Vergleich Archiv, Bibliothek, Dokumentationsstelle 1

Archive, Bibliotheken und Dokumentationsstellen verwahren in der Hauptsache schriftliche Quellen. Der Benennung der einzelnen Institutionen ist in der Alltagssprache oft fließend. Wenn Sie etwa in Ihrem Bekanntenkreis nach der Bedeutung von Archiv, Bibliothek und Dokumentationsstelle fragen und auch danach, was diese voneinander unterscheidet, werden Sie vermutlich die unterschiedlichsten Antworten erhalten.

Archive erfassen, verwahren und erschließen all die Unterlagen, die aus den abgebenden Stellen, in der Regel Behörden, Ämter, Insitutionen, dem Archiv erwachsen sind und die als archivwürdig bewertet wurden. Archive streben Vollständigkeit bei den archivwürdigen Unterlagen an, vernichten aber - man spricht hier von skartieren bzw. kassieren - all die Unterlagen, die nicht als nicht archivwürdig eingestuft werden. Archive betreiben in der Regel keine aktive Aquirierungspolitik, sondern die Unterlagen wachsen ihnen auf dem Amtsweg zu (Stichwort Abgabepflicht). Neben klassischem Schriftgut auf Papier, wozu auch vermehrt maschinenschriftliche Dokumente zu zählen sind, findet sich in Archiven aber vermehrt Schriftgut auf unterschiedlichsten digitalen Speichermedien (Diskette, CD-Rom, Magnetband, ...) sowie Karten und Pläne oder Fotos etwa. 

Bibliotheken betreiben im Unterschied zu den Archiven eine aktive Sammelpolitik. Sie streben in ihren Kernbereichen nach  Vollständigkeit im Sammeln publizierter Literatur an. Bei manchen Bibliotheken besteht Abgabepflicht, so etwa bei der Österreichischen Nationalbibliothek für in Österreich erschienene Literatur, aber in der Regel verfügt eine Bibliothek über ein gewisses Budget, das den Ankauf von Büchern oder Zeitschriften ermöglicht. In der Regel wird gedruckte Literatur gesammelt, klassisches Bibliotheksgut sind aber ebenso mittelalterliche Handschriften mit Texten, die aus künstlerischer, wissenschaftlicher oder religiöser Beschäftigung erwachsen und oft in mehreren Ausgaben überliefert sind. Im Archiv verwahrte Handschriften sind dagegen in der Regel im Zuge administrativer Tätigkeit entstanden.


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