Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Forschungs- und Lehrgegenstand des Fachbereichs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist die unterrichtliche und nicht-unterrichtliche Aneignung des Deutschen durch Personen mit anderen Erstsprachen im Kontext von Mehrsprachigkeit unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, sprachlicher, institutioneller und politischer Rahmenbedingungen, sowohl inner- als auch außerhalb der amtlich deutschsprachigen Regionen. Im Detail geht es vor allem um die Bearbeitung eines breiten Spektrums von Aspekten der didaktisch-methodischen Gestaltung von verschiedenen Unterrichtskonzepten und der Professionalisierung von angehenden und praktizierenden Lehrkräften in der Schul- und Erwachsenenbildung, wobei im Zuge einer interdisziplinären Herangehensweise unterschiedliche theoretische Grundlagen herangezogen werden.

Variation im Deutschen: Grundlagen und Vorschläge für den Regelunterricht

Buchpräsentation: Variation im Deutschen : Grundlagen und Vorschläge für den Regelunterricht
Monika Dannerer, İnci Dirim, Marion Döll, Hanna Grabenberger, Kevin Rudolf Perner, Maria Weichselbaum
Münster : Waxmann, 2021

20. September 2021, 16-18 Uhr
Hörsaal 03, Hauptgebäude, Tiefparterre

Kurzvortrag „Einführung in die Variation des Deutschen“ Univ.-Prof. Dr. Lars Bülow, Universität Wien

Kurzvortrag „Einordnung des Bandes in den Fachdiskurs“ Prof. Dr. Anja Wildemann, Universität Koblenz-Landau

Vorstellung Variation im Deutschen: Grundlagen und Vorschläge für den Regelunterricht durch das Autor*innenteam

Programm und Hinweise zur Teilnahme als PDF

Hans-Barkowski-Preis an Nadja Thoma

Der Verein JenDaF e. V. vergibt seit 2019 jährlich den Hans-Barkowski-Preis. Er richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen in den Forschungsfeldern Mehrsprachigkeit, Migration oder Interkulturelle Begegnung. Ein Bezug zum Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist ausdrücklich erwünscht. Ausgezeichnet wird eine innovative wissenschaftliche Arbeit, die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht worden ist.

Für das Jahr 2020 wird Frau Dr. Nadja Thoma mit ihrer Dissertation „Sprachliche Heterogenität und Bildung in Migrationsgesellschaften. Eine rekonstruktive Studie zu Sprachbiographien von Germanistikstudent*innen“ ausgezeichnet. Betreut wurde die Arbeit von Univ.-Prof.in Dr.in Bettina Dausien und Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim, M.A.

Wir gratulieren herzlich!

Website JenDaF e. V.

Universitäre Redefreiheit und Wahrheitsanspruch

Ein Spannungsverhältnis und seine Gestalt in Zeiten aktueller Konjunktur des Nationalistischen

 

Online-Symposium
Mi. 28. April 2021, 16:00-20:00 Uhr
Anmeldung unter: nicole.irmler@univie.ac.at
Anmeldefrist: 28.02.2021

Einladung und Programm

 

Die Reihe Verantwortung der Universität

Im November 2018 fand im Rahmen der Reihe Verantwortung der Universität die Veranstaltung „Die zunehmende kulturelle Legitimität nationalistischer Positionen – Gesellschaftspolitische Verantwortung der Wissenschaft“ statt. Wir möchten mit dem Symposium „Universitäre Redefreiheit und Wahrheitsanspruch“ daran anknüpfen und dazu einladen, die Auseinandersetzung mit dem Thema „Verantwortung der Universität“ an unterschiedlichen universitären und außeruniversitären Orten der Wissensproduktion weiter zu verfolgen und im Rahmen kleinerer und größerer Veranstaltungen öffentlich zu thematisieren. Wir wünschen uns, dass von unserer überfachlichen Veranstaltung ein Impuls ausgeht, der zukünftige Aktivitäten zu dem Thema an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen disziplinären Ausrichtungen und in unterschiedlichen intellektuellen Konstellationen zur Frage der Verantwortung der Universität, der Wissenschaft, der Kunst, der Intellektuellen in dieser Zeit erstarkender nationalistischen und rechtsextremen Denkens und Handelns anregt.

Initiator*innen:

Univ.-Prof.in Dr.in Bettina Dausien (Univ. Wien, Inst. für Bildungswissenschaft)
Univ.-Prof.in Dr.in İnci Dirim (Univ. Wien, Inst. für Germanistik)
Univ.-Prof. Dr. Paul Mecheril (Univ. Bielefeld, Fak. für Erziehungswissenschaft)

Mitorganisierende:

Dr.in Assimina Gouma
Mag.Nicole Irmler (Univ. Wien, Inst. für Germanistik)
Ass.-Prof. Dr. Hannes Schweiger (Univ. Wien, Inst. für Germanistik & ZLB)

 

Call for Papers: „Deutsch und Kommunikation in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Österreich“

Bitte beachten Sie diesen Call for Papers für ein Sonderheft mit Österreich-Schwerpunkt der Zeitschrift SpriB (Sprache im Beruf).

Vorträge am 16.01.2020

Donnerstag, 16.01.2020, 9:45 bis 11:15 Uhr

Universitätsring 1, Hörsaal 7, 1010 Wien

Gastvortrag: Dr. Dörthe Uphoff (Universidade de São Paulo)

Deutschunterricht in Brasilien: Geschichte und aktuelle Perspektiven

In diesem Vortrag möchte ich zunächst auf die wechselhafte Geschichte des Deutschunterrichts in Brasilien eingehen, um darauf aufbauend aktuelle Herausforderungen des schulischen Fremdsprachenunterrichts zu erläutern und die Bedeutung der deutschen Sprache in diesem Kontext zu diskutieren. Im brasilianischen Schulgesetz wird Fremdsprachen leider nur sehr wenig Platz eingeräumt, was zur Folge hat, dass viele BrasilianerInnen lediglich geringe Fremdsprachenkenntnisse in der Schule erwerben. Eine Ausnahme bilden hier die teuren Privatschulen des Landes, in denen ein intensives mehrsprachiges Curriculum oft einen Schwerpunkt darstellt. Welche Auswirkungen diese Situation hat und welche Rolle die deutsche PASCH-Initiative „Schulen – Partner der Zukunft“ dabei spielt, soll im Weiteren erörtert werden.

 

MMag. Dr. Yasmin El-Hariri (Universität Wien)

Lernendenperspektiven auf das Sprachenlernen in Online-Tandems

Sprachenlernen im (Online-)Tandem ist ein Ansatz, bei dem zwei Personen mit unterschiedlichen Sprachen von- und miteinander lernen, wodurch unter anderem Ängste abgebaut und Selbstsicherheit beim Verwenden einer neuen Sprache gefördert werden sollen.

In diesem Vortrag möchte ich Einblicke in mein Dissertationsprojekt (2014-2017) zu Lernendenperspektiven in videobasierten Online-Tandems geben. Dazu werden zunächst theoretische Grundlagen sowie Prinzipien des Tandemlernens kurz erläutert. Nach einem Überblick zum aktuellen Forschungsstand werden unterschiedliche Projekte, die an der Universität Wien durchgeführt wurden, vorgestellt. Den Kern der Präsentation bilden Einblicke in meine eigenen Forschungsaktivitäten im Rahmen einer Kooperation zwischen Lernenden in Österreich und Kolumbien. Anhand ausgewählter Forschungsschwerpunkte gehe ich zunächst auf die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Lernenden ein; daraufhin ermöglichen es Videoaufzeichungen und -transkriptionen, uns direkt in die Lernendenperspektive hineinzuversetzen und so tiefe Einblicke in das Geschehen während der Tandemsitzungen zu erhalten. Abschließend werden in einem Ausblick mögliche weiterführende Forschungsfragen diskutiert.

