Fachdidaktik Deutsch

Dieser anwendungsorientierte Lehr- und Forschungsbereich der Germanistik beschäftigt sich mit den Bedingungen des Lehrens und Lernens im Unterrichtsfach Deutsch. Als wesentlicher Teil des Vier-Säulen-Modells des Lehramtsstudiums ist die Fachdidaktik Deutsch an der Schnittstelle zwischen Fachwissenschaft, Pädagogik und Schulpraxis angesiedelt. Der Fachbereich adressiert insbesondere LehramtskandidatInnen für das Schulunterrichtsfach Deutsch sowie LehrerInnen unterschiedlicher Schultypen und -stufen in Fort- und Weiterbildung. Er richtet sich aber auch an GermanistInnen im Hochschulbereich und im Kulturbetrieb, die mit Sprach- und Literaturvermittlung befasst sind.

Ökonomisches Wissen und Literatur/Vermittlung

Am 23. Mai 2019 findet im Fachdidaktischen Zentrum ein Projektsondierungstreffen zum Thema „Ökonomisches Wissen und Literatur/Vermittlung“ statt. TeilnehmerInnen sind Univ.-Prof.in Uta Schaffers und Mag.a Nicole Matters von der Universität Koblenz/Landau, Dr. Dieter Merlin, MMag.a Christina Misar-Dietz und Dr.in Marion Löffler von der Universität Wien und Dr.in Sabine Zelger von der KPH Wien/Krems. Weitere ProjektpartnerInnen sind Dr.in Amália Kerekez der Universität Elte in Budapest sowie Dr. Georg Spitaler vom VGA.

Irritation & Staunen

Irritation und Staunen im Rahmen literarästhetischer Rezeptionsprozesse
Gastvortrag Prof. Dr. phil. Ricarda Freudenberg, Pädagogische Hochschule Weingarten

Mittwoch, 29. Mai 2019, 11:30-13:00 Uhr

Hörsaal 33, Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Sprache entdecken

Wie durch explorativen Grammatikunterricht das Sprachbewusstsein erweitert und vertieft werden kann
Gastvortrag von Dr. Knut Stirnemann, Universität Zürich

20. Mai 2019, 18:30 – 20:00 Uhr, HS 33

„Grammatik ist doof.“ Dieser Gedanke geistert durch die Köpfe unzähliger Schüler, Schülerinnen und auch Lehrpersonen. Wer erinnert sich nicht an Grammatikstunden, in denen schwer verständliche Regeln gebüffelt und langweilige Übungen gelöst wurden? Leider ist die Hoffnung, dadurch das Sprachkönnen zu verbessern, aus wissenschaftlicher Sicht nicht begründet.

Grammatisches selbst zu entdecken und zu durchschauen ist hingegen ein spannender und lehrreicher Zugang zur Sprachreflexion. Dieses Verfahren bietet den Lernenden die Möglichkeit, sich explorativ mit sprachlichen Strukturen zu beschäftigen, sie zu erkennen, sie zu analysieren und zu verstehen.

In einem explorativen Grammatikunterricht erforschen Schülerinnen und Schüler selbständig sprachliche Phänomene. Sie entdecken, dass Sprache nicht regellos funktioniert, sondern komplexe Strukturen aufweist. Ziel ist es, den Lernenden induktiv Lernerfahrungen zu ermöglichen, bei denen sie ihr implizites Wissen über Sprache(n) aufspüren, sich bewusst machen und durchschauen. Dies stärkt ihr Sprach- und insbesondere ihr Grammatikbewusstsein und kann somit auch die Sprachkompetenz durch den bewussten Einsatz sprachlicher Mittel verbessern.

Als zukünftige Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer erfahren und erproben Sie bei diesem Vortrag selbst, wie Sie Ihren Schülerinnen und Schülern einen positiv besetzten, differenzierten und explorativen Zugang zu Strukturen und Mustern der deutschen Sprache ermöglichen.

  • Sie lernen, wie Sie Grammatik – zur Erweiterung des Sprachbewusstseins – im Fach Deutsch in den Sekundarstufen I und II erfolgreich unterrichten können.
  • Sie erfahren, wie Sie Ihre Schülerinnen und Schüler anleiten, sprachliche Phänomene zu entdecken und zu durchschauen.
  • Sie erhalten praxisorientierte Impulse zu Themen und Methoden; so lernen Sie z.B. kreative, spielerische und handlungsorientierte Zugänge kennen, die zum Verständnis von Sprachstrukturen und -funktionen führen.
  • Sie erkennen dabei, dass es nicht um das Auswendiglernen von trägem grammatischem Wissen durch Ihre Schülerinnen und Schüler geht, sondern um das selbsttätige Erforschen von Sprache(n) und damit den Erwerb der Kompetenz, sprachliche Strukturen zu entdecken und zu verstehen, also auch um das Grammatikbewusstsein.

Science Talk – Von der Leseförderung zur Leselust: Ein Kunststück?

