Neuere deutsche Literatur

Der Fachbereich Neuere Deutsche Literatur befasst sich mit der deutschsprachigen Literatur von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart und ist sowohl von seinem Anteil an der Lehre als auch von der Anzahl der forschenden und lehrenden Personen der größte des Instituts.

Aktuelles

Verkehrte Utopietechniken

Karin Harrasser (Kunstuniversität Linz):
Verkehrte Utopietechniken: Versuch einer dekolonialen Revision jesuitischer Missionsunternehmungen in Südamerika

Donnerstag, 24. Jänner 2019, 19 Uhr
Ort: Fachbereichsbibliothek Germanistik, Hauptgebäude Universität Wien

Der Vortrag untersucht die Missionierungspraktiken der Gesellschaft Jesu im heutigen Bolivien im 17. und 18. Jahrhundert, innerhalb derer ästhetische Strategien (Musik, Architektur, visuelle Medien) zum Einsatz kamen. Über eine Kritik der kolonialen Regierungstechniken hinausgehend werden Widerstandsformen untersucht und Perspektiven auf aktuelle Aneignungen von kulturellen Artefakten mit kolonialer Vergangenheit eröffnet.

Vortrag veranstaltet von: Arbeitskreis Kulturanalyse

„Und so geht es fort“

Anke Feuchtenberger:
„Und so geht es fort“: Körper-Zeichen in Anke Feuchtenbergers Bilderzählungen

Montag, 21. Jänner 2019, 19:30 Uhr
Ort: Fachbereichsbibliothek Germanistik, Hauptgebäude Universität Wien

Vortrag und Diskussion organisiert von Studierenden des Proseminars
Körper-Zeichen. Gender und Diversität in deutschsprachigen Comics

Anke Feuchtenbergers Arbeiten prägen die deutschsprachige Comic-Szene wesentlich. Ihre charakteristischen, aufwühlenden und gleichzeitig berührenden Zeichnungen und Bildergeschichten/Comics verhandeln immer wieder Themen wie Geschlechtergeschichte, Geschlechterrollen und -zugehörigkeiten, Körper, Sexualität und Identitätssuche. Anke Feuchtenberger wird über ältere und neuere Arbeiten sprechen und mit Studierenden des Proseminars diskutieren.

Gestaltet von Amany-Andrea Emam, Christina Hauk, Johanna Mangold und Laura Wass.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Leiterinnen der Lehrveranstaltung Marina Rauchenbacher und Katharina Serles.

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Kulturanalyse

Finanziert durch die Abteilung Gleichstellung und Diversität der Universität Wien

Digitale Tagebücher Andreas Okopenko, mit Daniel Wisser

Dienstag, 15. Jänner 2019, 19 Uhr
Ort: Fachbereichsbibliothek Germanistik, Hauptgebäude Universität Wien

Präsentation der Ergebnisse des FWF-Projekts Andreas Okopenko: Tagebücher aus dem Nachlass (Hybridedition)

Daniel Wisser liest ausgewählte Passagen aus Okopenkos Tagebüchern und Texten vor. Das Projekt-Team führt in die in einer Beta-Version frei zugänglichen digitale Edition ein.

Ausschreibung Gastprofessuren Neuere Deutsche Literatur

Am Institut für Germanistik sind ab 1. März 2019 zwei Gastprofessuren zu besetzen. Nähere Informationen zu den Ausschreibungen und Kontaktdaten für Auskünfte finden Sie im Job Center der Universität Wien unter den Kennzahlen 9241 und 9242. Bewerbungen sind bis spätestens 2. Jänner 2019 direkt an das Job Center zu übermitteln.

Besetzung Professur für „Neuere deutsche Literatur“

Vorträge und Probelehrveranstaltungen im Rahmen der Besetzung der Professur für „Neuere deutsche Literatur unter besonderer Berücksichtigung von Literatur- und Medientheorie“

Donnerstag, 6. Dezember 2018
Ort: Alte Kapelle am Campus der Universität Wien (Campus Altes AKH, Spitalgasse 2, Hof 1)

PD Dr. Benjamin Bühler
09:00 Uhr s.t. Gespräch über Bäume. Das Politische der Literatur und das ›greening‹ der Literatur- und Medientheorie
09:30 Uhr Diskussion
Kurze Pause
10:10 Uhr Lehrprobe im Format der UE „Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften“
10:40 Uhr Gespräch mit der Kommission
11:15 Uhr Gespräch mit den Studierenden in Abwesenheit der Kommission

