Beispiel: Quellenkritik
Wenn Sie eine Volkszählungsliste einer kritischen Würdigung unterziehen, müssen Sie zuerst in Erfahrung bringen, wer die Zählung durchgeführt hat. Im Fall der Konskriptionsliste von 1857 wurde die Erhebung durch kommunale Behörden durchgeführt. Allein aus der Beschaffenheit der Quelle (detaillierten Aufschlüsselung der wehrfähigen männlichen Jahrgänge) können Sie das militärische Interesse erkennen. Dieser Umstand konnte möglicherweise zur Folge haben, dass davon betroffene Personen (bzw. deren Eltern) versucht waren, die Angaben zu verfälschen. Darüber hinaus können wir in den Einzelfällen nicht nachprüfen, ob die Erhebungsorgane den Angaben der Haushaltsvorstände glauben schenkten, oder ob sie alle Einzelheiten überprüften. Für Untersuchungen einzelner Personen, Familien oder Haushalte ist die möglicherweise daraus resultierende Unschärfe zu bedenken, bei quantitativen Untersuchungen hat das keine so große Bedeutung, da die Abweichungen meist innerhalb der statistischen Schwankungsbreite liegen.
Bei der Suche interner Wiedersprüche können Sie in dieser Quelle beispielsweise das Geschlecht mithilfe der Vornamen überprüfen, oder die Gesamtzahl der Personen nachzählen. Die Berufsangaben in Spalte 11 bis 28 können Sie mit der Berufsbezeichnung neben dem Namen (falls vorhanden) vergleichen.
Weiters können Sie mithilfe des Geburtsdatums überprüfen, ob die Angaben zu Familienstand plausibel sind.

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