Vortrag am 09.01.2020

emer. o. Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Krumm

Sprachliche Unterstützung von MigrantInnen / Flüchtlingen: Zwei Projekte des Europarats

Donnerstag, 09.01.2020, 9:45 bis 11:15 Uhr

Universitätsring 1, Hörsaal 7, 1010 Wien

Vorgestellt werden zwei Projekte, mit denen der Europarat seinen Mitgliedern Anregungen und Hilfen zur sprachlichen Unterstützung von (erwachsenen) Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen gibt: Der Vortrag informiert über die Entstehungsgeschichte dieser Projekte, ihre Leitlinien ebenso wie die Ergebnisse im Kontext der sprachenpolitischen Arbeit des Europarats: Die entstandenen Webseiten/ Materialien werden in Aufbau und Funktion erläutert.

Intersektionale Perspektiven auf Othering in Bildungskontexten

Prof.in Dr.in Christine Riegel (Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Wien)

Montag, 2. Dezember 2019, 09:45 Uhr

Hörsaal 50, Hauptgebäude, 2. Obergeschoss, Stiege 8

Gastvortrag im Rahmen der Vorlesung Einführung in DaF/Z

In diesem Beitrag werden Prozesse des Othering im Bildungskontext beleuchtet und rekonstruiert. Es wird danach gefragt, wie es in pädagogischen Kontexten (wie Schule, Jugendarbeit, politische Bildungsarbeit) durch Praxen und Diskurse der Grenzziehung, der Besonderung und der Normalisierung zu Prozessen der Diskriminierung, Ausgrenzung und Unterwerfung kommen kann, so dass (beabsichtigt oder nicht) bestehende Differenzordnungen von Dominanz und Unterordnung (immer wieder neu) hergestellt, abgesichert und reproduziert werden.

Vor diesem Hintergrund, dass auch Pädagogik und Bildung widersprüchlich in gesellschaftliche Machtverhältnisse involviert und verstrickt ist, wird das Potenzial von Intersektionalität als Perspektive der Analyse, Reflexion, Kritik und Veränderung im Bereich von Forschung und Bildungspraxis diskutiert.

Kontakt: Hannes Schweiger

Gastvortrag am 10.12.2019

Gastvortrag:

Dr. Nicole Schumacher (Humboldt Universität zu Berlin)

„Interaktion in Videokonferenzen für Deutsch als Fremdsprache: Perspektiven für die Lerner- und Lehrersprachenanalyse“

Dienstag, 10. Dezember 2019, 15 Uhr
Universitätsring 1
Seminarraum I Germanistik, 1. Stock/Unterteilung, Stiege 7a (über Stiege 9)
1010 Wien

Informationen und Anmeldung bei Mag. Dr. Matthias Prikoszovits

Gastvortrag am 30.10.2019

Gastvortrag:

Prof. Dr. Makiko Hoshii (Waseda Universität Tokio)

Entwicklungstendenzen in der Lernersprache – Abweichungen von der Zielsprache oder zielsprachliche „disfluency“?

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 16 Uhr
Porzellangasse 4, Stiege 2, 4. Stock, Raum 404
1090 Wien
Abstract: Abstract Gastvortrag Hoshii

Informationen und Anmeldung bei Mag. Dr. Matthias Prikoszovits (matthias.prikoszovits@univie.ac.at)

Lernen aus neurowissenschaftlicher Perspektive

Erkenntnisse für den DaF/DaZ-Bereich
Gastvortrag PD Dr.in habil Marion Grein (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Donnerstag, 3. Oktober 2019, 9.45-11.15 Uhr
Hörsaal 30, Hauptgebäude, 1. Stock, Stiege 7

Der Hueber Verlag und das Institut für Germanistik der Universität Wien laden zum Vortrag von PD Dr.in habil Marion Grein ein, in dem auf anschauliche Weise erläutert wird, wie das Lernen aus neurobiologischer Perspektive vonstattengeht. Vorgestellt werden dabei auch die Methoden der neurobiologischen Forschung. Wie lernt das Gehirn? Was beeinflusst den Lernerfolg?  Deutlich wird dabei, dass Lernen etwas sehr Individuelles ist und jeder Mensch über sehr spezifische Lernstile verfügt. Gezeigt wird ebenfalls, wie diese Erkenntnisse in den Fremdsprachenunterricht übertragen werden können.

