Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Forschungs- und Lehrgegenstand des Fachbereichs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist die unterrichtliche und nicht-unterrichtliche Aneignung des Deutschen durch Personen mit anderen Erstsprachen im Kontext von Mehrsprachigkeit unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, sprachlicher, institutioneller und politischer Rahmenbedingungen, sowohl inner- als auch außerhalb der amtlich deutschsprachigen Regionen. Im Detail geht es vor allem um die Bearbeitung eines breiten Spektrums von Aspekten der didaktisch-methodischen Gestaltung von verschiedenen Unterrichtskonzepten und der Professionalisierung von angehenden und praktizierenden Lehrkräften in der Schul- und Erwachsenenbildung, wobei im Zuge einer interdisziplinären Herangehensweise unterschiedliche theoretische Grundlagen herangezogen werden.

Aktuelles

Forschungskolloquium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Mittwoch, 7. November 2018, 17.00-21.00 Uhr

Zentrum für LehrerInnenbildung, Porzellangasse 4, Seminarraum 2, Erdgeschoß

Das Forschungskolloquium soll Raum und Möglichkeit bieten, uns über aktuelle Entwicklungen unseres Fachs auszutauschen, dieses Mal mit dem Schwerpunktthema LehrerInnenbildung. Wir möchten Sie herzlich einladen, Ihre Expertise und Erfahrungen zu teilen.

Programm

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und den gemeinsamen Austausch und bitten um Anmeldung.

Organisation: Beatrice Müller (beatrice.mueller@univie.ac.at) & Hannes Schweiger (hannes.schweiger@univie.ac.at)

Welche Aussprache ist gut und richtig?

Gastvortrag:

Prof. Dr. Ursula Hirschfeld (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik)

„Welche Aussprache ist gut und richtig? Probleme der Aussprachenormierung im Deutschen“

Dienstag, 27. November 2018
18:30 – 19:30 Uhr
Sensengasse 3a, Hörsaal 1 (1. OG),  Institut für Sprachwissenschaft
1090 Wien Lageplan

Abstract Gastvortrag Hirschfeld

Eine Anmeldung ist nicht nötig, wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Verantwortliche: Dr. Anke Sennema, Fachbereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

 

 

 

Tage der Literaturdidaktik 2018: „Literarisches Lernen im Kontext Sprachlicher Bildung“

Wie kann Literatur zur Förderung und Entwicklung von kritischer Sprachaufmerksamkeit eingesetzt werden? Wie können Ziele und Methoden der Sprachförderung in die Arbeit mit Literatur integriert werden? Welche Möglichkeiten bietet gerade Literatur zur Auseinandersetzung mit individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit? Wie kann der komplexe Zusammenhang zwischen Sprache und Macht in der Gestaltung literarischen Lernens berücksichtigt werden?

Die diesjährigen Tage der Literaturdidaktik widmen sich diesen Fragestellungen mit Blick auf sprachliche Bildung durch literarisches Lernen im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit. Sie bieten einen Einblick in die Bedeutung des literarischen Lernens in sprachlich und kulturell vielfältigen Lernräumen, zeigen mögliche methodisch-didaktische Wege auf und thematisieren Fragen der Literaturauswahl.

Die Veranstaltung ist öffentlich und wendet sich insbesondere an alle Lehrer*innen und in der Lehrer*innenbildung Tätige sowie an alle Literaturdidaktiker*innen, Literaturwissenschaftler*innen und Literaturinteressierte.

Nähere Informationen finden Sie im detaillierten Programm.

Konzeption und Organisation: Hannes Schweiger in Zusammenarbeit mit Dagmar Gilly (BIMM und Pädagogische Hochschule Steiermark) und Sandra Reitbrecht (DiZeTik an der Pädagogischen Hochschule Wien)

Rückfragen bitte an: hannes.schweiger@univie.ac.at

Anmeldung bis 16. Oktober 2018.

 

Gastvortrag

Gastvortrag:

Prof. Dr. Hiram Maxim (Emory University, Atlanta, Georgia, USA)

Inhaltsorientierter Fremdsprachenunterricht durch Genre

Montag, 26. November 2018
13:15 – 14:45 Uhr
Seminarraum 1 (Tiefparterre Hauptgebäude), Stiege 9, Hof 3
Universitätsring 1, 1010 Wien
Abstract: Abstract Gastvortrag Maxim

Für Anmeldungen kontaktieren Sie bitte:

Mag. Matthias Prikoszovits (matthias.prikoszovits@univie.ac.at)

Ringvorlesung: „Mehrsprachigkeit. Chancen und Herausforderungen für Schule und Gesellschaft“

An der Technischen Universität Dresden, der Universität Wien und der Bergischen Universität Wuppertal wird im Wintersemester 2018/2019 eine in Kooperation mit dem Zentrum für Integrationsstudien an der TU Dresden organisierte Ringvorlesung zum Thema „Mehrsprachigkeit. Chancen und Herausforderungen für Schule und Gesellschaft“ durchgeführt. Das Besondere an dieser Vorlesung: Sie findet zeitgleich an allen drei beteiligten Universitäten statt. Alle Interessierten können die Vorlesung online mitverfolgen und mitdiskutieren. Nähere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Michael Dobstadt, Sara Hägi-Mead, Beatrice Müller, Hannes Schweiger

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: hannes.schweiger@univie.ac.at

Programm: [Download Plakat]

10. Oktober: Ulrike Jessner-Schmid (Universität Innsbruck): Dynamik und Komplexität in der Mehrsprachigkeitsforschung (Vorlesung an der TU Dresden) – Aufzeichnung

17. Oktober: Mi-Cha Flubacher (Universität Wien): Mehrsprachigkeit und das neoliberale Sprachenregime (Vorlesung an der Universität Wien) – Aufzeichnung

24. Oktober: Achim Pohlmann (SprInt Wuppertal): Praxisbeispiel Sprach- und Integrationsmittlung. Mehrsprachigkeit als Chance für Integrationsprozess und Arbeitsmarktintegration (Vorlesung an der Universität Wuppertal) – Aufzeichnung

7. November: Aslı Can Ayten (Westfälische Universität Münster): Über das, was Schüler*innen wollen… – In vielen Sprachen lernen?! (Vorlesung an der Universität Wuppertal) – Aufzeichnung

14. November: Jörg Roche (LMU München): Über Mythen und Mehrwerte von Sprachenerwerb und Mehrsprachigkeit (Vorlesung an der TU Dresden) – Aufzeichnung

28. November: Eva Vetter (Universität Wien): Mehr als sprachsensibel: mehrsprachigkeitsorientierte und sprachensensible Ansätze für den Unterricht im Kontext von Mehrsprachigkeit (Vorlesung an der Universität Wien) – Aufzeichnung

5. Dezember: Winfried Thielmann (TU Chemnitz): Wissenschaft – Wissenschaftssprache – wissenschaftliche Mehrsprachigkeit (Vorlesung an der TU Dresden)

12. Dezember: Stefan Freund, Leonie Janssen (Bergische Universität Wuppertal): Mutter Latein, ihre Töchter und alle anderen – Chancen und Perspektiven einer toten Sprache im mehrsprachigen Klassenzimmer (Vorlesung an der Universität Wuppertal)

9. Jänner: Jutta Ransmayr (Universität Wien): Innere Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstsein und sprachliche Identität (Vorlesung an der Universität Wien)

16. Jänner: Heike Roll, Erkan Gürsoy (Universität Duisburg-Essen): Herkunftssprachenunterricht auf dem Prüfstand – Wege zu einer koordinierten Gesamtsprachenbildung (Vorlesung an der Universität Wuppertal)

23. Jänner: Sandra Vlasta (Universität Mainz): Mehrsprachigkeit (in) der Literatur:Literarische Mehrsprachigkeit als Chance und Herausforderung (Vorlesung an der TU Dresden)

