Vorlesungs­verzeichnis

ÄdL: Jungfrau, Mutter, Göttin - Die Heilige Maria in der Dichtung des Mittelalters

100099 PS 2018W

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Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Laufe des Semesters werden wir uns ganz der komplexen Figur Marias in ihren vielschichtigen und zentralen Rollen, die sie in der mittelhochdeutschen Literaturlandschaft (insbesondere der Lyrik) einnimmt, widmen. Grundlage des Seminars ist eine Auswahl aus dieser breiten Texttradition - hierzu zählen etwa das Melker Marienlied aus dem 12. Jh. , der Leich Walthers v.d. Vogelweide, Konrads Goldene Schmiede und der Marienleich Heinrichs von Meißen, genannt Frauenlob. Die endgültige Leseliste wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben und der Reader via Moodle zur Verfügung gestellt. Dabei ist neben der Lektüre ausgewählter Texte der mittelalterlichen Mariendichtung v.a. auch ein gemeinsames Erarbeiten des theologisch-philosophischen sowie des sozio-historischen Kontextes von Bedeutung.
Im Rahmen des PS spielen neben inhaltlichen Aspekten und (geistes)geschichtlichem Faktenwissen vornehmlich auch das Wie und Womit der mediävistischen literaturwissenschaftlichen Praxis eine tragende Rolle: Theorien und Methoden der Literatur-/Kulturwissenschaften werden bewusst mit der konkreten Lektüre mittelhochdeutscher Texte mitreflektiert, sodass die Inhalte nicht luftleer im Raum hängen bleiben und die Diskussionen auch fruchtbar für das eigenständige Erarbeiten von Kurzreferaten bzw. vor allem von den schriftlichen Haus- und Abschlussarbeiten gemacht werden können.
Inhaltlich kommen Fans der Mutter Gottes ganz auf ihre Kosten. Wie passen ihre Rollen als Jungfrau, Mutter und Göttin ins mittelalterliche Gottesverständnis? Wie kommt dies dichterisch zu tragen? Wie schlägt sich dies in mittelhochdeutschen Texten generell nieder? Wie ist ihre Position in bzw. ihr Verhältnis zu dem christlichen Patriarchat zu begreifen? Es soll jedoch nicht etwa um eine bloße Charakterisierung der Figur Marias im jeweiligen Text(ausschnitt) gehen, sondern um eine möglichst umfassende Analyse ihrer Funktion als Figur, ihrer textlich umgesetzten Ausgestaltung und deren Implikationen innerhalb eines größer gesetzten historischen Rahmens. Der Fokus wird dabei auf lyrische Formen gelegt. Komparatives und inter-/transdisziplinäres Arbeiten wird bevorzugt.
Das angestrebte Ziel besteht für die Teilnehmer_innen des Proseminars darin, durch aktive Mitarbeit im gemeinsamen Lesen und Diskutieren des Textpools (alle notwendigen Basistexte für die LV werden zeitgerecht als Reader auf der Moodle-Plattform zur Verfügung gestellt) im Zuge der aufeinander aufbauenden Lehrveranstaltungseinheiten bzw. durch kritische und selbstständige Lektüren selektierter mittelhochdeutscher Primärliteratur sowie ergänzender theoretischer Texte an eigene Fragestellungen zu gelangen, die in Form einer 10 bis 15-seitigen Abschlussarbeit schriftlich behandelt werden sollen. Hierfür können bei Bedarf die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens in der LV wiederholt, gefestigt und vertieft werden (gemeint sind praktische Aspekte wie Themen-/Titelfindung, Thesenbildung, Literatur-Recherche, Fragen zur Zitation und Bibliographie etc.).

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Lektüre der Primär- und Sekundärliteraturtexte auf Moodle bzw. Vor- und Nachbereitung der PS-Sitzungen
- aktive Partizipation (Diskussionsteilnahme; Abhalten von Kurzreferaten bzw. Protokoll einer Einheit)
- ggf. kleinere Hausaufgaben (wie etwa Lektüreprotokolle via Moodle) und Recherchearbeiten
- Thesenpapier mit Bibliographie (1-2 Seiten)
- Proseminararbeit (10-15 Seiten)
--> Abgabefrist 15.02.2019

 

Literatur

Alle notwendigen Basistexte für die LV werden zeitgerecht als Reader auf der Moodle-Plattform zur Verfügung gestellt.

 

Prüfungsstoff

s.o.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Es ist DRINGEND empfohlen, die Übung Mittelhochdeutsch vor dem Beginn dieses PS absolviert zu haben!
Außerdem ist die Absolvierung der Übung Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften empfohlen.
Erste Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens sind erwünscht – die Kriterien zur Abfassung einer PS-Arbeit werden aber im Laufe des Semesters wiederholt und vertieft.
Basale Bibelkenntnisse (insbes. NT) sind vorteilhaft – wir erarbeiten uns jedoch selbstverständlich alles soweit als möglich im Laufe des Semesters, inkl. Grundkenntnisse mittelalterlicher Theologie bzw. Philosophie.
Die Benotung soll als Feedback für das weitere Studium dienen – es gibt laufend die Möglichkeit, sich aktiv im Seminar einzubringen. Die Beurteilung zielt nicht nur auf die Abschlussarbeit (jedoch zu ca. 70%), sondern wird alle Teilaspekte einbeziehen. Details werden gemeinsam in den ersten Seminareinheiten ausgehandelt. Zentral ist der Wissens- und Kompetenzerwerb im Laufe des Semesters, im Vordergrund stehen die individuellen Lernprozesse.