Pause

Prof. Dr. Britta Herrmann
12:00 Uhr s.t. Medienwechsel. Ferdinand Kriwets ‚Rotor‘
12:30 Uhr Diskussion
Kurze Pause
13:10 Uhr Lehrprobe im Format der UE „Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften“
13:40 Uhr Gespräch mit der Kommission
14:15 Uhr Gespräch mit den Studierenden in Abwesenheit der Kommission

Freitag, 7. Dezember 2018
Ort: Alte Kapelle am Campus der Universität Wien (Campus Altes AKH, Spitalgasse 2, Hof 1)

Prof. Dr. Peter Schnyder
09:00 Uhr s.t. Großes Stillschweigen. Zur Mediologie der Pause im Drama des 18. Jahrhunderts
9:30 Uhr Diskussion
Kurze Pause
10:10 Uhr Lehrprobe im Format der UE „Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften“
10:40 Uhr Gespräch mit der Kommission
11:15 Uhr Gespräch mit den Studierenden in Abwesenheit der Kommission

Prof. Dr. Uwe Wirth
12:00 Uhr s.t. „cut, copy and paste“ – Poetische Praktiken im Spannungsfeld von Originalität und Pfropfung
13:10 Uhr Lehrprobe
12:30 Uhr Diskussion
Kurze Pause
13:10 Uhr Lehrprobe im Format der UE „Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften“
13:40 Uhr Gespräch mit der Kommission
14:15 Uhr Gespräch mit den Studierenden in Abwesenheit der Kommission

Pause

Prof. Dr. Burkhardt Johannes Wolf
15:00 Uhr s.t. F wie Fibel. Autorschaft und Fälschung bei Jean Paul
15:30 Uhr Diskussion
Kurze Pause
16:10 Uhr Lehrprobe im Format der UE „Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften“
16:40 Uhr Gespräch mit der Kommission
17:15 Uhr Gespräch mit den Studierenden in Abwesenheit der Kommission

Montag, 14. Jänner 2019
Ort: Marietta Blau Saal, Hauptgebäude, Universitätsring 1

Prof. Dr. Fatima Naqvi
09:00 Uhr „Falsche Freunde: Literaturverfilmung als Fehlübersetzung“
09:30 Uhr Diskussion
Kurze Pause
10:10 Uhr Lehrprobe im Format der UE „Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften“
10:40 Uhr Gespräch mit der Kommission
11:15 Uhr Gespräch mit den Studierenden in Abwesenheit der Kommission

’das Tiefste und Höchste verbunden’

Hofmannsthals Ideenpanorama zu den Salzburger Festspielen

Gastvortrag im Rahmen des Seminars Der späte Hofmannsthal

Prof. Dr. Elsbeth Dangel-Pelloquin (Basel):
’das Tiefste und Höchste verbunden’. Hofmannsthals Ideenpanorama zu den Salzburger Festspielen

Dienstag, 27. 11. 2018, 13:15 Uhr
Hörsaal 30, Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Fachbuch im Gespräch

Publikationen zum Donau-Diskurs im 19. Jahrhundert und zur deutschsprachigen Literatur der Habsburger Monarchie

Montag, 19.11.2018, 19 Uhr
Fachbereichsbibliothek Germanistik, Nederlandistik und Skandinavistik, Hauptgebäude, Stiege 7, 2. OG

Edit Király: „Die Donau ist die Form“. Strom-Diskurse in Texten und Bildern des 19. Jahrhunderts (Böhlau 2017)
Ingrid Puchalová: „…aber ich bin ein Weib, was ist es mehr, und ,seid froh, daß Ihr es nicht sein braucht‘ „. Über die deutschschreibenden Autorinnen aus dem Gebiet der heutigen Slowakei (Univerzita Pavla Jozefa Šafárika v Košiciach 2014)
Alexandra Millner / Katalin Teller: Transdifferenz und Transkulturalität. Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns (transcript 2018)

Es sprechen die Autorinnen und Herausgeberinnen.