30. Jänner: Camilla Badstübner-Kizik (Adam-Mickiewicz-Universität Poznan): Linguistic Landscape – mehrsprachige didaktische Ressourcen vor Ort? (Vorlesung an der Universität Wien)

 

Gastvortrag am 6. Dezember 2018

Gastvortrag:

Prof. Dr. Christian Efing (Bergische Universität Wuppertal)

Theoretische Grundlagen und empirische Zugänge zur berufsweltbezogenen DaF-Förderung“

Donnerstag, 6. Dezember 2018
15:00 – 16:30 Uhr
Hörsaal 2 (Tiefparterre Hauptgebäude), Stiege 5, Hof 3
Universitätsring 1, 1010 Wien
Abstract: Abstract Gastvortrag Efing

Für Anmeldungen kontaktieren Sie bitte:

Mag. Matthias Prikoszovits (matthias.prikoszovits@univie.ac.at)

Gastvortrag am 22. Oktober 2018

Gastvortrag:

Prof. Dr. Wilhelm Grießhaber (Universität Münster)

„Lernersprachenanalyse mit der Profilanalyse

Montag, 22. Oktober 2018
11:30 – 13:00 Uhr
Hörsaal 32 (Hauptgebäude), 1. Stock, Stiege 9
Universitätsring 1, 1010 Wien
Abstract: Abstract Gastvortrag Grießhaber

Es ist keine Voranmeldung nötig.

Informationen bei Mag. Matthias Prikoszovits (matthias.prikoszovits@univie.ac.at)

Gastvortrag am 16. Oktober 2018

Gastvortrag:

Univ.-Prof. Dr. Heike Roll (Universität Duisburg-Essen)

„Sprachliche Bildung und ästhetisches kulturelles Lernen im Zusammenspiel von Schule, Hochschule und Museum

Dienstag, 16. Oktober 2018
11:30 – 13:00 Uhr
Hörsaal 32 (Hauptgebäude), 1. Stock, Stiege 9
Universitätsring 1, 1010 Wien
Abstract: Abstract Gastvortrag Roll

Es ist keine Voranmeldung nötig.

Informationen bei Mag. Matthias Prikoszovits (matthias.prikoszovits@univie.ac.at)

Offener Brief an Bundesminister Faßmann zu aktuellen Entwicklung und den Deutschförderklassen

Der Österreichische Fachverband für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache (ÖDaF), das Netzwerk Sprachenrechte, Verbal sowie Forschende und Lehrende österreichischer Hochschulen und Universitäten in einer Replik auf Bildungsminister Heinz Faßmann –

Offener-Brief-Bundesminister-Faßmann-Deutschfoerderung-20180629

Gastvortrag am 04.06.2018

Gastvortrag von Dr. Ewout van der Knaap (Universiteit Utrecht)

„Graphic Novels im niederländischen DaF-Unterricht“ (04.06.2018, 13:15-14:45, Seminarraum 1, HG)

Um Anmeldung unter matthias.prikoszovits@univie.ac.at wird gebeten.

 

Professuren

  • İnci Dirim
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
    Stellvertretende Institutsvorständin
  • Karen Schramm
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Lehrbeauftragte

Studentische Mitarbeiter*innen

Portrait

Zentrale Arbeitsfelder

Der Fachbereich untergliedert sich in zwei zentrale Arbeitsbereiche: Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache. Der Bereich Deutsch als Fremdsprache widmet sich den linguistischen, didaktisch-methodischen, kultur- und literaturbezogenen Fragen des Deutschunterrichts im nicht-deutschen Sprachraum. Dabei steht der schulische und universitäre Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Zentrum der Forschungsanstrengungen, aber auch Erwachsenenbildung und Kindergarten sind wichtige Forschungsfelder des Arbeitsbereiches. Deutsch als Zweitsprache befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsende Nachteile für migrationsgesellschaftlich zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche und Erwachsene reduziert werden können. Dabei werden unterschiedliche Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche in den Blick genommen; es werden Modelle der Unterstützung der Aneignung des Deutschen entwickelt und evaluiert. Hierfür werden linguistische Grundlagen und Rahmenbedingungen wie Sprachwandel in der Migrationsgesellschaft untersucht.

