Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Forschungs- und Lehrgegenstand des Fachbereichs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist die unterrichtliche und nicht-unterrichtliche Aneignung des Deutschen durch Personen mit anderen Erstsprachen im Kontext von Mehrsprachigkeit unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, sprachlicher, institutioneller und politischer Rahmenbedingungen, sowohl inner- als auch außerhalb der amtlich deutschsprachigen Regionen. Im Detail geht es vor allem um die Bearbeitung eines breiten Spektrums von Aspekten der didaktisch-methodischen Gestaltung von verschiedenen Unterrichtskonzepten und der Professionalisierung von angehenden und praktizierenden Lehrkräften in der Schul- und Erwachsenenbildung, wobei im Zuge einer interdisziplinären Herangehensweise unterschiedliche theoretische Grundlagen herangezogen werden.

Aktuelles

Einladung zum Gastvortrag von Frau Prof. Dr. Claire Kramsch (11.12.2017)

Wir laden ein zum Gastvortrag

„Wie eine französische
Germanistin dazu kam, in den USA Deutsch zu unterrichten und dabei eine
ganz andere Forschungsrichtung einschlug“ – Eine persönliche Retrospektive über eine etwas außergewöhnliche
Laufbahn

von
Prof. Dr. Claire Kramsch
(UC Berkeley)

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten und findet statt am

Montag, den 11. Dezember 2017
9.45 – 11.15 Uhr
Hörsaal 50

Universität Wien
Hauptgebäude (2.Stock, Stiege 8)
Universitätsring 1
1010 Wien

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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Symposium Fremdsprachenforschung 11.12.2017

Durch den Urwald der Datenanalyse zum Meer der Theorie. Junge Fremdsprachenforschung an der Universität Wien

Seminarraum am Institut für Ethik und Recht in der Medizin (Alte Kapelle)
14:30 bis 19:30, Spitalgasse 2-4 / Hof 2.8, 1090 Wien

Im Zuge des Symposiums, das von Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm, Mag. Marlene Aufgebauer und Mag. Matthias Prikoszovits organisiert wird, stellen Promovierende im Bereich Fremdsprachenforschung der Universität Wien anhand von Postern deren Dissertationsprojekte vor. Bei der Veranstaltung wird es zudem Vorträge der Gastprofessorinnen Prof. Dr. Brigitta Busch (Universität Wien), Prof. Dr. Makiko Hoshii (Universität Waseda, Tokio) und Prof. Dr. Claire Kramsch (UC Berkeley) geben. Die Abstracts zu den einzelnen Vorträgen finden Sie im unteren Bereich dieser Ankündigung. Bei einem Ausklang bei Brot und Wein wird es schließlich die Möglichkeit zu Austausch und Vernetzung geben.

Wenn Sie das Symposium als ZuhörerIn besuchen möchten, melden Sie sich bitte unter matthias.prikoszovits@unvie.ac.at an.

Abstract Brigitta Busch

Abstract Makiko Hoshii

Abstract Claire Kramsch

 

 

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Team

Portrait

Publikationen Studium-Allgemeines Studieren & Lehren im Ausland

Zentrale Arbeitsfelder

Der Fachbereich untergliedert sich in zwei zentrale Arbeitsbereiche: Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache. Der Bereich Deutsch als Fremdsprache widmet sich den linguistischen, didaktisch-methodischen, kultur- und literaturbezogenen Fragen des Deutschunterrichts im nicht-deutschen Sprachraum. Dabei steht der schulische und universitäre Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Zentrum der Forschungsanstrengungen, aber auch Erwachsenenbildung und Kindergarten sind wichtige Forschungsfelder des Arbeitsbereiches. Deutsch als Zweitsprache befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsende Nachteile für migrationsgesellschaftlich zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche und Erwachsene reduziert werden können. Dabei werden unterschiedliche Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche in den Blick genommen; es werden Modelle der Unterstützung der Aneignung des Deutschen entwickelt und evaluiert. Hierfür werden linguistische Grundlagen und Rahmenbedingungen wie Sprachwandel in der Migrationsgesellschaft untersucht.

