Verbale Aggression und soziale Variablen

Sprachwissenschaft

Projektleitung: Oksana Havryliv

Projektlaufzeit: 48 Monate (01.07.2012-30.06.2016)

Fördergeber: Elise-Richter-Programm des FWF (V 204)

Das auf einer durch mündliche und schriftliche Umfragen erstellten empirischen Basis beruhende Projekt setzt sich zum Ziel, die verbale Aggression auf die möglichen geschlechts-, alters- und schichtsbedingten Differenzen bzw. Similaritäten hin abzufragen. Das Vorhaben berücksichtigt soziale Variablen Geschlecht – Alter – sozialer Status (sowohl einzeln, als auch in ihrem Zusammenwirken), umfasst semantische, pragmalinguistische, soziolinguistische, geschlechterlinguistische Aspekte und entspricht somit der modernen interdisziplinären Perspektivierung der Forschungstätigkeit. Dem Habilitationsprojekt wird folgende Hypothese zugrunde gelegt: Die Erforschung verschiedener Aspekten verbaler Aggression unter Berücksichtigung der Interaktion von sozialen Variablen wird die auf Grundlage einzelner Variablen gewonnenen Ergebnisse entweder bestätigen oder relativieren. Es gibt keine Studie, die Besonderheiten der Äußerung und Wahrnehmung der verbalen Aggression unter Berücksichtigung der Variablen „Geschlecht“ – „Alter“ – sozialer Status“ in ihrer Interaktion zu ihrem Gegenstand machen würde. Das neue Herangehen wird es ermöglichen, das Phänomen der verbalen Aggression in seiner Komplexität unter die Lupe zu nehmen. Am Beispiel der Erforschung verbaler Aggression wird das Forschungsprojekt die Wichtigkeit der Berücksichtigung des Einflusses sozialer Variablen in ihrer Interaktion auf das Sprechverhalten im Allgemeinen veranschaulichen. Die durch mündliche und schriftliche Befragung gewonnene empirische Basis bildet die Grundlage für weitere Forschung, in der strukturell-semantische und kommunikativ-pragmatische Verfahren verwendet werden, was erlauben soll, Mittel zur Äußerung verbaler Aggression sowohl auf paradigmatischer als auch syntagmatischer Ebene zu erfassen und ein komplexes Bild von verbaler Aggression zu gewinnen. Die Erforschung der Ursachen, Formen und Funktionen verbaler Aggression trägt zum besseren Verständnis des betreffenden Phänomens bei und kann ein Schritt auf dem Weg zur Senkung der Aggressivität in der modernen Welt sein, was das Projekt über die wissenschaftlich-theoretischen Erkenntnisse hinaus für den sozialen Bereich nutzbar macht.