SchriftstellerInnen um Alfred Adler

Neuere deutsche Literatur

Projektleitung: Veronika Hofeneder

Projektlaufzeit: Juni 2018 – September 2019

Fördergeber:
Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7)

Projektmitarbeit: Mag. Helga Haunschmied-Donhauser

Alfred Adler (1870–1937), der Begründer der Individualpsychologie, pflegte zeitlebens intensive persönliche Kontakte zu SchriftstellerInnen (wie z. B. Peter Altenberg, Franz Blei, Albert Ehrenstein, Else Feldmann, Gina Kaus, Otto Kaus, Jakob Moreno Levy, Robert Musil, Hugo Sonnenschein, Manès Sperber, Friedrich Torberg, Franz Werfel, Stefan Zweig u. v. m.), interpretierte mit seinen SchülerInnen Prozesse und Figuren literarischer Werke individualpsychologisch und trat auch selbst als Verfasser literaturpsychologischer Arbeiten in Erscheinung. Gleichwohl spielt die Individualpsychologie als literaturwissenschaftliches Analysekriterium kaum eine Rolle, hier hat sich die Freud’sche Psychoanalyse erfolgreich durchgesetzt. Das liegt wohl hauptsächlich an Adlers mangelnder akademischer Verankerung und seinen Verbreitungsmethoden, die mit Therapiegesprächen und Vorträgen vor allem in persönlichem Kontakt bestanden und eher auf Breitenwirksamkeit sowie Praxisnähe als auf Wissenschaftlichkeit hin ausgerichtet waren. Daher soll im Rahmen dieses Projektes eine Spurensuche unternommen werden, deren Ziel eine erste Grundlagensicherung des Komplexes „Literatur und Individualpsychologie“ ist. Es sollen all jene SchriftstellerInnen ermittelt werden, die mit Alfred Adler – in diesem ersten Schritt vornehmlich im Wiener Umfeld – in Kontakt standen (als SchülerIn, als KollegIn, als PatientIn, als FreundIn usw.) und ihre Bezüge, Verbindungen und Brüche mit der individualpsychologischen Lehre literarisch verarbeiteten.