Aufgaben

Zentrales Anliegen des Arbeitsbereiches Deutsch als Fremdsprache ist es, zur weltweiten Qualitätsentwicklung des Deutsch-als-Fremdsprache-Unterrichts beizutragen, indem entscheidende Impulse beispielsweise für bedarfs- und berufsorientierte Reformen von Germanistik-Studiengängen im nicht-deutschsprachigen Ausland, für die Aus- und Weiterbildung von Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrpersonen sowie auch für die weltweite Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Kultur an Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen erarbeitet werden. Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien versteht sich dabei im Hinblick auf historische, konzeptuelle und insbesondere empirische Forschung sowie auch Lehrpersonenaus- und -weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache als Partner in der internationalen Zusammenarbeit von Germanistik- und Deutsch-als-Fremdsprache-Abteilungen und misst der Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen besondere Bedeutung bei. Ziel für den Bereich Deutsch als Zweitsprache ist es, dazu beizutragen, die Schlechterstellung, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene mitunter erfahren, die sich das Deutsche als weitere Sprache aneignen, zu verringern. Da die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile auch durch die Nutzung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit reduziert werden können, werden auch methodisch-didaktische Vorgehensweisen zur Verwendung und Nutzung der Migrations- bzw. Minderheitensprachen im Unterricht ausgearbeitet bzw. reflektiert. Da Sprache nicht losgelöst von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann und faktisch sowie symbolisch für die Regulierung von Zugehörigkeiten benutzt wird, kommen weitere wissenschaftliche Perspektiven zum Einsatz, die diese Verknüpfungen zu verstehen ermöglichen, etwa rassismuskritische.

Zur Geschichte

Zum Sommersemester 1993 wurde am Institut für Germanistik der erste österreichische Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache mit Hans-Jürgen Krumm als „Studienversuch Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ eingerichtet und damit das bis dahin nur außerhalb der Universitäten existierende Fachgebiet auch in der universitären Lehre und Forschung etabliert. Während es in Deutschland bereits seit Beginn der Arbeitsmigration erste Lehrstühle, Institute und Studiengänge für DaF gab, hängt die österreichische Gründung mit der Ostöffnung und dem dort entstandenen Bedarf nach einer Modernisierung des Deutschunterrichts und den Kooperationswünschen der Auslandsgermanistik, soweit sie sich als Fremdsprachenphilologie versteht, zusammen. Die Etablierung des Faches in Österreich kann in bisher vier Phasen eingeteilt werden. Die Anfänge (1993 bis 1998) gelten als „start-up-Phase“, in der die ersten inner- und außeruniversitären Aktivitäten gesetzt wurden, wie die Mitarbeit bei der Etablierung des ÖSD (1995), des Österreich Instituts (1997), eines neuen Ausbildungskonzepts für Auslandlektoren und der Beginn der Auslandspraktika 1995. Dieses Programm wird bis heute vom Wissenschaftsministerium und dem OeAD unterstützt und schickt mittlerweile jährlich etwa 60 Studierende in 50 Länder. Seit dessen  Beginn haben etwa 700 Studierende dieses Praktikum absolviert. Die zweite Phase von 1999-2005 kann als „Konsolidierungsphase“ von DaF/Z in Österreich gesehen werden. DaF/Z wurde durch die „Übung DaZ“ fester Bestandteil des Germanistik-Studiums, das bis heute äußerst nachgefragte 24-Stunden-Modul als Möglichkeit einen DaF/Z-Schwerpunkt im Studium zu setzen, wurde entwickelt. Die Periode von 2006-2010 kann als „Verankerung des Faches im Germanistikstudium“ angesehen werden. DaF/Z ist seit damals mit zwei Lehrveranstaltungen (Proseminar+Vorlesung) im Bachelor-Studium Deutsche Philologie vertreten. Darüber hinaus wurde ein Masterstudium DaF/DaZ entwickelt, das im Wintersemester 2008/09 implementiert wurde. 2010 wurde Prof. İnci Dirim als DaZ-Professorin berufen. 2010 wurde der Lehrstuhlinhaber Prof. Hans-Jürgen Krumm emeritiert, Prof. Karen Schramm aus Leipzig trat 2014 seine Nachfolge an. Inhaltlich hat sich auch auf Grund der politischen Situation das Fach (DaF und DaZ) mehr und mehr etabliert, und ist seit 2009 mit damals 29 Studierenden inzwischen zum meist nachgefragten Masterstudium der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät geworden.

