„Jenseits von Schuld und Sühne“: Zur Aktualität Jean Amérys

Ein Abend aus Anlass seines 40. Todestages
Mittwoch, 17.10.2018, 19h – Fachbereichsbibliothek Germanistik

Impulsvorträge + Podiumsgespräch:
Robert Menasse, Gerhard Scheit und Lukas Brandl

Moderation: Günther Stocker

Der österreichische Schriftsteller Jean Améry (1912-1978), einer der wichtigsten Intellektuellen „nach Auschwitz“, hat mit seinem essayistischen Werk Maßstäbe für die Reflexion des „Zivilisationsbruchs“ gesetzt und dabei persönliche Erfahrungen mit philosophischen Perspektiven verknüpft. 40 Jahre nach seinem Tod bleibt der Eindruck bestehen, dass der Exilierte, oft auf die Rolle des KZ-Überlebenden und Selbstmord-Autors reduzierte Philosoph, noch immer nicht in die österreichische Geistesgeschichte zurückgekehrt ist.

In seinen Aufsätzen beleuchtet Jean Améry die Bedürftigkeit des Menschen nach Heimat, die Definition von Identität in einer normativ agierenden Gesellschaft und die persönliche Wahrnehmungsverschiebung durch Gewalt und körperliches Leiden. Als schonungsloser Kritiker jeglicher theoretischen oder statistischen Abstraktion und radikaler Verteidiger der Würde des Einzelnen wie der Aufklärung ist sein politisches Denken aktueller denn je.

Anlässlich seines 40. Todestages am 17. Oktober 2018 spricht Günther Stocker vom Institut für Germanistik der Universität Wien mit dem Autor Robert Menasse und den beiden Literaturwissenschaftlern Gerhard Scheit und Lukas Brandl über die Aktualität von Jean Amérys Denken.

Veranstaltet vom Institut für Germanistik der Universität Wien in Kooperation mit dem Verein Neugermanistik, gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien