Bsp. Schreibkalender: Archiv- vs. Bibliotheksgut

Oft ist es nicht einfach zu entscheiden, ob ein Dokument nun in die Bibliothek oder eher in das Archiv gehört. Ein besonders schwieriges Beispiel sind die sogenannten Schreibkalender, die seit der Frühen Neuzeit nach Bibel und Katechismus zu den meistverkauften Druckwerken gehören. Die Schreibkalender beinhalten neben den eigentlichen Kalenderblättern eines Jahres und den mit unterschiedlichsten Inhalten wie Fabeln, Sentenzen, astronomischen Erkenntnissen etc. bedruckten Seiten auch zahlreiche leere Seiten, die von den Besitzern meist mit tagebuchartigen Aufzeichnungen versehen wurden. Ein und derselbe Schreibkalender kann nun in einem Fall in der Bibliothek aufbewahrt werden, im anderen Fall im Archiv. Oft entscheidet die Person des Kalenderschreibers oder aber die Ausführlichkeit der Aufzeichnungen darüber, ob ein Schreibkalender nun als Bibliotheks- oder Archivgut einzuordnen ist. Das hier gewählte Beispielbild ist aus dem Schreibkalender des Hieronymus Übelbacher, eines bedeutenden Propstes aus dem Augustiner-Chorherrenstiftes in Dürnstein (reg. 1710-1740). Eine Editionsprojekt der noch erhaltenen Schreibkalender dieses Propstes ist derzeit im Laufen (Helga Penz, Forschungsprojekt am Institut für Österreichische Geschichtsforschung). 

 


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