(Renate Faistauer)

Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache

Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache widmet sich den linguistischen, didaktisch-methodischen, kultur- und literaturbezogene Fragen des Deutschunterrichts im nicht-deutschen Sprachraum. Dabei steht der schulische und universitäre Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Zentrum der Forschungsanstrengungen, aber auch Erwachsenenbildung und Kindergarten sind wichtige Forschungsfelder des Arbeitsbereiches. Zentrales Anliegen ist es, zur weltweiten Qualitätsentwicklung des Deutsch-als-Fremdsprache-Unterrichts beizutragen, indem entscheidende Impulse beispielsweise für bedarfs- und berufsorientierte Reformen von Germanistik- Studiengängen im nicht-deutschsprachigen Ausland, für die Aus- und Weiterbildung von Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrpersonen sowie auch für die weltweite Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Kultur an Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen erarbeitet werden. Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien versteht sich dabei im Hinblick auf historische, konzeptuelle und insbesondere empirische Forschung sowie auch Lehrpersonenaus- und - weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache als Partner in der internationalen Zusammenarbeit von Germanistik - und Deutsch-als-Fremdsprache-Abteilungen und misst der Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen besondere Bedeutung bei.

Ansprechpartnerin für Deutsch als Fremdsprache: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache

Das interdisziplinäre Fachgebiet Deutsch als Zweitsprache befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile für migrationsresultierend zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche und Erwachsene reduziert werden können. Dabei werden unterschiedliche Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche in den Blick genommen; es werden Modelle der Unterstützung der Aneignung des Deutschen entwickelt und evaluiert. Hierfür werden linguistische Grundlagen und Rahmenbedingungen wie Sprachwandel in der Migrationsgesellschaft untersucht. Ziel ist es, dazu beizutragen, die Gleichstellung von Menschen, die sich Deutsch als eine Zweitsprache aneignen, mit solchen, die Deutsch als Erstsprache sprechen, zu erreichen. Da die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile auch durch die Nutzung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit reduziert werden können, werden auch methodisch-didaktische Vorgehensweisen zur Verwendung und Nutzung der Migrations- bzw. Minderheitensprachen im Unterricht ausgearbeitet bzw. reflektiert. Um soziale bzw. subjektivierende Effekte der vorgeschlagenen Maßnahmen (auch in selbstreflexiver Absicht) in den Blick nehmen zu können, werden machttheoretische Wissenschaftstraditionen herangezogen und für den jeweiligen Gegenstand adaptiert. Da Sprache nie losgelöst von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann und faktisch sowie symbolisch für die Regulierung von Zugehörigkeiten benutzt wird, kommen weitere wissenschaftliche Perspektiven zum Einsatz, die diese Verknüpfungen zu verstehen ermöglichen, etwa rassismuskritische. Da der Begriff „Deutsch als Zweitsprache“ als Bezeichnung für den persönlichen Sprachbesitz inferiorisierende Effekte für als DaZ-SprecherInnen geltende Personen nach sich ziehen kann, ist er mit Bedacht zu verwenden. Jenseits didaktischer und methodischer Notwendigkeiten der Verwendung des Begriffs „Deutsch als Zweitsprache“ ist Deutsch Deutsch, unabhängig davon, ob jemand diese Sprache als Erst- oder Zweitsprache verwendet und in jeglicher Perspektive gleichermaßen wertvoll. Ansprechpartnerin für Deutsch als Zweitsprache: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim

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