ao. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Franz Patocka

Franz Patocka

Sprachwissenschaft

Sekretariat: Andrea Haika

1951-2021

Sprechstunde

Montag, 14.30-15.30

Nachrufe und Erinnerungen

 
Lieber Franz!

Du echter Kollege als Jünger der wohledlen Schwarzen Kunst und Hüter von Gutenbergs immateriellem Erbe, der Du auch gegautscht bist, hast nie den Professor raushängen lassen und konntest auch den Ansichten von „niederem Personal“ Glauben schenken und positive Seiten abgewinnen. Das zeichnet Dich aus und lässt mich Dein Andenken weitertragen. Dein Humor und die Art, auch schwierigere Probleme leicht zu erklären, wären als Vorbild für viele andere geeignet. Ruhe in Frieden. Deinen Angehörigen gilt mein besonderes Beileid, Dich verloren zu haben.

Thomas Adis

 
Lieber Franz,

mit leuchtendem Charme und bairischen Karma,
mit heart-chorschem Wohlmut, sprachlichem Dharma
hast du

  • mir in deiner Sprechstunde Auskunft über bairische Verbalkomplexe gegeben
  • die Kommissionsarbeit am Institut mit launigen Scherzen erleichtert
  • mir spontane Bürobesuche abgestattet (die kürzer ausfielen, wenn meine Bürokollegin nicht da war)
  • die bairische Syntax geprägt
  • wonnige Scherzlieder angestimmt und mit mir für Dana Dogaru gesungen
  • mit deinem Privatwagen Konferenzunterlagen von der Uni ins Schloss Schönbrunn transportiert
  • das Ranking der beliebtesten Lehrveranstaltungen dominiert, wie Steffi Graf das Damentennis
  • mich auf das Stabat mater von Pergolesi hingewiesen
  • meine Dissertation gelesen

Schade, dass du schon hast gehen müssen / müssen gehen!

Du fehlst!

Timo

Timo Ahlers

 
Franz Patocka und die Fachbereichsbibliothek Germanistik waren über viele Jahre eng verbunden: Franz hat nicht nur mehrere Generationen von Bibliothekaren durch ihr Studium begleitet – begonnen mit seinem allerersten Proseminar –, sondern auch die Bibliotheksarbeit. Als Ansprechpartner für die Bibliothek half er bei der Systematisierung schwieriger sprachwissenschaftlicher Fälle. Was nach einem recht trockenen Geschäft klingt, wurde durch ihn zum Vergnügen: Mit sicherem Blick löste Franz nicht nur alle Zweifelsfälle, er hinterließ bei jedem Treffen eine einmalige Stimmung von Arbeitsfreude und Kollegialität, die wir nicht vergessen werden.

Stefan Alker-Windbichler, Werner Knöbel und Wolfram Seidler
im Namen der Fachbereichsbibliothek Germanistik

 
Für Franz, von Anna
In lieber Erinnerung

Lieber Franz,

1990 hab ich dich kennengelernt, du warst damals mein Lehrer in einer von mir recht ungeliebten Übung zur deutschen Grammatik am Institut für Germanistik in Wien – einmal davor schon musste ich w.o. geben im Schrodt’schen Grammatikuniversum (das einzige Mal in meiner ganzen Unilaufbahn), und so kam ich im zweiten Anlauf zu Dir. Du, kaum eine Dekade älter als ich, ich, Studentin der Komparatistik, Germanistik und Romanistik auf dem zweiten Bildungsweg. Da hatten wir was gemeinsam, auch du bist auf Umwegen in Forschung und Lehre gelandet. An der Komparatistik hatte ich viel zu tun, auch als Studierendenvertreterin, und so ergab es sich, dass ein von uns initiierter Jour Fixe mit Prof. Martino, bei dem wir ihm wöchentlich die Sorgen und Nöte der Studierenden offenbaren wollten, just mit deiner Übung zusammenfiel. Du hattest Verständnis, politisches Engagement schien Dir wichtiger als die regelmäßige Teilnahme an der Übung, und so war ich freigestellt und durfte trotzdem zur Prüfung antreten, Valenzgrammatik at it’s best!

Das hat meine Sympathie für Dich ein für alle Mal einzementiert und irgendwann ist eine Freundschaft draus geworden. 2020 durfte ich mit Dir und lieben anderen Kolleg*innen eine Reise nach Südkorea antreten. Wir traten auf als starkes Team, ließen einiges an Wissen dort und konnten viele Verbindungen zurück nach Wien mitnehmen. Unter dem Titel „Die Donau in der germanistischen Literatur- Kultur-und Sprachwissenschaft“ hatten wir viel zu erzählen, es war interessant, lehrreich und sehr lustig. Nach getaner Arbeit und Netzwerkbildung haben wir das spannende und schöne Land bereist, zuerst Seoul mit seinen so unterschiedlichen Stadtteilen besichtigt, Tee getrunken, Märkte und Museen besucht und immer seeehr gut gegessen (Wini oft dieses lebendige Zeugs, das sich um die Staberl gewunden hat, igitt) und viiiiel dazu von den lokalen Spirituosen weggeputzt. Auch im imposanten Busan haben wir den Fischmarkt durchgekostet, die aufstrebende Metropole am Japanischen Meer kreuz und quer erkundet und wie überall sonst auch, am Abend, dicht zusammengedrängt im Hotelzimmer, die alten Lieder gesungen und neue erfunden… . Dann, zum Ausklang auf der schönen, subtropisch anmutenden Insel Jeju, konnten wir spazierend die Küsten und Strände durchwandern und wiederum genießen, gemeinsam lachen, essen und baden.

Franz, wir hatten noch so viel vor, wollten mit unserer wunderbaren Reisetruppe nach Ägypten, Südafrika und Japan und und und … Und plötzlich war Pandemie und du im Spital … und jetzt … schick ich Dir eine letzte Umarmung, ein Platzerl in meinem Herzen ist Dir gewiss, du besonderer, lieber Mensch ….

Anna Babka

 
Lieber Franz,

Lange Zeit waren wir gemeinsam Kollegen bei Peter Wiesinger. Es war ein ganzes Stück Leben, das wir da zusammen verbracht haben. Wir haben oft und viel über alles Mögliche gelacht, und ich werde Dich gerade mit Deinem Humor in lieber Erinnerung behalten.

Elisabeth

Elisabeth Bertol

 
Da ich kein Dialektologe bin, hatte ich nur sehr selten das Vergnügen, mit Dir, Franz, zusammenzutreffen. Ich habe immer Deine wissenschaftliche Bedeutung, für mich vor allem im Bereich des Wienerischen, mit Deinem Witz und Deiner Gabe verbunden Geselligkeit fröhlich zu fördern. Dein heiteres Ingenium ist für mich vor allem auch bei den Jux-Festschriften – sapienti sat – hervorgetreten. Ich denke nur an Deinen Beitrag in „Wiesel, Tatzel, Alpenglühn“ und vollgültig hast Du auf mich den traurigen Schüttelreim formuliert:

Die jungen Leut verlieren allen
Bezug zu dem, wie d’Iren lallen.

Mit Vergnügen erinnere ich mich Deiner Beschäftigung mit dem Text der Bundeshymne und meiner scherzhaften Kritik daran bei Deinem Gschnasfest anläßlich Deines 40-jährigen Dienstjubiläums. Da hab ich Dich das letzte Mal gesehen.

Ich wünsche Dir und Deiner Klampfm eine gute Ruhe
und füge noch vier Verse an, die eine Studentin über Dich verfaßte:

SPL, Sprachwissenschaft
Der Patocka ist walrosshaft.
Geduldig manchen Idioten
Er nie noch hat das Wort verboten.

Helmut Birkhan

 
Lieber Franz,

Ich durfte dich in verschiedenen Rollen kennenlernen, als „Herr Professor Patocka“ (falsch ausgesprochen) als ich Student war, insbesondere bei der Aufsicht zu meiner Diplomprüfung (da schon richtig ausgesprochen), später als Kollegen und noch ein klein wenig später auch als Freund (nur mehr Franz, richtig ausgesprochen). In jedem Zusammenhang hast du nicht nur Ruhe, sondern auch Schmäh verbreitet – was mir in so mancher Situation sehr geholfen hat. Schließlich hattest du nicht nur ein offenes Ohr für meine Forschung und sonstige Belange, sondern hast mir für meine Dissertation auch deine Stimme als waschechter Wiener geliehen. Und das ist natürlich nur ein Beispiel; ich weiß, dass du sehr vielen Student*innen, Kolleg*innen und Freund*innen mit Hirn, Herz und/oder Humor in irgendeiner Form geholfen hast.