Aufgaben

Zentrales Anliegen des Arbeitsbereiches Deutsch als Fremdsprache ist es, zur weltweiten Qualitätsentwicklung des Deutsch-als-Fremdsprache-Unterrichts beizutragen, indem entscheidende Impulse beispielsweise für bedarfs- und berufsorientierte Reformen von Germanistik-Studiengängen im nicht-deutschsprachigen Ausland, für die Aus- und Weiterbildung von Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrpersonen sowie auch für die weltweite Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Kultur an Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen erarbeitet werden. Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien versteht sich dabei im Hinblick auf historische, konzeptuelle und insbesondere empirische Forschung sowie auch Lehrpersonenaus- und -weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache als Partner in der internationalen Zusammenarbeit von Germanistik- und Deutsch-als-Fremdsprache-Abteilungen und misst der Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen besondere Bedeutung bei. Ziel für den Bereich Deutsch als Zweitsprache ist es, dazu beizutragen, die Schlechterstellung, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene mitunter erfahren, die sich das Deutsche als weitere Sprache aneignen, zu verringern. Da die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile auch durch die Nutzung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit reduziert werden können, werden auch methodisch-didaktische Vorgehensweisen zur Verwendung und Nutzung der Migrations- bzw. Minderheitensprachen im Unterricht ausgearbeitet bzw. reflektiert. Da Sprache nicht losgelöst von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann und faktisch sowie symbolisch für die Regulierung von Zugehörigkeiten benutzt wird, kommen weitere wissenschaftliche Perspektiven zum Einsatz, die diese Verknüpfungen zu verstehen ermöglichen, etwa rassismuskritische.

Zur Geschichte

Zum Sommersemester 1993 wurde am Institut für Germanistik der erste österreichische Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache mit Hans-Jürgen Krumm als „Studienversuch Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ eingerichtet und damit das bis dahin nur außerhalb der Universitäten existierende Fachgebiet auch in der universitären Lehre und Forschung etabliert. Während es in Deutschland bereits seit Beginn der Arbeitsmigration erste Lehrstühle, Institute und Studiengänge für DaF gab, hängt die österreichische Gründung mit der Ostöffnung und dem dort entstandenen Bedarf nach einer Modernisierung des Deutschunterrichts und den Kooperationswünschen der Auslandsgermanistik, soweit sie sich als Fremdsprachenphilologie versteht, zusammen. Die Etablierung des Faches in Österreich kann in bisher vier Phasen eingeteilt werden. Die Anfänge (1993 bis 1998) gelten als „start-up-Phase“, in der die ersten inner- und außeruniversitären Aktivitäten gesetzt wurden, wie die Mitarbeit bei der Etablierung des ÖSD (1995), des Österreich Instituts (1997), eines neuen Ausbildungskonzepts für Auslandlektoren und der Beginn der Auslandspraktika 1995. Dieses Programm wird bis heute vom Wissenschaftsministerium und dem OeAD unterstützt und schickt mittlerweile jährlich etwa 60 Studierende in 50 Länder. Seit dessen  Beginn haben etwa 700 Studierende dieses Praktikum absolviert. Die zweite Phase von 1999-2005 kann als „Konsolidierungsphase“ von DaF/Z in Österreich gesehen werden. DaF/Z wurde durch die „Übung DaZ“ fester Bestandteil des Germanistik-Studiums, das bis heute äußerst nachgefragte 24-Stunden-Modul als Möglichkeit einen DaF/Z-Schwerpunkt im Studium zu setzen, wurde entwickelt. Die Periode von 2006-2010 kann als „Verankerung des Faches im Germanistikstudium“ angesehen werden. DaF/Z ist seit damals mit zwei Lehrveranstaltungen (Proseminar+Vorlesung) im Bachelor-Studium Deutsche Philologie vertreten. Darüber hinaus wurde ein Masterstudium DaF/DaZ entwickelt, das im Wintersemester 2008/09 implementiert wurde. 2010 wurde Prof. İnci Dirim als DaZ-Professorin berufen. 2010 wurde der Lehrstuhlinhaber Prof. Hans-Jürgen Krumm emeritiert, Prof. Karen Schramm aus Leipzig trat 2014 seine Nachfolge an. Inhaltlich hat sich auch auf Grund der politischen Situation das Fach (DaF und DaZ) mehr und mehr etabliert, und ist seit 2009 mit damals 29 Studierenden inzwischen zum meist nachgefragten Masterstudium der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät geworden.