Im Rahmen der Preisverleihung zum „Wissenschaftsbuch des Jahres 2019“ diskutieren Univ.-Prof. Dr. Stefan Krammer (Institut für Germanistik, Universität Wien), Mag. Dr. Manfred Müller (Österr. Gesellschaft für Literatur) und Mag.a Helga Simmerl (BRG22, Theodor Kramar Straße und Vorstandsmitglied Büchereiverband Österreich) unter Moderation von Dr.in Andrea Schurian.

Zeit: Montag, 11. März 2019, 18 Uhr

Ort: Wollzeile 27a, 1010 Wien, Aula der Wissenschaften

Bitte um Anmeldung unter
https://www.bmbwf.gv.at/das-ministerium/veranstaltungen/

A/anders erzählt: Andreas Steinhöfels ,Anders’

Gastvortrag im Rahmen des Praxisseminars Fachdidaktik

Jun.-Prof.in Dr.in Wiebke Dannecker (Universität zu Köln):
A/anders erzählt: Andreas Steinhöfels ,Anders’ im inklusiven Literaturunterricht.

Montag, 19. 11. 2018, 13:15 Uhr
Seminarraum 1, Hauptgebäude, Stiege 7a, 1. Zwischengeschoss

„Und kann man wirklich alle in einen Sack stecken? – Lernerkorpora als Ressource zur Erfassung und Beschreibung sprachlicher Merkmale“: Vortrag Dr. Andrea Abel, Institut für Angewandte Sprachforschung, Eurac Research Bozen

Donnerstag, 3. 5. 2018, im Rahmen des fachdidaktischen Proseminars „Deutsch in Lerner- und Medienkorpora“

Uhrzeit: 9:45 – 11:15 Uhr

Ort: Seminarraum 5, Tiefparterre, Stiege 9, Hof 5

Literarische Kompetenzentwicklung und Aufgabenqualität: Vortrag Prof. Dr. Markus Pissarek, Universität Klagenfurt

Donnerstag, 3. Mai 2018, 18:30 – 20:00 Uhr
Hörsaal 31, Hauptgebäude der Universität Wien

Juliane Köster hat wiederholt in Untersuchungen der Aufgabenqualität zum literarischen Lernen auf eine problematische Aufgabenkultur des Deutschun-terrichts hingewiesen. Der Vortrag nimmt auf Basis eines literatursemiotisch ausgerichteten Entwicklungsmodells literarischer Kompetenz das Thema der Aufgabenqualität in einem medienintegrativ gestalteten Literaturunterricht in den Fokus.

Buchpräsentation und Podiumsdiskussion „Migration als Herausforderung/Chance für die Schule?“

Freitag, 24. 11. 2017 um 18.30 Uhr, BIG Hörsaal, Tiefparterre, Universitätsring 1

Präsentation des aktuellen von Werner Wintersteiner und Sabine Zelger herausgegebenen ide-Bandes „Menschen gehen“ und Diskussion mit Vertreter_innen aus Schule, Universität und Politik. Weitere Informationen: Folder

Workshop „Perspektiven einer performativen Deutschdidaktik“

am Donnerstag, 9. 11. (15.00-18.30 Uhr, Seminarraum 6 des Instituts für Bildungswissenschaft,Sensengasse 3a) und Fr, 10.11.2017 (9.00-13.00 Uhr, Medienlabor ebendort). Zum Programm der Kurzvorträge.

05.12.2017: Vortrag Prof. Matthis Kepser „Computerspielbildung – eine Aufgabe für den Deutschunterricht?“

Am Dienstag, 5. Dezember 2017, hält Prof. Matthis Kepser, Universität Bremen, einen Vortrag zum Thema „Computerspielbildung – eine Aufgabe für den Deutschunterricht?“

Zeit: 18.30-20.00 Uhr, Ort: Hörsaal 21, Universität Wien

Professuren

  • Stefan Krammer
    Univ.-Prof. für Fachdidaktik Deutsch und Neuere deutsche Literatur

Ass.-Prof. · Assoz. Prof. · ao. Univ.-Prof.

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (post doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (prae doc)

Lehrbeauftragte

Portrait

1. Zentrale Arbeitsfelder

Fachdidaktik Deutsch umfasst die Bereiche Literatur-, Sprach- und Mediendidaktik, die inter- und transdisziplinär bearbeitet werden. Das Forschungsprofil der Wiener Fachdidaktik Deutsch zeichnet sich durch folgende Schwerpunkte aus:

  • Einen zentralen Bereich bildet die Literaturlehr- und -lernforschung, die Inhalte, Methoden und Ziele von Literaturvermittlung an der Schnittstelle von Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Deutschdidaktik untersucht und im bildungspolitischen Kontext reflektiert.
  • Ein besonderes Forschungsinteresse gilt der Theaterdidaktik und der filmischen Bildung: Diskursiv-analytische sowie handlungs- und produktionsorientierte Zugänge werden in Zusammenhang mit dem Theater als Gegenstand und Methode des Deutschunterrichts wie auch mit dem Medium Film in unterschiedlichen Lernszenarien erarbeitet.
  • Ein wichtiges Anliegen adressiert die Frage, wie das Unterrichtsprinzip Politische Bildung in Auseinandersetzung mit Literatur sinnvoll realisiert werden kann. Anhand eines transdisziplinären Ansatzes wird gefragt, inwiefern literaturdidaktische und literaturtheoretische Positionen politische Konzepte reflektieren bzw. dafür anschlussfähig sind.
  • Untersucht werden des Weiteren Forschungsfragen zu Rolle und Funktion von Gender im Deutschunterricht. Dabei gilt es insbesondere zu klären, wie Erkenntnisse der Gender Studies für die Schule produktiv gemacht werden können.
  • Mehrsprachigkeit im Kontext des Deutschunterrichts bildet einen weiteren Schwerpunkt der Fachdidaktik Deutsch in Wien.

Neben dieser didaktischen Grundlagenforschung hat sich an der Fachdidaktik Deutsch ein Schwerpunkt von angewandter Forschung etabliert, die sich der Dokumentation und Richtlinienkonzeption widmet und an der Schnittstelle zur Institution Schule angesiedelt ist. So sind einzelne MitarbeiterInnen und Lehrende der Wiener Fachdidaktik seit den 1980er Jahren an der Erarbeitung der Lehrpläne für das Unterrichtsfach Deutsch beteiligt. Darüber hinaus wirkt der Fachbereich in  Zusammenarbeit mit dem Ministerium an der Erstellung und Umsetzung von Bildungsstandards und der Zentralmatura (SRDP) mit.

 

2. Gesellschaftliche Aufgaben und Kooperationen

Gerade bei einem Fachbereich, der zwischen Wissenschaft und Schule vermittelt, ist es notwendig, über normative und deskriptive Zugänge hinausgehend Entwicklungen der Gesellschaft und Politik zu berücksichtigen und kritisch zu reflektieren. Dieser Anforderung kommt die Fachdidaktik Deutsch durch ihre Lehrpraxis und wissenschaftlichen Schwerpunkte nach, die aktuelle Theorien aufgreifen und kritische Gesellschafts- bzw. Kulturkonzepte integrieren. In den fachdidaktischen Pflichtlehrveranstaltungen (etwa 20% der Fachausbildung) werden auf Basis der Didaktikforschung Ziele, Methoden und Inhalte des Deutschunterrichts erarbeitet und analysiert. Damit sollen Grundlagen für ein Unterrichtsverhalten geschaffen werden, das über eine reine Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und Wissen hinausgeht. Ziel ist vielmehr der Auf- und Ausbau von sprachlichen, literar-ästhetischen und medienspezifischen Kompetenzen von jungen Menschen (NMS, Sekundarstufe I und II) sowie von Erwachsenen (2. Bildungsweg).

Neben dem Augenmerk auf gesellschaftliche Fragen in Forschung und Lehre sind für die Fachdidaktik Deutsch insbesondere jene Praxisbezüge relevant, die über Kooperationen sowie Kontakte zu Schulen und Bildungsinstitutionen realisiert werden. So wird durch ein Netzwerk an Kooperationsschulen mit dem Institut für Germanistik die transdisziplinäre Forschungs- und Projektarbeit gefördert. Darüber hinaus sind MitarbeiterInnen des Fachbereichs nicht nur als DeutschlehrerInnen tätig, sondern auch als LeiterInnen von Arbeitsgemeinschaften. MitarbeiterInnen wirken als HerausgeberInnen, Redaktionsmitglieder und Beiräte fachdidaktischer Zeitschriften (beispielsweise der einzigen österreichweiten Deutschdidaktikzeitschrift ide) und sind an der Organisation nationaler und internationaler Tagungen sowie diverser schulinterner und schulübergreifender Projekte beteiligt. Nicht zuletzt fungieren sie als LeiterInnen von Fortbildungsseminaren an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten.

 

3. Zur Geschichte

Die Fachdidaktik Deutsch am Institut für Germanistik wurde lange Zeit fast ausschließlich von Lehrenden vertreten, die als DeutschlehrerInnen an höheren Schulen beschäftigt waren. Das galt sowohl für die Lehre als auch für die Forschung, die vornehmlich aus Leistungen auf dem Gebiet der angewandten Forschung (Dokumentationen, Erstellung und Analysen von Lernmaterialien und Unterrichtskonzepten) bestand. Durch die Gründung eines Fachdidaktischen Zentrums Deutsch am Institut für Germanistik im Jahr 2006 wurde die Deutschdidaktik als wissenschaftliche Disziplin gestärkt und zu einer anwendungsorientierten Lehr- und Forschungseinheit ausgebaut. Seit 2015 verfügt sie über eine Professur und mehrere wissenschaftliche MitarbeiterInnen.

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