Danke für alles – du hinterlässt nicht nur eine Lücke, sondern auch viele schöne Erinnerungen.

Ludwig

Ludwig M. Breuer

 
Dass Franz Patocka nicht mehr da ist, erfüllt mich mit Wehmut und Trauer. Ich habe ihn geschätzt als originellen und unabhängigen Denker mit einem unbestechlichen Blick für alles Aufgeblasene und Falsche. Ich mochte seinen abgründigen Humor, der ihm Seziermesser sein konnte, um Ungereimtheiten aufzudecken, der aber immer auch sein grosses Herz erkennen liess.

Franz fehlt.

Helen Christen
(Freiburg i. Ü. und Luzern)

 
Meine gemeinsame Zeit mit Franz Patocka am Institut für Germanistik war vergleichsweise kurz; trotzdem durfte ich erfahren, welch freundlicher, bescheidener, kluger, verständnisvoller und sozialer Mensch und Lehrender er gewesen war. Vor meinem inneren Auge sehe ich ihn als ruhenden Pol an einer großen, aufregenden und manchmal recht hektischen Uni. Ich bin sehr froh darüber, Franz Patocka kennen gelernt zu haben, und werde ihn stets in sehr guter Erinnerung behalten.

İnci Dirim

 
Lieber Franz,

mein erstes Treffen mit dir werde ich nie vergessen. Du und deine braune Aktentasche, die du sehr oft dabei hattest. Wir haben uns im 2. Zwischengeschoß am Lift getroffen. Ich war auf dem Weg in den Seminarraum im 1. Zwischengeschoß. Du hast mich gefragt: „Wer bist du eigentlich. Du siehst so aus, als würdest du hier arbeiten“. Im ersten Moment haben mich deine Fragen überrascht, aber später habe ich verstanden, dass diese Art von Humor zu dir gehört. Interessanterweise haben wir uns immer beim Lift getroffen und öfter auch längere Gespräche geführt. Ich habe dir einmal erzählt, dass ich mich früher mit der Fachsprache der Archäologie beschäftigt habe und auf einmal hast du einen Kurzvortrag über die Fachsprache des Salzwesens gehalten. Als wir uns im Tiefparterre verabschiedet haben, war ich ziemlich beeindruckt davon, wie viel Inhalt du in einer Fahrt mit dem langsamsten Lift der Uni unterbringen kannst.

Lieber Franz, ich werde die Liftfahrten mit dir vermissen.

Michal Dvorecký

 
Lieber Franz,

mit Bestürzung haben wir von Deinem viel zu frühen Tod erfahren. Uns ist es, es wäre es gestern gewesen, dass wir im Gasthaus Zur böhmischen Kuchl zusammengesessen, fachgesimpelt und viel gelacht haben.

Vor allem in wissenschaftlicher Hinsicht sind wir Dir zu großem Dank verpflichtet: Deine Habilitationsschrift zur Dialektsyntax war für unsere Dissertationen eine enorme Inspirationsquelle, sie war sozusagen unsere Bibel.

Neben der fachlichen Seite durften wir auf Forschungsreisen in die Ukraine und nach Rumänien und auf zahlreichen (geselligen) Tagungszusammenkünften auch Deine persönliche Seite kennen lernen, mit Deinem originellen Humor und Deiner Warmherzigkeit. Sei versichert, dass wir Dein Andenken in bester Erinnerung bewahren werden und dass Du uns auch auf zukünftigen Forschungsaufenthalten in Gedanken begleiten wirst. Mach`s gut, Franz, wo auch immer Du jetzt bist.
Den Angehörigen möchten wir unser herzlichstes Mitgefühl und Beileid aussprechen.

Nicole Eller-Wildfeuer und Alfred Wildfeuer
 
Lieber Franz,

in einer Kaffeerunde hast du einmal, bezogen aufs Institut und die „Liebiggasse“, gemeint: „Ich ghör eh schon zum Inventar.“ Wie so oft bei scherzhaften Bemerkungen steckt auch darin ein wahrer Kern: Für mich hast du immer schon zum Institut gehört; du warst schon da, als ich im Herbst 1979 zu studieren begann, und da warst auch nach deiner Pensionierung vor fünf Jahren da. Als wir dann 1986 Kollegen wurden, habe ich fachlich ungemein viel von dir gelernt. Abgesehen davon war es herrlich, einfach mit dir zu blödeln. So erinnere mich noch gut an unseren Schüttelreim-Wettbewerb. Obwohl wir nicht immer einer Meinung waren, hat es doch immer einen freundschaftlichen Konsens gegeben, und man hat sich am Ende verstanden. Das, neben vielen anderen Vorzügen, habe ich sehr an dir geschätzt. Man konnte mit dir einfach über alles reden, und dein trockener Humor hat stets ins Schwarze getroffen.

Das „Institutsinventar“ ist wieder um ein Stück ärmer geworden. Um ein großes Stück.

Peter Ernst

 

ruhiges Blut, ruhige Sprache, hohe Kompetenz in bescheidenem Auftritt

kooperativ, freundlich, ein sozialer Typ durch und durch

jede Zusammenarbeit angenehm verbrachte Zeit: institutsseitig in der Administration
(Studienkommission, Institutskonferenz, Studienprogrammleitung, Vorstandstellvertretung),
in gemeinsamen Prüfungen, bei vielen Feiern und Festln, in Gewölben und Gastgärten

im Institutschor der verlässliche Bass, der kundige Tonsetzer

das Ehrenkolloquium zum Sechziger 2011: die Versammlung seiner Freunde

gleichermaßen Virtuose der deutschen Syntax und des Blues

die Ernsthaftigkeit des Wissenschaftlers, die Menschenfreundlichkeit eines ausgeglichenen Mannes

sein seltener Unmut stets berechtigt, nie besserwisserisch, nie auf eigenen Glanz bedacht

fast zur selben Zeit am Institut begonnen, jetzt bist Du, nur ein Jahr älter, mir so schnell vorangeeilt.

Gott grüß die Kunst, Franz.

Franz M. Eybl

 
Lieber Franz Patocka,

seit unser beider Pensionierungen haben wir einander leider nur mehr wenig gesehen, aber meine Erinnerungen an Dich sind lebendig: Du warst ein hilfsbereiter, loyaler und solidarischer Kollege. Immer, wenn man etwas von Dir gebraucht hat, warst Du “da“, freundlich und verlässlich, zugleich bescheiden – und humorvoll. Lachen konntest Du auch über Dich selbst, denn Du hast vielen Dingen den übertriebenen Ernst genommen.

Danke, dass wir so viele Jahre gute Kollegen sein konnten.

Renate Faistauer

 
Franz war einer der nettesten Menschen, die ich in meinem gesamten Leben kennengelernt habe.
Er war immer wohlwollend, und sein Humor konnte auch die schlechteste Stimmung vertreiben.
Er hätte es verdient, hundert Jahre alt zu werden.
Dass man nie wieder mit ihm wird sprechen können, ist unaussprechlich traurig.

Gottfried Fischer

 
Bei dem Ende der 1980er Jahre initiierten Projekt „Sprachatlas von Oberösterreich“ war Franz Patocka ein engagierter Explorator und Mitarbeiter. Er verstand es, den Gewährspersonen mit geschickten Fragen sprachliche Formen aller Art zu entlocken, er konnte mit geschultem Gehör phonetisch-phonologische Probleme treffsicher beschreiben und mit seinem profunden sprachhistorischen Wissen komplizierte Etymologien erklären. Mit seiner Vorliebe für dialektologische Themen gelang es ihm auch, jüngere Kolleg/inn/en für die Praxis der Feldforschung zu begeistern.
Fast drei Jahrzehnte lang war Franz Patocka mit dem Linzer Adalbert-Stifter-Institut und dessen Einrichtung „OÖ. Sprachforschung“ verbunden. In den letzten Jahren war er auch mehrmals unser Begleiter auf Forschungsreisen ins Banater Bergland (Rumänien) und nach Transkarpatien (Ukraine).
Im StifterHaus war er ein gern gesehener und stets willkommener Gast, der sich in Kafferunden über Musik, Reisen, Schach und alles Mögliche unterhalten konnte und dabei immer einen trockenen Witz auf Lager hatte. Seine unnachahmliche Mischung von Witz und Ernst kam etwa zum Ausdruck, wenn er sich nach dem Kaffee mit Sätzen wie „Nur wer die Arbeit kennt, weiß, was ich meide“ ans Werk begab.
Franz wird uns sehr fehlen.