Eintritt frei – Wein & Brot

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins Neugermanistik Wien

»Time never dies.«: Filmische Achronien

Freitag, 19. Oktober 2018, 15-16:30h
Seminarraum 1, Hauptgebäude, Stiege 7, 1. ZG

Gastvortrag im Rahmen des Seminars Aktuelle literaturwissenschaftliche Dissertationsprojekte

Unter Achronien sind, ausgehend von Gérard Genettes Definition, Erzählungen zu verstehen, in denen eine chronologisch geordnete Gesamthandlung nicht mehr rekonstruierbar ist. Gleichzeitig ist das Phänomen allerdings erstaunlich wenig untersucht. Im Vortrag werden narrative Verfahren achronischen Erzählens typologisch systematisiert und an vier Filmbeispielen exemplarisch untersucht – BEFORE THE RAIN (MK/F/GB 1994), RECONSTRUCTION (DK 2003), MULHOLLAND DR. (USA/F 2001) und STAY (USA 2005).

Stefanie Kreuzer – Professorin für »Neuere Deutsche Literaturwissenschaft / Medienwissenschaft« an der Universität Kassel (seit 2017), zuvor an der Universität des Saarlandes (2017–2013). Habilitation 2012 an der Leibniz Universität Hannover (Traum und Erzählen in Literatur, Film und Kunst – Fink 2014). Promotion 2005 an der Goethe-Universität Frankfurt (Literarische Phantastik in der Postmoderne. Klaus Hoffers Methoden der Verwirrung – Winter 2007) | Persönliche Website

Professuren

Gastprofessuren

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Lehrbeauftragte

Portrait

1. Zentrale Arbeitsfelder

Als größtes Germanistik-Institut des Landes haben wir die Aufgabe, den Fachbereich der Neueren Deutschen Literatur in der Lehre, aber auch in der Forschung möglichst in seiner gesamten Breite abzudecken. Darüber hinaus lassen sich folgende Schwerpunkte festhalten: Die kontinuierliche historisch-interpretatorische und philologisch-editorische Betreuung der österreichischen Literatur bildet zweifellos den wichtigsten Schwerpunkt des Fachbereichs. Mit diesem Fokus vertritt das Institut sowohl eine wissenschaftlich-strategische wie auch eine über das akademische Feld hinausreichende kulturelle Schlüsselfunktion im deutschsprachigen Raum. Zur Erfüllung dieser Rolle tragen insbesondere die bestehenden engen Beziehungen zu Wiener Archiv- und Bibliotheksinstitutionen (Österreichisches Literaturarchiv, Wiener Stadt- und Landesbibliothek) sowie zu den Institutionen des literarischen Lebens in Österreich bei (Alte Schmiede, Literaturhaus Wien, Verlags- und Medienlandschaft). Folgende literaturhistorische Schwerpunkte lassen sich innerhalb der Vielfalt der Forschungs- und Lehrtätigkeit umreißen
  • 17. Jahrhundert (insb. Barockliteratur, Buch- und Mediengeschichte)
  • 18. Jahrhundert (insb. Literatur und Kultur des Josephinismus)
  • 19. Jahrhundert (insb. literarisches Leben, Drama)
  • Jahrhundertwende und „Wiener Moderne“
  • Literatur der Zwischenkriegszeit im Spannungsfeld von Moderne und Antimoderne
  • Gegenwartsliteratur
Inter- und transdisziplinär orientierte Fragestellungen wie Gender Studies und Kulturwissenschaft/Cultural Studies im engeren Sinn werden sowohl fachspezifisch als auch im Rahmen fachübergreifender Studienmodule angeboten. Spezifische Literaturen wie Kinder- und Jugendliteratur werden in Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungsinstitutionen betreut. Der Bereich der literarischen Gattungen am Schnittpunkt von historischer Poetik, Rhetorik, Literaturgeschichte und Literaturtheorie zeichnet sich in den letzten Jahren in der Wiener Neugermanistik als deutlich erkennbarer und ausbaufähiger Schwerpunkt ab (traditionelle und moderne dramatische, lyrische und epische Gattungen, Kleinformen, autobiographische Formen, literarische Gebrauchsformen). Die Editionsphilologie bildet seit Jahren ein wichtiges Arbeitsfeld des Fachbereichs. Die Herstellung verlässlicher Editionen ist besonders für die österreichische Literatur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts von zentraler Bedeutung, da ein großer Teil dieser fruchtbaren Periode der österreichischen Literaturgeschichte editorisch noch weitgehend unerschlossen ist. Die Frage nach der Intermedialität stellt ebenfalls einen Schwerpunkt der Lehr- und Forschungstätigkeit unseres Fachbereichs dar. Zahlreiche Arbeiten zu verschiedenen literaturgeschichtlichen Epochen und literarischen Gattungen konvergieren in der intensiven Beschäftigung mit den Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Musik bzw. bildender Kunst.

