Die Österreichische Gesellschaft für Literatur. Selbstverständnis, Literaturförderung, Kulturpolitik

Neuere deutsche Literatur

Projektleitung: Günther Stocker

Projektteam: Ursula Ebel Holger Englerth

Projektlaufzeit: 1.2.2016 - 31.7.2017

Fördergeber: Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank (16483)

Website

Projektpartner: Österreichische Gesellschaft für Literatur

Die Österreichische Gesellschaft für Literatur (ÖGfL) ist die älteste reine Literaturveranstaltungs- und -vermittlungsinstitution Österreichs. Die Konzeption der ÖGfL stammte nicht alleine von ihrem ersten langjährigen Leiter (1961 – 1994), dem Journalisten, Lektor und Essayisten Wolfgang Kraus, sondern entsprang in vielerlei Hinsicht den Vorstellungen der offiziellen österreichischen Kulturpolitik. Vor allem in den 1960er Jahren war sie eine im österreichischen Literaturbetrieb konkurrenzlose, international einflussreiche und bestens vernetzte literatur- und kulturpolitische Einrichtung. Die ÖGfL brachte ExilautorInnen erstmals nach 1945 wieder nach Österreich, förderte gezielt österreichische Literatur und versuchte mit ihren Aktivitäten immer wieder den „Eisernen Vorhang“ zu durchbrechen. Eine systematische Untersuchung der ÖGfL und ihrer Geschichte steht allerdings noch aus. Das umfangreiche Archiv der ÖGfL deckt den gesamten Zeitraum von der Gründung 1961 bis heute lückenlos ab und beinhaltet wertvolle und zum größten Teil unaufgearbeitete Materialien zu allen Aktivitäten und politischen Kontakten der ÖGfL innerhalb und außerhalb Österreichs. Hinzu kommen zahlreiche Dokumente und umfangreiche Korrespondenzen von prominenten Akteuren und Akteurinnen des österreichischen und internationalen Literaturbetriebs Im Rahmen des Forschungsprojekts wird das Archiv der ÖGfL erstmals umfassend und nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten bearbeitet werden. Auf dieser Basis ergeben sich folgende Ziele:

  1. die Sichtung und Erschließung des ÖGfL-Archivs. Dabei soll erstmals eine systematische Bestandsaufnahme der Inhalte erfolgen
  2. die Dokumentation der Archivbestände in Form einer Übersicht auf einer Website. Auf diese Weise werden die Inhalte des Archivs für die Scientific Community transparent gemacht, was eine zukünftige wissenschaftliche Bearbeitung des bisher nur schwer zugänglichen und teilweise ungeordneten Materials ermöglicht
  3. die Publikation ausgewählter zentraler Archivmaterialien auf der Website, die damit der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Die so erschlossenen Archivmaterialien sollen in einem weiteren Schritt einer ersten Auswertung und kontextualisierten Analyse entlang ausgewählter thematischer Achsen unterzogen werden.