Stephan Gaisbauer
für das Team des StifterHauses

 
Lieber Franz,
 
 
du warst unser Zehner –

jetzt kickst du mit dem Diego

und singst mit den Engerln im Chor …
 
 
Baba, Manzi

Manfred Glauninger

 
Es ist unendlich traurig, dass Franz nicht mehr bei uns sein kann. Franz war ein besonders einfühlsamer Mensch, auch Humor und Witz kamen bei Gesprächen mit ihm nie zu kurz. Ich denke an die vielen gemeinsamen Stunden, Feste, Sylvesterfeiern, Kurzurlaube, Konzerte, die wir mit ihm verbringen durften. In besonderer Erinnerung ist mir unser letzter gemeinsamer Nachmittag im Herbst 2020, wo wir mit Franz in unserem Garten ein paar schöne Stunden verbracht haben.
Mein aufrichtiges Beileid an seine Familie, besonders an seine Kinder. Bei allen unseren Treffen hat er voll Stolz und Liebe seine Tochter und seinen Sohn erwähnt.

Andrea Haika

 
Bei einem unserer ersten Streifzüge nach einem Schachabend schwärmte Franz von Antananarivo und erklärte mir dann die Feinheiten der Haplologie. Ich überlegte mir die Sache und fragte dann, ob er schon jemals einer Rokotte über den Weg gelaufen wäre. Einen Sekundenbruchteil lang schaute mich Franz verdutzt an, dann brach er in ein hemmungsloses Lachen aus, das ihm bald Tränen über die Wangen trieb.
Danach folgten mehr als 25 Jahre Freundschaft, in denen ich dieses Lachen noch oft bei ihm erleben durfte. Ja, wir hatten viele gemeinsame Interessen, wir spielten Schach, wir musizierten, wir feierten Geburtstage und Sylvester, verbrachten Wochenenden in den Alpen, sinnierten über sprachliche Absonderlichkeiten im Deutschen und Englischen, verzehrten Stelzen im Schweizerhaus, diskutierten die kleinen und größeren Probleme des Lebens, und wetteten bei jeder Fußball-Euro oder -WM um ein Bier auf die exakten Ergebnisse. Und während mir all das furchtbar fehlen wird, so ist es doch das befreite Lachen, das mir immer als „der Franz“ in Erinnerung bleiben wird.

Günter Haika

 
Lieber Franz!

„Es is‘ a Schand‘, dass wir uns erst so spät kenneng’lernt hobn..“ – das waren die Worte, lieber Franz, die Du mir vor einigen Jahren geschenkt hast, als wir einander kennen und unerwartet schnell sehr mögen lernten. Diese Worte haben mir schon damals viel bedeutet, und sie bedeuten für mich nun in sehr trauriger Weise noch mehr. „Was man besaß, weiß man, wenn man’s verlor“ schrieb Kästner in seinem Gedicht zum Monat November, den er auch des Reimes halber „den Trauerflor“ tragen lässt. Nun trägt aber ausgerechnet ein Frühlingsmonat den Trauerflor. Dass es aber erst der Verlust deiner Lebensanwesenheit sei, der mich endlich wissen ließe, was ich am Geschenk Deiner Freundschaft, deiner Seelenverwandschaft hatte – das stimmt nicht: Deine vielfältige Einzigartigkeit als humorstrotzender Mensch, samt Deinem mächtigen Format aus Bildung, Wissen und Erkenntnisneugier war mir in jeder Begegnung immer deutlich bewusst.

Als Angehöriger einer Deiner professoralen Kolleginnen hatte ich das Glück, Dich und eure Gruppe auf mehreren Vortragsreisen begleiten zu dürfen. Diese Tage waren – ich verwende hier ein von Dir so gern verwendetes Attribut – „absolute Highlights“ für mich!
Wie zwei basso ostinato-Themen zogen sich durch jede dieser (immer mit großer Vorfreude erwarteten) Reisen: Dein riesiger Humor und Deine hingebungsvolle und aktive Liebe zur Musik.

An den exotischen Zielen eurer wissenschaftlichen Reiseverpflichtungen gab es so viele Abende „nach Dienst“, an denen wir beide irgendwann kaum mehr Atem bekamen vor lauter Lachen, hochlizitiert von Blödeleien und Schüttelreimen. Gerade beim Schütteln“ warst Du ein ebenso listig schöpfender wie auch hellauf genießender Meister. Und dann gab‘s auch diese besonderen Momente, in denen wir beide zugleich feuchte Augen bekamen, wenn wir uns über die unglaubliche Schönheit von Musik „trafen“. Dass wir uns darin so innig verstehen konnten, war auch darin begründet, dass es für uns beide keine Scheuklappen gab, was die wunderbare Fülle an Musikgenres betrifft. Das war enorm schön und verbindend.

Du bist, Du warst jener spät, doch gottlob nicht zu spät kennengelernte Freund für mich, dem ich also sowohl Lachkrampf-Tränen als auch Tränen unseres Einverständnisses über mit Worten kaum ausdrückbare Musik-Empfindungen verdanke. Du hast mir neben all den bereichernden Gesprächen und Deinem großartigen Humor damit vor allem das Geschenk dieser unerwarteten Seelenverwandtschaft gemacht.

Lieber Franzl, Du fehlst uns allen schrecklich, weil Du Dich so stark und liebenswert in uns eingeschrieben hast. Aber genau deshalb wirst du uns und definitiv mir weiterhin gegenwärtig und sehr nahe bleiben.

Bernhard Heiller

 
Mit Franz Patocka haben wir einen geistreichen, witzigen, stets frohgemuten und liebenswürdigen Kollegen und Freund verloren — es ist unfassbar traurig.

Roland Innerhofer

 
Mit Franz Patocka verliert die Sprachwissenschaft einen fundierten Dialektologen, das Institut ein langjähriges Mitglied, das unterschiedliche Meinungen gelten lassen konnte und doch immer das Gemeinsame über das Trennende von Fachbereichen, Kurien und damals auch noch Lehrstühlen gestellt hat. Die Studierenden vermissen einen engagierten und nahbaren Lehrenden, wir einen wohlwollenden, humorvollen und solidarischen Kollegen, viele von uns einen guten Freund. Wenn ich mich an ihn erinnere, dann sehe ich ihn als Zuhörer und Ratgeber, manchmal auch als Tröster – aber meistens lachen wir.

Ursula Klingenböck

 
Am 21. April 2021 ist Franz Patocka nach einer monatelangen Krebserkrankung im Kreis seiner Familie verstorben. Wenn ich in den letzten Wochen Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen, ob in Wien oder weltweit, von seiner Situation berichtet habe und als ich seinen Tod mitteilen musste, erhielt ich fast immer dieselbe Reaktion: „So ein lieber und humorvoller Mensch“, „immer solidarisch und loyal, humorvoll und lustig“, „Mir kommen die Tränen, wenn ich an seinen Humor denke, der geistreichste Mensch, den ich kenne“, „Franz‘ so liebenswertes, gescheites und lustiges Wesen“, „Ich kannte Franz als einen fröhlichen, klugen und immer hilfsbereiten Kollegen“.

Franz war ein erfolgreicher Wissenschaftler, beliebter Lehrer, begeisterter Schachspieler, großartiger Musiker, aber vor allem war er ein fellow of infinite jest. Mein Gott, Franz, was haben wir mit dir gemeinsam gelacht! Auf unseren Vortragsreisen. Mit Freunden und Kolleginnen. Und im Familienkreis. Oft, wenn ich dann später versucht habe, bei meiner Frau oder meiner Tochter einen dürftigen Witz anzubringen, haben die beiden die Augen gerollt und gequält angemerkt: „Winny, gib’s auf, du bist einfach nicht der Franz“.

Auf einer unserer gemeinsamen Vortragsreisen ist unsere Wiener Gruppe einmal in einem Mietauto durch Südkorea gefahren, und ich saß am Steuer. Franz hat Schüttelreime produziert, die mich derart zum Lachen brachten, dass unser Auto ins Schlingern geriet und ich nur knapp die Fahrspur halten konnte.

So viele Lachtränen hast du mir abgepresst. Und so viele Gespräche über Gott und die Welt, im wörtlichen Sinn, haben wir miteinander geführt.

Es sind jetzt andere Tränen, die Du mir abpresst. Aber die Erinnerung an das gemeinsame Lachen wird stärker bleiben als das Weinen über den Abschied von Dir. Es ist so schade, dass du schon gehen musstest!

Wynfrid Kriegleder

 
Der Fachbereich Sprachwissenschaft trauert um einen wunderbaren Kollegen, dessen Lücke fachlich und persönlich sehr schmerzlich zu spüren sein wird. Franz Patocka hat die Lehre und Forschung in unserem Team in den letzten Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt. In all diesen Jahren und besonders auch in schwierigen Zeiten, als etwa beide sprachwissenschaftliche Professuren nicht bzw. nur kurzfristig besetzt waren, hat Franz Patocka zentrale Agenden des Fachbereichs verlässlich, kompetent und stets besonnen mitgetragen.

Dass Franz schon einige Jahre pensioniert war, war für InstitutskollegInnen und Studierende kaum spürbar, zu sehr war seine Persönlichkeit im Universitätsalltag präsent. Bis wenige Wochen vor seinem Abschied war er als Doktorvater und engagierter Lehrender aktiv, der immer auch bereit war, dringlich benötigte Lehrveranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen und Inhalten kurzfristig zu übernehmen, um den Lehrbetrieb optimal zu unterstützen. Die Betreuung seiner Studierenden und DoktorandInnen war ihm bis zuletzt ein besonderes Anliegen.

Sein besonderer Humor hat die Atmosphäre unzähliger Sitzungen, Lehrveranstaltungen, Konferenzen und auch Festivitäten im Institutszusammenhang bereichert. Seine Leidenschaft für Musik hat er nicht selten in musikalische Beiträge münden lassen. Auch unser Weihnachtsprojektchor wäre ohne Franz und seinen unvergesslichen Bass undenkbar gewesen.

Der Fachbereich Sprachwissenschaft verliert einen fachlich sehr geschätzten und persönlich sehr beliebten Professor, Kollegen und Freund. Lieber Franz, wir werden Dich sehr vermissen!

Alexandra N. Lenz

 
Lieber Franz!

Dir verdanke ich sehr viel, als Lehrer, als Kollege und als Freund. Darüber hinaus bist Du der geistreichste Mensch, den ich kenne! Unsere skurrilen Erlebnisse, vor allem die am Minoritenplatz, wirken besonders nachhaltig …

Alles Liebe in tiefer Verbundenheit

Claudia

Claudia Lichowski

 
Es ist ein halbes Menschenleben her, daß ich Franz Patocka kennenlernen durfte.
Gerne erinnere ich mich an gemeinsame Prüfungsaufsichten und gemeinsame Prüfungskorrekturen, die allesamt und trotz ihrer großen Zahl durch seinen Humor gewürzt leichter zu bewerkstelligen waren.
Die vielen geselligen Zusammenkünfte im Institut, aber auch diverse „aushäusige“ (wie hat er doch dieses Wort verabscheut!) Gelegenheiten hat er durch seine Beiträge bereichert. Als gelernter Schriftsetzer hatte er besonders die im Alltag und oft unrichtig verwendeten Frakturschriften, besonders auf Gasthausschildern, im Visier, aber immer mit einem schalkhaften Lächeln. Bei vielen gemeinsamen Mittagspausen, die wir manchmal stark ausgedehnt haben, ist unsere Freunschaft gewachsen. Unseren gemeinsamen Besuch des Rossinischen Stabat Mater im Musikverein haben wir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, indem wir uns vorstellten, wie andere Komponisten diesen Text wohl vertont hätten.
In der Wehmut des Abschieds bleibt mir nur noch, Dir zuzurufen:
Sit tibi terra levis / molliter ossa cubent!

Günter Lipold

 
Lieber Franz,

jetzt können wir doch nicht mehr gemeinsam im Chor singen und auch nicht mehr über Etymologien in gemeinsamen Lehrveranstaltungen nachdenken. Mir bleiben viele schöne Erinnerungen an unsere Gespräche, mein Beileid gilt deinen Lieben und allen, die dir nahe standen: swing low, sweet chariot…
 

Lydia Miklautsch

 
An wen adressiert man einen Abschiedsbrief? Ein schwieriges Problem gerade für den gelernten Literaturwissenschaftler. Also doch so: Lieber Franz, ich hab Dich erst später näher kennengelernt, nämlich bei unserem gemeinsamen Reisen mit Winnie und Andrea. Deine gut Laune, Dein Humor und Dein pädagogisches Geschick, den Wiener Dialekt in die Welt zu tragen, haben mich überzeugt und auch gerührt. Auch den Gospelabend Eures Chores werde ich nicht vergessen.
Ich trauere um Dich und da bist Du plötzlich anwesend.
Danke Wolfgang

Wolfgang Müller-Funk

 
Mit Franz haben wir einen klugen, gütigen und überaus witzigen Kollegen verloren, mit dem zu plaudern immer ein besonderes Vergnügen war. Für seine Menschlichkeit und auch für seine Hilfsbereitschaft, wenn es um das rein Dienstliche gegangen ist, möchte ich mich bei ihm bedanken. Sein Tod hat mich sehr traurig gemacht – aber wen nicht?

Martin Neubauer

 
Als Sekretärin des Instituts für Germanistik habe ich Prof. Franz Patocka als immer freundlichen und hilfsbereiten Menschen kennengelernt. Er schien Stress nicht zu kennen, und das hat den Kontakt mit ihm angenehm gemacht. Ich bin schon nun einige Jahre in Pension, aber ich erinnere mich immer noch gerne an unsere Zusammenarbeit im Sekretariat. Von den Studenten habe ich immer wieder gehört, dass seine Lehrveranstaltungen exzellent organisiert, klar präsentiert und mit Humor dargeboten wurden.

Es macht mich sehr traurig, dass gerade er so früh sterben musste.

Ildiko Oberleuthner

 
Franz Patocka – schon während meines Studiums in den Neunzigerjahren eine Legende unter den Lehrenden.

Als ich ihn dann später als Kollegen kennenlernen durfte, hatte jede Zusammenarbeit mit ihm, jedes Aufeinandertreffen etwas Besonderes – etwas Franzisches:

Unglaublich unterhaltsam und humorvoll – dabei immer wertschätzend.

Eine Quelle des Wissens – dabei immer offen für Neues und interessiert an Konträrem.

Gesegnet mit vielseitigen Interessen und Fähigkeiten – dabei immer (viel zu) bescheiden.

Vieles, lieber Franz, wird mich an dich stets erinnern:

Jedes Lemma im Österreichischen Wörterbuch, für das abgewogen werden muss, ob es als mundartlich oder umgangssprachlich zu markieren ist.

Jedes Stabat mater, das mir in meinem Leben noch begegnen wird.

Alle Gospel, die ich mir noch anhören werde – besonders jene von der CD „deines Chores“, die du mir mit Widmung geschenkt hast.

Jeder wienerisch ausgesprochene englische Name. (Jedes Mal, wenn mein Sohn auf der Schaukel sitzt, denke ich an diese Anekdote.)

Franz, warum wollten dich die Engel so früh in ihrem Kreis aufnehmen, anstatt dich noch unter uns weilen zu lassen, die wir Menschen wie dich so dringend hier unten brauchen!

Viel zu selten haben wir miteinander gesprochen, einander getroffen. Nie vergessen aber werde ich den Ausdruck in deinem Gesicht – voller Rührung, herzlicher Freude und beglückter Überraschung, als du zu deiner Sechziger-Tagung ohne Vorwarnung in einen Saal voller gratulierender Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland, aus Nah und Fern geführt wurdest. Dieses beseelte Strahlen in deinem Gesicht an diesem Tag wird der Ausdruck bleiben, wie ich dich in meiner Erinnerung behalten werde.

And until we meet again, until we meet again,
May God hold you in the palm of his hand.

Christiane M. Pabst

 
Lieber Franz,

Ich widme dir diesen Limerick stellvertretend für all die unzähligen Stunden, die wir lachend und scherzend verbrachten…. Die schönen und unvergesslichen Erinnerungen an dich sind Legion, sie reichen vom Erkunden der Sprachinseln in Südirol bis zum „Lercherl von Hernals“, wo wir so manchen Flüssigkeitsverlust nach einem Saunagang mit Hingabe ausglichen. Du wirst in meinem Herzen immer weiterleben, bist für mich einfach in einer anderen Dimension. Danke für alles!

There was a young chap named Franz P
Who played the guitar better than me
You left us way too early
Making my hair very curly
Now rest in peace and set your spirit free.

Per Tomas Paichl

 
Es war wohl bei einer jener legendären „Hornung-Exkursionen“ in den 1970er Jahren, als ich Franz Patocka zum ersten Mal erlebte. Danach suchte er mich öfter im Phonogrammarchiv auf, wo er sich Tonaufnahmen als Quellenmaterial für seine Habilitationsschrift geben ließ. Immer sorgten dabei seine launigen Bemerkungen für willkommene Abwechslung.