Marion Grein ist habilitierte Leiterin des Masterstudiengangs Deutsch als Fremdsprache an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Sprachlehrforschung (Neurodidaktik), Sprachtypologie, Interkulturelle Kommunikation sowie Multimedia und E-Learning. Weiterbildungen bietet sie sowohl im In- als auch im Ausland an, derzeit mit dem Schwerpunkt Neurodidaktik.

Der Vortrag findet in Zusammenarbeit mit dem Hueber Verlag statt.

Die Anmeldung für den Vortrag erfolgt hier.

Organisation an der Universität Wien: Michal Dvorecký, PhD.

Professuren

  • İnci Dirim
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
    Institutsvorständin
  • Karen Schramm
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Ass.-Prof. · Assoz. Prof. · ao. Univ.-Prof.

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (post doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (prae doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (Projekte)

Lehrbeauftragte

Emeriti · Im Ruhestand

Portrait

Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache

Das Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache (DaF) widmet sich linguistischen, didaktisch-methodischen, kultur- und literaturbezogenen Fragen des fremdsprachlichen Deutschunterrichts. Zentrales Anliegen ist es zur Qualitätsentwicklung des DaF-Unterrichts weltweit beizutragen, indem beispielsweise Impulse für den handlungsorientierten DaF-Unterricht mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und für die erfahrungsbasierte, reflexive Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen erarbeitet werden. Dabei steht der schulische und universitäre Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Zentrum der Forschungsanstrengungen, aber auch Erwachsenenbildung und Elementarbildung sind wichtige Forschungsfelder. Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien versteht sich dabei im Hinblick auf historische, konzeptuelle und insbesondere empirische Forschung sowie auch Lehrpersonenaus- und -weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache als Partner in der internationalen Zusammenarbeit von Germanistik- bzw. Deutsch-als-Fremdsprache-Abteilungen und misst der Förderung von Nachwuchswissenschaftler*innen besondere Bedeutung bei.

Ansprechpartnerin für Deutsch als Fremdsprache: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache

Das interdisziplinäre Fachgebiet Deutsch als Zweitsprache befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile für migrationsresultierend zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche und Erwachsene reduziert werden können. Dabei werden unterschiedliche Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche in den Blick genommen; es werden Modelle der Unterstützung der Aneignung des Deutschen entwickelt und evaluiert. Hierfür werden linguistische Grundlagen und Rahmenbedingungen wie Sprachwandel in der Migrationsgesellschaft untersucht. Ziel ist es, dazu beizutragen, die Gleichstellung von Menschen, die sich Deutsch als eine Zweitsprache aneignen, mit solchen, die Deutsch als Erstsprache sprechen, zu erreichen. Da die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile auch durch die Nutzung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit reduziert werden können, werden auch methodisch-didaktische Vorgehensweisen zur Verwendung und Nutzung der Migrations- bzw. Minderheitensprachen im Unterricht ausgearbeitet bzw. reflektiert. Um soziale bzw. subjektivierende Effekte der vorgeschlagenen Maßnahmen (auch in selbstreflexiver Absicht) in den Blick nehmen zu können, werden machttheoretische Wissenschaftstraditionen herangezogen und für den jeweiligen Gegenstand adaptiert. Da Sprache nie losgelöst von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann und faktisch sowie symbolisch für die Regulierung von Zugehörigkeiten benutzt wird, kommen weitere wissenschaftliche Perspektiven zum Einsatz, die diese Verknüpfungen zu verstehen ermöglichen, etwa rassismuskritische. Da der Begriff „Deutsch als Zweitsprache“ als Bezeichnung für den persönlichen Sprachbesitz inferiorisierende Effekte für als DaZ-SprecherInnen geltende Personen nach sich ziehen kann, ist er mit Bedacht zu verwenden. Jenseits didaktischer und methodischer Notwendigkeiten der Verwendung des Begriffs „Deutsch als Zweitsprache“ ist Deutsch Deutsch, unabhängig davon, ob jemand diese Sprache als Erst- oder Zweitsprache verwendet und in jeglicher Perspektive gleichermaßen wertvoll. Ansprechpartnerin für Deutsch als Zweitsprache: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim

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