7.3. Die Historische Geographie an der Universität Marburg
Attribute
Im 16. und 17.Jahrhundert bildete sich in Marburg eine Wissenschaftstheorie der Historischen Geographie heraus. 1644 zog David Christiani, Verfasser des erfolgreichen Buches Systema Geographiae Generalis , die Geographie in seine Vorlesungen mit ein. In den folgenden 250 Jahren zeugen die vielen Ankündigungen der Geographie im Vorlesungsverzeichnis von einem starken Interesse an dem Fach.
Ab dem Jahr 1660 las der Universalgelehrte Johannes Magirus die Geographie, ab 1776 auch der Mathematiker Johann Georg Brand. Vereinzelt zogen auch Samuel Andreae, Maliverné und Denis Papin die Geographie in ihre unterschiedlich gewichteten Vorlesungen mitein. Kurz vor der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert begannen auch Historiker wie Maximilian Percelli oder Ernst Andreae ein Interesse für die Geographie zu entwickeln.
Nachdem Andreae jedoch Marburg verließ, wurde die Historische Geographie nur noch am Rande von Johann Caspar Santoroc (im Zusammenhang mit der Numismatik), von Johann Joachim Schröder und Johann Adolf Hartmann gelesen.
Eine Blütezeit erlebte die Historische Geographie in Marburg erst wieder in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als Christoph Friedrich Geiger (Geographie und Staatenkunde) und Michael Conrad Curtius wieder regelmäßig Lehrveranstaltungen nach den neuesten Methoden anbot
Marburger Studenten von 1723en.



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