Später lernte ich ihn bei der einen oder anderen meiner eigenen Publikationen als gewissenhaften Herausgeber kennen. Wir trafen uns auf diversen Tagungen und Vorträgen, auch bei solchen von mir selbst. Er höre mir gerne zu, sagte er einmal. Solche Worte vonseiten eines arrivierten Kollegen wie Franz taten gut.

Und dann durfte ich einmal erleben, wie Franz auf seiner Gitarre spielte. Der Nachhall jener wunderbaren Momente begleitet mich bis heute. Ich bin dankbar, dass ich Franz Patocka kennen lernen durfte.

Wilfried Schabus

 
Was für eine traurige Nachricht! Meine Erinnerungen an Franz gehen weit zurück, nämlich zu den Jahren, als wir bei Professor Wiesinger zunächst als StudienassistentInnen beschäftigt waren. Damals schon war er vielen der „lustige“ Kollege. Seine weniger fröhlichen Stimmungen teilte er selten und nur wenigen mit.

Manchmal hatte er seine Gitarre mit und sang das eine oder andere Lied am Ende eines Arbeitstages. Vor allem so möchte ich ihn in Erinnerung behalten.

Seiner Familie gilt mein tief empfundenes Beileid!

Elisabeth Schabus-Kant

 
In einem so großen Institut wie dem der Germanistik Wien kann es schon vorkommen, dass man manche der Mitlehrenden auch über Jahre hinweg kaum kennenlernt, zumal dann, wenn man verschiedenen Fachrichtungen angehört. Franz Patocka hat sich aber gewiss nicht nur wegen der Funktionen, die er innehatte, sondern vor allem durch sein umgängliches und konziliantes Wesen bei allen eingeprägt. Ich begegnete ihm erstmals in einer der von Wynfrid Kriegleder, Andrea Seidler und Jozef Tancer organisierten Tagungen zu Sprache und Kultur in den Ländern des Donauraums, und es stellte sich eine von der ersten Minute an anhaltend amikale Kollegialität ein, auch wenn sich unsere Wege im Labyrinth des Instituts nicht allzu oft kreuzten. Häufiger war dann das Zusammentreffen nach seiner Emeritierung, als wir im Dozentenraum denselben Schreibtisch abwechselnd nützten, auch einige gemeinsame Prüfungen abzuhalten hatten und fallweise das germanistische Dasein und Sosein scherzhaft kommentierten. Heiterkeit, wo sie angebracht war, war der höchst angenehme Grundton in jedem Zusammentreffen mit Franz, aber auch sein weiter Raum des Wissens in germanistischen Belangen. Als ich bei einem der letzten Treffen mit ihm andeutete: „Als Literaturwissenschaftler hätte ich eigentlich eine Menge tiefgründiger Fragen an die Sprachwissenschaft“, meinte er lapidar aber eben auch tiefgründig: „Ich habe eine Menge Antworten, ist nur zu überlegen, ob sie zu deinen Fragen passen.“ Den tieferen Sinn dieser philosophischen Replik können wir nun leider nicht mehr ausloten.

In herzlichem Gedenken

Ernst Seibert

 
Zum Tod von Franz Patocka am 21.April 2021

Als ich Franz in der Woche vor Ostern besuchte, wirkte er ganz optimistisch, und wir haben natürlich diskutiert, wann wir denn wieder gemeinsam zu einem Heurigen gehen können oder dürfen: nichtsahnend, dass es dazu nicht mehr kommen würde.

Mit einem Heurigen hat unsere nähere Beziehung auch angefangen: als wir für den Herbst 1981 beide Lehraufträge für Mittelhochdeutsch bekommen hatten, bereiteten wir uns den ganzen Sommer akribisch drauf vor und beschlossen, das gemeinsam zu machen, aber wo? Natürlich in der Sonne beim Terassenheurigen in Döbling, mit Aktentaschen voller Bücher und umfangreichen handschriftlichen Notizen – Computer hatte damals nur die NASA. Dabei habe ich Franz als ungemein humorvollen, aber gleichzeitig gewissenhaft arbeitenden Forscher und Lehrer erstmals besser kennengelernt.

Eine andere Erinnerung, die sich eingeprägt – ja eingebrannt! – hat, waren seine musikalischen Darbietungen auf einem Gschnas in der Abteilung in der Liebiggasse, bei denen wir alle uns kugelten vor Lachen etwa über seinen Putzfrauen-Blues. Er war trotz seiner Bescheidenheit in dieser Beziehung zweifellos ein begnadeter Musiker.

Noch ein Jahrzehnt später, in den frühen 90er-Jahren, war das gesamte Institut schon in die vergleichsweise luxuriösen Räume im Alten Universitätsgebäude übersiedelt, als wir uns häufig sowohl zu Arbeitssitzungen (zum Einsignieren linguistischer Literatur in den Bibliotheksbestand) als auch zu postprandialen Digestiven in meinem Bibliothekarszimmer trafen. Dabei konnte man ihn immer mit einem Dram Gammel Dansk erfreuen – eine Erinnerung an seine vorwissenschaftliche Zeit, als er bei den UNO-Truppen auf den Golanhöhen neben einer dänischen Einheit stationiert war: auch das eine Seite von Franz. Über diese Arbeitstreffen in der Bibliothek hat er in einer Festschrift einen kleinen Beitrag verfasst, welcher auch eine kurze ironische Selbstbeschreibung enthält, die ich hier gerne zitieren will:

Oberrat R.S. greift zum Telephon und wählt 2916. Er läßt es etwa fünfzigmal tuten, und als er endlich aufgeben möchte, meldet sich eine Stimme, die nach Bier und Zigaretten klingt, und krächzt etwas in den Hörer, das zwar nicht wie ein Name klingt, aber aufgrund der darin enthaltenen Vokalfolge a-o-a weiß R.S., daß er richtig gewählt hat. Es ist der einzige im Haus, der den Unterschied zwischen traditioneller und strukturalistischer Syntax so intus hat, daß er beim bloßen Durchblättern eines Buches – manchmal schon beim Befühlen des Einbandes – eine Entscheidung treffen kann. Es ist Ass.-Prof. F.P.

Franz: wir sehen uns sicher bei einem jenseitigen Heurigen wieder !!

Rudy Simek, 25.4.2021

Rudolf Simek

 
Lieber Franz, wir werden dich vermissen — Godspeed! Barbara

Barbara Soukup

 
Ich habe Franz Patocka als sehr netten, intelligenten, humorvollen und stehts lebensfrohen Menschen schätzen gelernt.
Ein echter Wiener, dessen Vermächtnis meiner Meinung nach nicht untergehen wird:
Er war für mich stehts das Paradebeispiel dafür, dass man mit Wiener Schmäh besser durchkommt, als wenn man raunzt.
Diese wirkliche schöne positive Lebenseinstellung wird sicherlich den meisten die Franz gekannt haben in Erinnerung bleiben.
Ebenso wie seine Anspielung auf seine optische Ähnlichkeit zum ehemaligen Wiener Bürgermeister Michael Häupl, bei unserem ersten Zusammentreffen –
eine selbst für mich als ebenfalls gebürtiger Wiener in dieser Trefflichkeit und Selbstironie einzigartige Anwendung seines hervorragenden Wiener Schmähs.
Mein herzliches Beileid an deine Familie und danke dir, dass ich dich kennen lernen durfte – du warst eine Bereicherung für mich!

David Michael Stockhammer

 
FRANZ PATOCKA ist am 21.April nachmittags gestorben. Sein Tod war für mich, obwohl ich von seiner Krankheit wusste, doch sehr überraschend. Mit dem Verlust eines Freundes umzugehen, fällt immer schwer. Franz war 13 Jahre jünger als ich! Im August dieses Jahres hätte er seinen 70er gefeiert. Seine Geburtstage, – und da denke ich besonders an seinen runden 50er und 60er – das waren hochgestimmte Feste, die an Freude und Lustigkeit nicht zu überbieten waren.

Ich kannte Franz seit 1976. Er kam als Studienassistent in die Liebiggasse 5, in die ursprüngliche Niederlassung der Germanistik, die damals als „Germanistisches Institut“ bekannt war. Franz war gelernter Schriftsetzer und hatte erst später die Matura privat nachgeholt, hatte das Studium der Deutschen Philologie und Anglistik absolviert und dieses mit dem Magister-Titel abgeschlossen. Damit brachte er beste Voraussetzungen mit, um sich sehr schnell in die germanistische Sprachwissenschaft einzuarbeiten. Er schaffte dies äußerst zügig und konsequent mit seiner Doktorarbeit über die Terminologie des österreichischen Salzwesens (1984) und seiner Habilitations-Schrift über die Satzgliedstellung in den bairischen Dialekten Österreichs (1995). Seine erworbene Lehrbefugnis „Germanistische Sprachwissenschaft“ nutzte er in ihrer ganzen Breite und Vielfalt bis zuletzt. Neben seiner emsigen und erfolgreichen Forschungs- und Lehrtätigkeit erlebte ich Franz als ungemein humorvollen und fröhlichen Menschen.