2. Gesellschaftliche Aufgaben und Kooperationen

Zweifellos ist unser Fachbereich derjenige, der die größte Anziehungskraft auf die Studierenden des Faches Deutsche Philologie ausübt, was sich durch die Zahl der hier abgeschlossenen Diplomarbeiten und Dissertationen im Vergleich zu den anderen Fachbereichen zeigen lässt. Die Neuere Deutsche Literatur deckt darüber hinaus auch einen zentralen fachlichen Bereich der Lehramtsausbildung für das Fach Deutsch ab, da fast alle der zum schulischen Kanon gehörenden Werke in unser Untersuchungsgebiet fallen. Die langjährige Beschäftigung mit der österreichischen Literatur hat großes öffentliches Interesse ausgelöst und ist immer wieder Anknüpfungspunkt zahlreicher Kooperationen mit kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen wie Theatern, Literaturhäusern, Archiven, Zeitungen und Zeitschriften, Bibliotheken, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und der LehrerInnenfortbildung. Unsere diesbezügliche Expertise ist nicht nur in der außeruniversitären Öffentlichkeit, sondern auch in der internationalen Scientific Community anerkannt Auch für den österreichischen und internationalen Kulturbetrieb sowie für die einheimische und internationale Bildungslandschaft bietet unser Fachbereich mit seiner großen historischen Ausdehnung und seinem expliziten Gegenwartsbezug die meisten Anknüpfungspunkte. Nahezu das gesamte deutschsprachige Repertoire der Theater, das Spektrum der von der Literaturkritik besprochenen Bücher, des in Bibliotheken und Archiven zu betreuenden Bestandes sowie des deutschsprachigen literarischen Kanons schlechthin fallen in unseren Arbeitsbereich. Ein besonderes Anliegen ist uns der persönliche Kontakt mit zahlreichen österreichischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, der durch vielfältige Formen der Zusammenarbeit gepflegt wird. Durch diesen wechselseitigen Austausch zwischen der Literaturszene und dem Institut für Germanistik entstehen wertvolle Impulse für Lehre und Forschung.

3. Unsere Zukunft

Ein neuer Schwerpunkt wurde in jüngster Zeit im Bereich Literaturtheorie eröffnet, der nicht nur für die germanistische Literaturwissenschaft, sondern auch für andere Philologien am Universitätsstandort von hohem Interesse sein wird. Auf der Basis der internationalen sowie transdisziplinären Ausrichtung der zeitgenössischen literatur- und kulturtheoretischen Diskussion lassen sich als Synergieeffekte sowohl eine Bündelung von Forschungsinitiativen am und durch das Institut als auch ein Brückenschlag zur regen außeruniversitären Theorie- und Kulturszene erwarten. In Zukunft stärker zu berücksichtigen ist der Forschungsbereich Literatur und Medien. Mit der Verankerung einer spezifischen Lehrveranstaltung im Studienplan sowie der einschlägigen Lehrtätigkeit externer Lehrbeauftragter besteht hier bereits eine Basis, die durch eine stärkere Koordination der einzelnen Arbeitsfelder sowie eine verstärkte Forschungstätigkeit auszubauen ist. Dieser Forschungs- und Lehrbereich ist angesichts der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien gesellschaftlich von eminenter Bedeutung, aber auch aktuelle Entwicklungen innerhalb des Faches (Stichwort: Intermedialität) und die interdisziplinäre Anschließbarkeit an kultur- und medienwissenschaftliche Fragestellungen zeugen von seiner Wichtigkeit.

4. Besonderheiten der Wiener Neugermanistik

Die bedeutende Rolle Wiens in der österreichischen und internationalen Kulturgeschichte sowie die zentrale Lage als Hauptstadt machen einen Schwerpunkt zur österreichischen Literatur unumgänglich. An unserem Institut gibt es dazu eine ebenso vielfältige wie erfolgreiche Forschungs- und Lehrtradition, die uns deutlich von anderen Germanistik-Instituten im In- und Ausland abhebt. Das Wiener Institut ist darüber hinaus das größte Germanistik-Institut in Österreich und ermöglicht daher in Forschung und Lehre eine besondere Breite und besondere Spezialisierungen. Damit ist aber auch die Verpflichtung verbunden, das Fach in seinem gesamten Umfang abzudecken, da es in vielen Bereichen weder im Inland und schon gar nicht im Ausland alternative Forschungs- bzw. Ausbildungseinrichtungen gibt, die diese Aufgabe übernehmen könnten.

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