Kenntnisse und Fähigkeiten für die Archivrecherche

Wenn es das gewählte Thema erforderlich macht an archivalischen Quellen zu forschen, so ist dabei zu bedenken, dass gewisse Fertigkeiten bzw. Fähigkeiten für das Lesen und Erfassen der Quellen unerlässlich sind. Als erstes wäre dabei die Fähigkeit zu nennen, alte Schriften entziffern zu können. Entsprechende Kenntnisse der Paläographie sind für das Lesen mittelalterlicher und neuzeitlicher Quellen unabdingbare Voraussetzung. Auch bei "modernen" Archivalien (20. Jahrhundert) kommt es nicht selten vor, dass die Schreiber eine Form der Kurrentschrift verwenden.

Weiters sind die erforderlichen sprachlichen Kompetenzen mitzubringen: Forschungen an mittelalterlichen Quellen ohne entsprechende Lateinkenntnisse sind nur bedingt möglich, bei neuzeitlichen Quellen sind je nach Forschungsbereich insbesondere Französisch, Italienisch oder Spanisch Sprachen, die auch bei Quellen in österreichischen Archiven begegnen können. Für das Verständnis älterer deutschsprachiger Quellen sind grundlegende Kenntnisse des Mittel- bzw. des Frühneuhochdeutschen sicherlich förderlich.

Für das vollständige Erfassen der Quellen müssen weiters die entsprechenden Fähigkeiten aus dem Kanon der Historischen Hilfswissenschaften vorhanden sein. So ist beispielsweise ein Arbeiten an Urkunden ohne zumindest grundlegende Kenntnisse der Diplomatik oder der Chronologie nicht vorstellbar.

Das Aneignen bzw. Einüben der erforderlichen Kompetenzen und Kenntnisse ist notwendig, bevor man sich in ein Archiv begibt. In einzelnen Punkten ist es zwar immer möglich, die Archivare um Hilfe zu bitten, etwa bei schwer leserlichen Passagen. Da es aber in der Regel nicht zu deren Aufgabenbereich gehört, seitenweise Transkriptionen von Archivalien für Archivbenutzer zu erstellen, werden diesbezügliche Anfragen nur selten auf Gegenliebe stoßen.


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