Der Österreichische Staatspreis. Kontinuität, Bruch und Kanon­diskurs im Zeitraum von 1950 bis 1967

Neuere deutsche Literatur

Projektleitung: Desiree Hebenstreit

Projektteam: Arno Herberth

Projektlaufzeit: 1.5.2020 - 31.12.2022

Fördergeber:
Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank

Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchste Auszeichnung der Republik Österreich für künstlerische Leistungen und gilt als kulturpolitische Maßnahme, die auf personeller und ästhetischer Ebene von Kontinuitäten sowohl zur konservativen Literatur der Zwischenkriegszeit als auch zur NS-Zeit geprägt war. Vor allem jüngere Autor*innen, die in den 1950er/60er Jahren den Förderungspreis des Staatspreises erhielten (u.a. Ilse Aichinger, Gerhard Fritsch, Marlene Haushofer), werden mit dieser Zuschreibung nicht erfasst.

Ziel des vorliegenden Projektes ist, die an mehreren Archiven (Österreichisches Staatsarchiv, Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, ÖGL) vorhandenen Materialien zur
Geschichte der Österreichischen Staatspreise systematisch aufzuarbeiten und analytisch auszuwerten. Dabei geht es um institutionen-, personenbezogenen und gesellschaftspolitischen Aspekte sowie Maßstäbe literarischer Wertung, die bei der Vergabe der Staatspreise in den 1950er/60er Jahren wirksam wurden.

Sowohl die Zusammensetzungen der Jurys, die Diskussionsprozesse und Entscheidungsfindungen für die Vergabe der Staatspreise als auch die für den Förderungspreis eingereichten Texte sowie deren Bewertungen werden einbezogen.

Die methodische Vorgangsweise basiert auf einer systematischen Erschließung und Analyse der Archivmaterialien. Literatur wird dabei als Schnittpunkt des historisch-politischen Österreichdiskurses und des literaturbezogenen Kanondiskurses verstanden. Beide Diskurse hatten Einfluss auf die Vergabe der Staatspreise, die ein zentrales identitätsstiftendes Projekt Österreichs waren.