärung bei Klopstock, Gleim und Goethe
  • Peter Ernst: Namen bei Nestroy am Beispiel von „Lumpazivagabundus“

 

ab 19:00 Uhr
Institutsheuriger beim Fuhrgassl-Huber

Ökonomisches Wissen und Literatur/Vermittlung

Am 23. Mai 2019 findet im Fachdidaktischen Zentrum ein Projektsondierungstreffen zum Thema „Ökonomisches Wissen und Literatur/Vermittlung“ statt. TeilnehmerInnen sind Univ.-Prof.in Uta Schaffers und Mag.a Nicole Matters von der Universität Koblenz/Landau, Dr. Dieter Merlin, MMag.a Christina Misar-Dietz und Dr.in Marion Löffler von der Universität Wien und Dr.in Sabine Zelger von der KPH Wien/Krems. Weitere ProjektpartnerInnen sind Dr.in Amália Kerekez der Universität Elte in Budapest sowie Dr. Georg Spitaler vom VGA.

Irritation & Staunen

Irritation und Staunen im Rahmen literarästhetischer Rezeptionsprozesse
Gastvortrag Prof. Dr. phil. Ricarda Freudenberg, Pädagogische Hochschule Weingarten

Mittwoch, 29. Mai 2019, 11:30-13:00 Uhr

Hörsaal 33, Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7