Der tschechische Name Patocka lautet übersetzt „Dünnbier“ und war bei diversen Feiern immer auch Anlass zu Scherzen. Unsere Faschingsfeste in der Liebiggasse 5 waren legendär. Bei einem der letzten Dekanats-Gschnase trat Franz erfolgreich und zum Gaudium aller als Double des Altbürgermeisters von Wien auf; er konnte nicht nur dessen sonore Stimme beeindruckend nachahmen, auch seinen Oberlippenbart brachte er zum Erstaunen aller sichtbar zum Sträuben – das war auch schauspielerisch ein glänzender Erfolg! Seine klangvoll tiefe Stimme verriet, dass er hervorragend zu singen vermochte. Dazu kam sein Talent zum Gitarre spielen. Franz war ein durch und durch musischer Mensch! Groß war sein Interesse vor allem an der Musik, die er selbst aktiv betrieb. Einer der Höhepunkte war für ihn wohl die Aufführung von STABAT MATER in der Johanneskapelle am Gürtel, die mehrmals wiederholt wurde.

Unvergesslich geblieben ist mir ein Familienausflug, an dem Franz mit seinem Freund teilgenommen hatte. Es war eine anstrengende Wanderung mit unterhaltsamem Geplauder und köstlichen Wortwitzen, die einfach nicht abreißen wollten. Dabei ging es vor allem um die vielen Verbote, die der Tourismusverein für die Region sichtbar und für alle lesbar erlassen hatte. Es war ein wunderbarer und kurzweiliger Tag im Sommer 1987. Damals drohte Franz damit, zu seinem nächsten Besuch in diese schöne Gegend seine „Boa Konstriktor“ mitbringen zu wollen. Für meine weit verzweigte Familie hegte Franz offensichtlich großes Interesse, weshalb ich mit ihm in seinem Auto meine Heimat im Ybbstal bereiste und auch meinen 90 Jahre alten Großvater besuchte, der ein bezaubernder Erzähler war. Bis in die letzten Jahre verband mich mit Franz auch das so genannte „SAO-Projekt“ (Sprach-Atlas von Oberösterreich) im Stifterhaus in Linz. Die 90-minütigen Bahnreisen von Wien nach Linz jeweils hin und retour boten uns genug Gelegenheit zu intensiven Gesprächen. Wir kannten einander also gut.

Seinen Geburtstag feierte Franz jeweils am 11. August, also in der Sommermitte. Wir verlegten dieses Datum wegen der Ferien zu seiner Jubelfeier gerne auf das Ende des Sommersemesters. Zum 60er im Jahre 2011 widmete ich ihm ein spezielles Lob-Lied, in dem ich ihn zum „King von Simmering“ erklärte – und für mich ist er das seither geblieben. Mit all den wunderbaren Erlebnissen und Begegnungen, die ich ihm verdanke, wird mir Franz Patocka stets in lebhafter Erinnerung bleiben.

Herbert Tatzreiter

 
Lieber Franz,
meist sind wir einander nur am Gang begegnet, aber für ein paar freundliche Worte fandest Du immer Zeit. Deine unverwechselbare Stimme habe ich immer noch im Ohr. Gewiss wird sie noch lange nachklingen am Institut.

Ulrike Titelbach

 
Leb wohl, lieber Franz, Du freundlicher Geselle! Ich hole Dich ein, versprochen!
Margarete

Margarete Wagner

 
Im 70. Lebensjahr ist nach längerer schwerer Krankheit unser lieber Kollege und Freund von uns gegangen.

Als Franz Patocka am 11. August 1951 in Wien-Aspern geboren wurde, war ihm die Germanistik und insbesondere die Sprachwissenschaft nicht in die Wiege gelegt. In schlichten Verhältnissen aufgewachsen, wechselte er nach der Volksschule zwischen Gymnasium und Hauptschule hin und her und begeisterte sich an Literatur. Dennoch brach er nach der 6. Klasse das Gymnasium ab und begann eine dreijährige Lehre als Schriftsetzer. Bald aber wurde dem Strebsamen klar, dass dies für ihn keine Lebensstellung bedeuten konnte. So nahm er die Maturavorbereitung auf und holte mit 21 Jahren die Reifeprüfung nach. Das aber ermöglichte ihm 1973 den Beginn eines Lehramtsstudiums der Germanistik und Anglistik an der Universität Wien. In der germanistischen Sprachwissenschaft fand er einen Gegenstand, der ihn besonders ansprach. Schon nach drei Jahren erhielt er in der sprachwissenschaftlichen Abteilung des Instituts die Stelle eines Studienassistenten. Da ihn Fachsprachen besonders interessierten, griff er in seiner Diplomarbeit von 1980 das österreichische Salzwesen auf und baute diese Studie durch Aufnahme weiteren Quellenmaterials zur Dissertation von 1984 aus, die 1987 als Das österreichische Salzwesen. Untersuchungen zur historischen Terminologie als Band 15 der „Schriften zur deutschen Sprache in Österreich“ veröffentlicht wurde. Die Edition und Kommentierung von Leo Pronners Beschreibung des Ausseer Salzwesens (1595) gemeinsam mit Franz Stadler schloss sich 1989 ebenso an wie eine Reihe weiterer Studien zu Fachsprachen.

Die Übernahme einer Stelle als Universitätsassistent nach der Diplomprüfung ermöglichte Franz Patocka den Beginn selbständiger Lehrtätigkeit als Universitätslektor. So hielt er Proseminare zur historisch-deutschen Sprachwissenschaft und zur Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, insbesondere zur Syntax. Durch sein liebenswürdiges und humorvolles Wesen und die eigene Begeisterung am Gegenstand gelang ihm, bei den Studierenden das Interesse für Bereiche zu wecken, die vielen als spröde und wenig ansprechend gelten.

Sein heiteres Wesen und seine Schlagfertigkeit machten auch die Kaffeerunden im Institut zur Entspannung und Freude im Alltag. Zu Unterhaltungen trug er als begeisterter Musiker mit Gitarrenspiel lebhaft bei. Als religiöser Mensch setzte er sich in der Johannes-Nepomuk-Kapelle Otto Wagners am Währinger Gürtel für rhythmische Messen ein und half so, Jugendliche für die Kirche zu gewinnen. Nicht unerwähnt bleiben soll seine Liebe zu England. So reiste er in den Ferien gerne in den äußersten Zipfel Englands nach Wales und auf die Isles of Scilly.

Zur Assistentenzeit befasste sich Franz Patocka mit dialektologischen Fragen, wie sie in der Wiener Germanistik behandelt wurden, und da als neues Gebiet besonders mit der dialektalen Syntax. So gelangte er 1996 zur Habilitation für Germanistische Sprachwissenschaft mit der 1997 veröffentlichten Untersuchung Satzgliedstellung in den bairischen Dialekten Österreichs, die als Band 20 der „Schriften zur deutschen Sprache in Österreich“ veröffentlicht wurde. Gleichzeitig wurde Franz Patocka zum Außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt. Zu dieser Zeit begann er auch die Mitwirkung am „Sprachatlas von Oberösterreich“. Seine wissenschaftliche Reputation führte zu zahlreichen Einladungen zu Gastvorträgen und zu Gastprofessuren in Graz, Bern und Zürich sowie zur Leitung der Sektion „Morphologie und Syntax“ in der Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen. Mit Erreichung des 65. Lebensjahres trat Franz Patocka zwar in den Ruhestand, aber unvermindert führte er seine Lehrveranstaltungen und die Betreuung von Diplomanden und Dissertanten bis zuletzt weiter.

Als im Oktober 2020 seine schwere Erkrankung ausbrach, fügte er sich geduldig in das Schicksal und war als religiöser Mensch von Zuversicht erfüllt. Am 21. April 2021 ist Franz Patocka von uns gegangen. Sein wissenschaftliches Werk wird fortbestehen und in uns die Erinnerung an einen liebenswürdigen, heiteren und bescheidenen Kollegen weiterleben.

