Sprachwissenschaft

Die wissenschaftshistorische Entwicklung des Fachbereichs Germanistische Sprachwissenschaft am Institut für Germanistik der Universität Wien zeigt eine Konzentration in den Bereichen Variationslinguistik (insbesondere Dialektologie und Regionalsprachenforschung), Sprachgeschichte, Grammatik und Namenkunde. Auf Basis der Traditionen der international etablierten „Wiener Schule der Dialektologie“ wird das Spektrum in Forschung und Lehre um moderne Wissenschaftsdisziplinen und innovative Methodologien erweitert, was auch in der Etablierung zweier Professuren (für Variationslinguistik/Sprachgeschichte sowie Gegenwartsgrammatik) zum Ausdruck kommt. Als zentrale Arbeitsfelder sind zu nennen:

  • Dialektologie, Variationslinguistik und Regionalsprachenforschung
  • Sprachgeschichte
  • „Deutsch in Österreich“
  • Grammatikalisierung
  • Spracheinstellung und -perzeption
  • Historische und gegenwartsbezogene Fachsprachenforschung
  • Synchrone und diachrone Phonetik, Phonologie, Morphologie und Syntax
  • Kognitive Grammatik
  • Lexikologie und Lexikografie
  • Namenforschung
  • Orthografieforschung
  • Phraseologie
  • Sprachkontakt- und Sprachinselforschung
  • Wissenschaftsgeschichte

Aktuelle Forschungsprojekte, die am Fachbereich (teilweise in nationalen und internationalen Kooperationen) jüngst bzw. gegenwärtig durchgeführt wurden und werden, sind unter anderem:

Qualifikationsarbeiten, die aktuell von Mitgliedern des Fachbereichs verfasst werden, sind:

  • „Syntaktische Synchronisierungen“ [Dissertationsprojekt Timo Ahlers]
  • „Syntaktische Variation der modernen Regionalsprache in Wien“ [Dissertationsprojekt Ludwig Maximilian Breuer]
  • „Regionalsprachliche Syntax des Moselfränkischen“ [Dissertationsprojekt Tim Kallenborn]
  • „Der Wahrnehmungswortschatz des Deutschen. Eine Erhebung“ [Dissertationsprojekt Gudrun Kellner]
  • „Perzeptive Variationslinguistik im bairischen Sprachraum“ [Dissertationsprojekt Andrea Kleene]
  • „Familiennamen in Oberösterreich − Entstehung, Entwicklung und Verbreitung der Familiennamen auf –müller“ [Dissertationsprojekt Bertold Wöss]
  • „Deutsch als Fremdsprache im Zeitalter der Globalisierung“ [Habilitationsprojekt Sara Hägi]
  • „Interfigierung und Zählbarkeit“ [Habilitationsprojekt Martina Werner]

Ein zentrales Anliegen des Fachbereichs ist zudem die Förderung des linguistischen Nachwuchses. Hierzu wurde im Frühjahr 2011 das Netzwerk „Sprachwissenschaftliche DoktorandInnen der Wiener Germanistik“ gegründet, das der Vernetzung der DoktorandInnen untereinander dienen und ihnen die Möglichkeit geben soll, sich über ihre Dissertationsprojekte auszutauschen. Zu den Aktivitäten des Netzwerks gehören u. a. regelmäßige Treffen thematischer Arbeitskreise sowie jährliche Nachwuchstagungen.

Das Expertenwissen des Fachbereichsteams steht allen Studierenden, der Scientific Community und der gesamten interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. In der Lehre gilt dies vor allem auch für Lehramtsstudierende und Studierende aus dem Ausland. Diplom- bzw. Bachelor- und Masterstudierenden, die in sogenannte „schreibende Berufe“ gelangen (Journalismus, Kulturmanagement u. a.), verhilft die sprachwissenschaftliche Ausbildung zur Entwicklung jenes hohen sprachlichen Reflexionsniveaus, das für diese Berufsfelder unerlässlich ist. Der intensive internationale Austausch (Gastprofessuren, Forschungsstipendien, nationale und internationale Fachtagungen) sowie die Publikationstätigkeit des Fachbereichsteams treiben die wissenschaftliche Forschung im jeweiligen Spezialgebiet voran. Zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen für Fachbereichsmitglieder belegen die Qualität ihrer Forschung. Außeruniversitär wird die Expertise des Fachbereichs u. a. in Fragen der Regionalsprachenforschung, der Dialektologie, der Lexikografie, der Namenforschung, der Erarbeitung von Lehrbüchern, der Grammatik, der Rechtschreibung, der Sprachgeschichte (z. B. Wortetymologien), der Forensik und Stilistik in Form von Seminaren, Vorträgen (etwa „University Meets Public“), Gutachten, Beratertätigkeiten und Anfragebeantwortungen in Anspruch genommen. Wie die Debatten über die Rechtschreibreform und das österreichische Deutsch (vgl. die Aufnahme von österreichischen Nahrungsmittelbezeichnungen in die EU-Protokolle) zeigen, besteht immer dann besonderer Bedarf nach linguistischem Know-how, wenn ein sprachliches Thema im breiten öffentlichen Diskurs steht.

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