Rost Nico, Goethe in Dachau
Kaiser Barbara
Attribute
Goethe in Dachau. Ein Tagebuch, das vom Protagonisten Nico Rost unter äußerst lebensgefährlichen Umständen im KZ Dachau verfasst worden ist.
Seinen elfmonatigen Aufenthalt in Dachau tritt Rost als verletzter Häftling an. Dank eines Abszesses am Bein wird er vorerst in einer Krankenstube untergebracht und kann sich, unter einigermaßen humanen Umständen, ganz auf seine Genesung konzentrieren. Jede Minute seiner Freizeit investiert er dort in das Lesen von Büchern aus der Lagerbibliothek, sowie in das Verfassen seiner Tagebucheintragungen. Die, auf zerrissene Zettel und Fiebertabellen gekritzelten Aufzeichnungen sind für den niederländischen Schriftsteller und Journalist letztendlich lebensrettend. Schreiben und Lesen bieten für ihn eine willkommene Abwechslung, ebenso der Literaturklub, den Rost gemeinsam mit seinen Mithäftlingen gründet oder das Blutspenden, das ebenso zu einer seiner Lieblingsaktivitäten im Lager zählt. Nach seiner Gesundung versieht er mehrere Tätigkeiten im Revier, um nicht Gefahr zu laufen, in eine der Baracken verlegt werden zu müssen. Außerdem baut er eine sehr starke freundschaftliche Beziehung zu Kameraden wie E. T. A. Rheinhardt, Heini Stöhr, Dr. Drost oder Wiardi Beckman auf, die er unter keinen Umständen missen möchte.
Obwohl Rost ein sehr friedvoller und kontaktfreudiger Mensch ist, gibt es dennoch eine Gruppe von Häftlingen, die er meidet – die Polen. Weiters gefürchtet im Lager sind Ereignisse, wie der fortwährende Luftalarm sowie der Transport, dessen Reise meist ins Ungewisse führt. Trotz des unvorstellbaren Leids und Elends, das im KZ vorherrscht, gibt es einige wenige Momente der Aufruhr und Erregung unter den Häftlingen – so auch als es heißt, es seien Frauen im Lager angekommen. Aufregung herrscht außerdem rund um den Volkssturm, die Deportation Freiwilliger und deren Einsatz an der Front.
Schließlich bricht auch noch Flecktyphus im Lager aus und das Unheil nimmt schier ungeahnte Ausmaße an, nicht zuletzt deshalb, weil nur das Plantagekommando sowie das Personal des Reviers eine lebensrettende Impfung erhalten. Doch der Horror nimmt ein Ende und zwar am 29. April 1945 als die Häftlinge des KZ Dachau von den Amerikanern befreit werden. In der Endphase der Befreiung, als völlige Orientierungslosigkeit und Aufregung unter den Häftlingen herrscht, ist nichts wichtiger, als deren Vereinigung und bedingungsloser Zusammenhalt – die Nationalen Komitees.


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