Peter Wiesinger

 
Franz Patocka war am Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten als Prüfungsvorsitzender für Ergänzungsprüfungen aus Deutsch und Englisch tätig. Wir sind alle zutiefst erschüttert. Er begegnete unseren PrüfungskandidatInnen mit so viel Fairness, Wertschätzung, Umsicht und Verständnis für ihre besondere Situation als internationale Studierende. Persönlich werde ich die humorvollen Gespräche in den kurzen Mittagspausen, die er immer gemeinsam mit den anderen Prüfungsvorsitzenden bei Brötchen und Kuchen in meinem Büro verbrachte, in dankbarer Erinnerung halten.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Freunden.

Sonja Winklbauer
im Namen des VWU-Kollegiums

 
Lieber Franz,

die Nachricht, dass du nicht mehr bist, hat mich zutiefst getroffen.
Es mag zwei Jahre her sein, da lief in Ö1 eine Sendung über einen Beruf, den es nicht mehr gibt, einen Beruf, den du erlernt hast: Schriftsetzer. Ich erkannte sie sofort, deine Stimme, und die Begeisterung, mit der du über diesen Beruf sprachst, war spürbar.
Wir begegneten uns im ersten Semester. Das war im Herbst 1973. Wir hatten dieselben Fächer inskribiert, besuchten dieselben Vorlesungen, paukten Altenglisch, übersetzten Gotisch. Wir haben uns bis zur Lehramtsprüfung begleitet und waren uns freundschaftlich verbunden. Es folgten gemeinsame Jahre am Germanistischen Institut, als es noch in der Liebiggasse untergebracht war.
Ich werde nie vergessen, wie du Gitarre gespielt und dazu gesungen hast. „You’ve got a friend“, das war in den 1970er-Jahren dein Lieblingslied. Du hast es oft zum Besten gegeben.
Was dich vor allem ausgezeichnet hat, waren dein Humor und Esprit, dein scharfer Verstand, deine Originalität im Dichten und Fabulieren. Limericks und Schüttelverse hast du buchstäblich aus dem Ärmel geschüttelt.
1978 hast du mir den Holthausen zum Geburtstag geschenkt. Den halte ich in Ehren. Immer wenn ich darin blättere, streift mich ein lieber Gedanke an dich.
Franz, du hast einen Platz in meinem Herzen.

Sonja Winkler

Curriculum vitae

  • Geboren am 11.8.1951 in Wien, 1957 bis 1963 Volksschule und zwei Jahre Hauptschule, sodann vier Jahre AHS, vorzeitiger Abbruch. Anschließend Ausbildung zum Schriftsetzer, welchen Beruf ich bis 1972 ausübte. 1970-1972 private Vorbereitung auf die Reifeprüfung (Maturaschule), 1972 Matura.
  • 1973-1980 Lehramtsstudium: Deutsche Philologie, Anglistik und Amerikanistik. 1980 Sponsion zum Magister der Philosophie. 1984 Promotion zum Doktor der Philosophie. Seit 1976 Beschäftigung am Institut für Germanistik der Universität Wien, zu-nächst 1976 als Studienassistent, ab 1980 als Universitätsassistent. 1996 Habilitation, Lehrbefugnis fur „germanistische Sprachwissenschaft“. Seitdem ao. Univ.-Prof. / Universitätsdozent an der Univ. Wien. Gastprofessuren in Graz, Bern, Zürich.
  • Zahlreiche Vorträge, Workshops o.ä. in der Schweiz, in Deutschland, Ungarn, Ägypten etc.
  • Mitglied einer Reihe wissenschaftlicher Vereinigungen, z.B. der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen, wo ich die Sektion Morphologie und Syntax leite.

Forschungsscherpunkte

  • Dialektologie
  • Dialektsyntax
  • Fachsprachen
  • historische Sprachwissenschaft
  • Grammatik der Gegenwartssprache

Publikationsverzeichnis

Dissertation, Habilitationsschrift

  • Untersuchungen zur Terminologie des österreichischen Salzwesens nach Quellen vom 14. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Diss. (masch.) Wien 1984.
  • Satzgliedstellung in den bairischen Dialekten Österreichs. Habilschr. (masch.) Wien 1995.

Selbständige Publikationen

  • Das österreichische Salzwesen. Untersuchungen zur historischen Terminologie (= Schriften zur deutschen Sprache in Österreich 15, hg. von Peter WIESINGER), Wien, Köln, Graz 1987.
  • Fragebuch für die bairischen Mundarten in Österreich und Südtirol. 4., völlig neu bearb. Fassung. Wien 1988 (gem. mit Hermann SCHEURINGER).
  • Fragebuch für die bairischen Mundarten in Österreich und Südtirol. Fassung für Stadtdialektaufnahmen und für die Aufnahme von Substandardvarietäten über den Basisdialekten („Stadtfassung“). Wien 1988 (gem. mit Hermann SCHEURINGER).
  • Leo Pronners Beschreibung des Ausseer Salzwesens (1595). Ediert und kommentiert von Franz PATOCKA und Franz STADLER (= Leobener Grüne Hefte, NF 9). Wien 1989.
  • Satzgliedstellung in den bairischen Dialekten Österreichs (= Schriften zur deutschen Sprache in Österreich 20, hg. von Peter WIESINGER), Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien 1997.In Vorbereitung:
    Dialekte und Dialektologie des Deutschen. [Wien 2005]

Herausgeberschaft

  • Deutsche Sprache in Raum und Zeit. Festschrift für Peter Wiesinger zum 60. Geburtstag. Hrsg. von Peter ERNST und Franz PATOCKA. Wien 1998. 714 S.
  • Morphologie und Syntax deutscher Dialekte und Historische Syntax des Deutschen. Beiträge zum 1. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen, Marburg/Lahn, 5.-8. März 2003. Hrsg. von Franz PATOCKA und Peter WIESINGER, Wien 2004.