(Renate Faistauer)

Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache

Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache widmet sich den linguistischen, didaktisch-methodischen, kultur- und literaturbezogene Fragen des Deutschunterrichts im nicht-deutschen Sprachraum. Dabei steht der schulische und universitäre Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Zentrum der Forschungsanstrengungen, aber auch Erwachsenenbildung und Kindergarten sind wichtige Forschungsfelder des Arbeitsbereiches. Zentrales Anliegen ist es, zur weltweiten Qualitätsentwicklung des Deutsch-als-Fremdsprache-Unterrichts beizutragen, indem entscheidende Impulse beispielsweise für bedarfs- und berufsorientierte Reformen von Germanistik- Studiengängen im nicht-deutschsprachigen Ausland, für die Aus- und Weiterbildung von Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrpersonen sowie auch für die weltweite Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Kultur an Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen erarbeitet werden. Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien versteht sich dabei im Hinblick auf historische, konzeptuelle und insbesondere empirische Forschung sowie auch Lehrpersonenaus- und - weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache als Partner in der internationalen Zusammenarbeit von Germanistik - und Deutsch-als-Fremdsprache-Abteilungen und misst der Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen besondere Bedeutung bei.

Ansprechpartnerin für Deutsch als Fremdsprache: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Arbeitsbereiches Deutsch als Zweitsprache

Das interdisziplinäre Fachgebiet Deutsch als Zweitsprache befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile für migrationsresultierend zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche und Erwachsene reduziert werden können. Dabei werden unterschiedliche Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche in den Blick genommen; es werden Modelle der Unterstützung der Aneignung des Deutschen entwickelt und evaluiert. Hierfür werden linguistische Grundlagen und Rahmenbedingungen wie Sprachwandel in der Migrationsgesellschaft untersucht. Ziel ist es, dazu beizutragen, die Gleichstellung von Menschen, die sich Deutsch als eine Zweitsprache aneignen, mit solchen, die Deutsch als Erstsprache sprechen, zu erreichen. Da die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile auch durch die Nutzung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit reduziert werden können, werden auch methodisch-didaktische Vorgehensweisen zur Verwendung und Nutzung der Migrations- bzw. Minderheitensprachen im Unterricht ausgearbeitet bzw. reflektiert. Um soziale bzw. subjektivierende Effekte der vorgeschlagenen Maßnahmen (auch in selbstreflexiver Absicht) in den Blick nehmen zu können, werden machttheoretische Wissenschaftstraditionen herangezogen und für den jeweiligen Gegenstand adaptiert. Da Sprache nie losgelöst von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann und faktisch sowie symbolisch für die Regulierung von Zugehörigkeiten benutzt wird, kommen weitere wissenschaftliche Perspektiven zum Einsatz, die diese Verknüpfungen zu verstehen ermöglichen, etwa rassismuskritische. Da der Begriff „Deutsch als Zweitsprache“ als Bezeichnung für den persönlichen Sprachbesitz inferiorisierende Effekte für als DaZ-SprecherInnen geltende Personen nach sich ziehen kann, ist er mit Bedacht zu verwenden. Jenseits didaktischer und methodischer Notwendigkeiten der Verwendung des Begriffs „Deutsch als Zweitsprache“ ist Deutsch Deutsch, unabhängig davon, ob jemand diese Sprache als Erst- oder Zweitsprache verwendet und in jeglicher Perspektive gleichermaßen wertvoll. Ansprechpartnerin für Deutsch als Zweitsprache: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim

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