Die Mehlspeisen
Stefan Lenk
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Eigentlich wäre dieser Punkt schon wieder ein eigenes Thema. Dennoch möchte ich ein kurzes Beispiel der multikulturellen "österreichischen" Mehlspeisen (und vor allem ihrer Zutaten) geben, die zeigen sollen, wie viel unterschiedliche Einflüsse in der k.u.k. Metropole Wien zusammenflossen:

 

Powidltascherl: Eine bekannte und beliebte Nachspeise, sowohl in Tschechien als auch in Österreich. Der Name "Powidl" ist etymologisch vom Tschechischen "povidla" abgeleitet, die Translation für Zwetschgen/Pflaumenmus. Powidl wurde aber vielseitig verwendet; auch für Buchteln, Kolatschen, Knödel und sogar Krapfen.

 

Pressburger Beugeln: Der Name sagt bereits alles über die Herkunft dieser mit Mohn oder Nuss gefüllten Süßigkeit aus der Slowakei. Schon allein aufgrund der geographischen Nähe Wiens war die Aufnahme der Beugeln in die Wiener Küche eine schnelle Angelegenheit. Gerade aus der ungarischen Reichshälfte (zu der Pressburg damals gehörte) waren immer wieder Mehlspeisen mit Nüssen typisch.

 

Palatschinken: Die Bezeichnung dieser Speise geht wieder einmal auf ein eingedeutschtes Wort zurück, nämlich auf das rumänische placinta, bzw. dessen lateinischen Vorgänger placenta, und bezeichnet den Begriff "Kuchen". Über Ungarn wurde die Süßspeise dann auch in Österreich bekannt, sowohl namentlich, als auch kulinarisch "eingedeutscht" und wird seitdem meist zu zwei Stücken als "Palatschinken" serviert.

 



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