Aufsätze

  • Bergmannssprache und Dialekt am Beispiel der Fachsprache des bayerisch-österreichischen Salzbergbaues. In: Beiträge zur bairischen und ostfränkischen Dialektologie. Ergebnisse der Zweiten Bayerisch-Österreichischen Dialektologentagung Wien, 27. bis 30. September 1983, hg. von Peter WIESINGER (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik 409), Göppingen 1984, S. 162-170.
  • Zur Problematik der Erforschung älterer Fachsprachen. In: Special Language/Fachsprache 9, Wien 1987, S. 52-59.
  • Überlegungen zur Rekonstruierbarkeit historischer Fachsprachen. In: Akten der 13. Österreichischen Linguistentagung Graz, 25.-27. Oktober 1985 (mit noch unpublizierten Beiträgen der Tagung Salzburg 1983, hg. von Christian ZINKO (= Arbeiten aus der Abteilung „Vergleichende Sprachwissenschaft“ Graz 1), Graz 1988, S. 161-168.
  • Leo Pronners Versbeschreibung des Ausseer Salzwesens. Bemerkungen zu einem österreichischen Text aus dem Jahre 1595. In: Studien zum Frühneuhochdeutschen. Emil Skála zum 60. Geburtstag (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik 476), hg. von Peter WIESINGER unter Mitarbeit von Franz PATOCKA, Heidemarie REISINGER, Edeltraud WEISSENBÖCK und Peter ERNST, Göppingen 1988, S. 83-96.
  • Norm und Realität. Zur Aussprache des Phonems /ä:/ im Österreichischen Rundfunk. In: Deutsche Sprache 16, Berlin 1988, S. 226-239.
  • Dialektsyntax und Syntaxgeographie – Möglichkeiten und Grenzen. In: Dialektgeographie und Dialektologie. Günter Bellmann zum 60. Geburtstag von seinen Schülern und Freunden. Hg. von Wolfgang PUTSCHKE, Werner VEITH und Peter WIESINGER (= Deutsche Dialektgeographie 90), Marburg 1989, S. 47-56.
  • Aussagesätze mit Spitzenstellung des finiten Verbs im Mittelbairischen. In: Bayerisch-österreichische Dialektforschung. Würzburger Arbeitstagung 1986. Hg. von Erwin KOLLER, Werner WEGSTEIN und Norbert Richard WOLF (= Würzburger Beiträge zur deutschen Philologie 1), Würzburg 1989, S. 251-263.
  • Zur Praxis der Dialektaufnahme. In: Sprache und Dialekt in Oberösterreich. Vorträge der 1. Arbeitstagung am 13. und 14, Mai 1988 in Schloß Zell a. d. Pram. Hg. von Johann LACHINGER, Hermann SCHEURINGER und Herbert TATZREITER (= Schriften zur Literatur und Sprache in Oberösterreich 1), Linz 1989, S. 36-49.
  • Vorschläge zu einem korpustauglichen Satztypen- und Feldermodell. In: Deutsche Sprache 19, Berlin 1991, S. 120-132.
  • Transkription I – Mundart. In: Sommerakademie Volkskultur, 22. August – 4. September 1992, Altmünster/Gmunden, OÖ. Dokumentation: Kurse, Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Arbeitsgruppen zu Volkskultur und Volksmusik. Hg. vom Österreichischen Volksliedwerk. Wien 1992, S. 89-97. (Gem. mit Hermann SCHEURINGER.)
  • Zu Problemen der Erhebung und Kartierung syntaktischer Erscheinungen. In: Verhandlungen des Internationalen Dialektologenkongresses Bamberg 29.7.-4.8.1990. Hg. von Wolfgang VIERECK. Bd. 2.: Historische Dialektologie und Sprachwandel – Sprachatlanten und Wörterbücher (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beih. 75). Stuttgart 1993. S. 400-417.
  • Besonderheiten der Vorfeldbesetzung in der gesprochenen deutschen Sprache. In: Zagreber Germanistische Beiträge 2. Zagreb 1993. S. 179-193.
  • Zu Problemen der Verbstellung in der geschriebenen und gesprochenen deutschen Sprache in Österreich. In: Medacta ’93. Moderné technológie vzdelávania – Modern Educational Technologies 4. Nitra 1993, S. 169-175.
  • Austriazismen in der österreichischen Verbstellung? In: Sprachnormung und Sprachplanung. Festschrift für Otto Back zum 70. Geburtstag. Mit Beiträgen aus den Bereichen Graphematik, Orthographie, Namenkunde, Österreichisches Deutsch, Sprachnormung und Plansprachenkunde. Hg. von Heiner EICHNER / Peter ERNST / Sergios KATSIKAS. Wien 1996, S. 49-58.
  • Besonderheiten der Satzgliedstellung im Bairischen. In: Sprache an Donau, Inn und Enns. Vorträge des Symposions zu Sprache und Kultur des altbairischen Raumes, zugl. 2. Arbeitstagung zu Sprache und Dialekt in Oberösterreich, vom 12.-14. Mai 1994 auf Burg Neuburg am Inn. Linz 1996, S. 170-187.
  • Beobachtungen zur Syntax gesprochener Sprache (mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Verhältnisse. In: Lernsprache Deutsch 4, Wien 1996, Heft 1,  S. 9-32.
  • Morphologie und Wortbildung des Deutschen. In: Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft. Hg. von Peter ERNST, Wien 1997, 34 S.
  • Syntax des Deutschen II. Traditionelle und dependenzielle Grammatik. In: Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft. Hg. von Peter ERNST, Wien 1997, 35 S.
  • Leo Pronner und das Ausseer Salzwesen im 16. Jahrhundert. In: 2. Erbe-Symposium: Das kulturelle Erbe in den Montan- und Geisteswissenschaften: Bibliotheken – Archive – Museen, Leoben 1995. Hg. von Tillfried CERNAJSEK und Liese-lotte JONTES (= Berichte der Geologischen Bundesanstalt 41). Wien 1997, S. 167-171.
  • Beobachtungen zur Partikel „halt“ im bairischen Dialektraum. In: Beharrsamkeit und Wandel. Festschrift für Herbert Tatzreiter zum 60. Geburtstag. Hrsg. von Werner BAUER und Hermann SCHEURINGER. Wien 1998, S. 157-176.
  • Zur Linksversetzung im Mittelhochdeutschen. In: Deutsche Sprache in Raum und Zeit. Festschrift für Peter Wiesinger zum 60. Geburtstag. Hrsg. von Peter ERNST und Franz PATOCKA. Wien 1998, S. 611-621.
  • Charakteristika der Werbesprache. In: Informationen zur Deutschdidaktik 3/1998. Hrsg. von Eva Maria RASTNER. Innsbruck, Wien 1998, S. 79-92.
  • Die frühneuhochdeutsche Sprache des Salzwesens und ihre Erforschung: eine Übersicht. In: Fachsprachen. Languages for Special Purposes. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft. Hg. von Lothar HOFFMANN et al. 2. Halbbd. Berlin 1999, S. 2377-2383.
  • Zur Verbstellung in Nebensätzen mittelhochdeutscher Prosatexte. In: Vielfalt der Sprachen. Festschrift für Aleksander Szulc zum 75. Geburtstag. Hg. von Maria K£AÑSKA und Peter WIESINGER. WIEN 1999, S. 131-144.
  • Fachsprachen. In: Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft. Hg. von Peter ERNST. 2., verbesserte und vermehrte Aufl. Wien 1999, S. 15-1 bis 15-17.
  • Morphologie und Wortbildung des Deutschen. In: Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft. Hg. von Peter ERNST. 2., verbesserte und vermehrte Aufl. Wien 1999, S. 8-1 bis 8-28.
  • Syntax des Deutschen II. Traditionelle und dependenzielle Grammatik. In: Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft. Hg. von Peter ERNST. 2., verbesserte und vermehrte Aufl. Wien 1999, S. 10-1 bis 10-29.
  • Anmerkungen zum Gebrauch der Partikel ‘auch’ im bairisch-österreichischen Dialektraum. Ersch. In: Erträge der Dialektologie und Lexikographie. Festgabe für Werner Bauer zum 60. Geburtstag. Hg. von Herbert TATZREITER, Maria HORNUNG und Peter ERNST. WIEN 1999, S.303-316.
  • Anmerkungen zum dialektalen Gebrauch attributiver Nebensätze. In: Sprache und Name in Mitteleuropa. Festschrift für Maria Hornung. Hg. von Heinz Dieter POHL (= Beihefte zur Österreichischen Namenforschung 1). Wien 2000, S. 303-311.
  • Aspekte der Syntax des Bairischen. In: Dialektologie zwischen Tradition und Neuansätzen. Beiträge der Internationalen Dialektologentagung, Göttingen, 19.-21. Oktober 1998. Hg. von Dieter STELLMACHER (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beih. 109). Stuttgart 2000, S. 249-257.
  • Ein Blick auf Normabweichungen und Sprachspielereien in der deut-schen Werbesprache. In: Wiener Sprachblätter 50 (2000), 1. Heft, S. 10-12.
  • Die Großstadt als syntaktisches Spannungsfeld. In: Akten des X. Internationalen Germanistenkongresses Wien 2000: „Zeitenwende – Die Germanistik auf dem Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert“. Bd. 3: Aufgaben einer zukünftigen Sprachgeschichtsforschung. Gesprochene Sprache in regionaler und sozialer Differenzierung. Sprache und Öffentlichkeit. Hg. von Peter WIESINGER unter Mitarb. von Hans DERKITS (= Jahrbuch für Internationale Germanistik. Reihe A: Kongreßberichte, Bd. 55), Bern u.a. 2002, S. 243-248.
  • Sprachliche Charakteristika der Mundarten im Burgenland und in Westungarn. In: KRIEGLEDER, Wynfrid / SEIDLER, Andrea (Hgg.): Deutsche Sprache und Kultur, Literatur und Presse in Westungarn / Burgenland. Bremen 2004, S. 11-24.

Im Erscheinen

  • Varietätenlinguistik: Dialekte. Erscheint in: Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, „Dependenzgrammatik“.

Sprachatlas-Mitarbeit

Seit 1998: zahlreiche Sprachkarten + Kommentar in:

  • Sprachatlas von Oberösterreich. Bearbeitet von Stephan GAISBAUER und Hermann SCHEURINGER unter Mitarbeit von Franz PATOCKA und Herbert TATZREITER. Hg. vom Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich. Linz 1998 ff.

Sonstiges

  • Fachsprachen des Deutschen. Skriptum zur sprachwissenschaftlichen Vorlesung  im Sommersemester 1997.
  • Historische Syntax des Deutschen. Skriptum zur sprachwissenschaftlichen Vorlesung  im Sommersemester 1999.
  • Das Frühneuhochdeutsche. Skriptum zur sprachwissenschaftlichen Vorlesung  im Sommersemester 2001.
  • Fach- und Sondersprachen des Deutschen. Skriptum zur sprachwissenschaftlichen Vorlesung  im Sommersemester 2002.
  • Dialekte und Dialektologie des Deutschen. Skriptum zur sprachwissenschaftlichen Vorlesung  im Sommersemester 2003.
  • Textlinguistik und Gesprächsanalyse. Skriptum zur sprachwissenschaftlichen Vorlesung  im Sommersemester 2004.

Aktivitäten

Lehrveranstaltungen 2020W

Lehrveranstaltungen 2020S

Lehrveranstaltungen 2019W

Alle bisherigen Lehrveranstaltungen im Vorlesungsverzeichnis