Bruchlinien : Vorlesungen zur österreichischen Literatur 1945 bis 1990

/ Wendelin Schmidt-Dengler

Salzburg : Residenz, 1995

Wendelin Schmidt-Dengler

»Es ist die Crux des Literaturhistorikers, das Unvergleichliche vergleichen zu müssen.«

In keiner Epoche zuvor wurde der Zusammenhang von österreichischer Identität und österreichischer Literatur so evident wie in der Zeit nach 1945; Schlagworte wie »Habsburgischer Mythos« (Claudio Magris), »Tod des Nachsommers« (Ulrich Greiner) und »Sozial-partnerschaftliche Ästhetik« (Robert Menasse) bieten griffige Formeln, die nicht nur die Literatur betreffen, sondern auch ihre mentalitäts- und gesellschaftsgeschichtlichen Rahmenbedingungen erfassen. Solchen Ansätzen ist dieses Buch verpflichtet, zum anderen versucht es, sich in Form eines Kommentars der Literaturproduktion in Österreich von 1945 bis 1990 zu nähern. Dabei folgt der Text im wesentlichen dem Wortlaut von Vorlesungen, die der Verfasser in der Zeit von 1982 bis 1994 an der Universität Wien gehalten hat. Erhalten sollte die mit den Entstehungsbedingungen untrennbar verbundene didaktische Zielsetzung bleiben sowie die Mündlichkeit der Rede; bestimmend ist der Versuch, eine knappe Uberblicksdarstellung mit der Interpretation beispielhafter Werke – von Heimito von Doderer bis zu Christoph Ransmayr – zu verbinden, um so den Werken ihre Unvergleichlichkeit gerade in einem Zusammenhang wiederzugeben, der sie auf das an und in ihnen jeweils Vergleichbare festlegt.

ISBN: 3701709572

Inhaltsverzeichnis (DNB)