Camus, Armand Gaston
Sandra Trierweiler
Kontexte
Armand Gaston Camus
(1740-1804)

Camus wurde am 2. April 1740 in Paris geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften wurde er zu einem der besten Spezialisten für kanonisches Recht seiner Zeit. Nach kurzer Zeit wurde er Anwalt des Klerus im Pariser Parlament, musste jedoch als Anhänger der Parlamentsreform von Maupeou sein Amt niederlegen. Erst die Revolution gab ihm die Möglichkeit, wieder in die Politik einzusteigen. In der Zwischenzeit beschäftigte er sich mit Literatur und Alter Geschichte und verfasste die erste französische Übersetzung des „Traité des Animaux d’Aristote“.
Mit der Einberufung der Generalstände reiste er als Vertreter des 3. Standes nach Versailles, wurde dort zum Sekretär der Versammlung ernannt und sammelte die Unterschriften der Abgeordneten beim Ballhausschwur.
1790 machte ihn die Nationalversammlung zum Archivar des Nationalarchivs. Im Parlament fiel Armand Gaston Camus vor allem als Redner und als Gegner von Adel und Klerus auf. Er prangerte die soziale Ungleichheit an, setzte sich für die Reduktion der Kirchenabgaben ein und sorgte für den Verkauf des Besitzes der Emigranten.
1792 ging er nach Belgien, um General Dumouriez und die militärische Versorgung dort zu beobachten. Im Zuge einer weiteren Reise nach Belgien wurde er mit 4 seiner Kollegen gefangen genommen und an Österreich ausgeliefert. Nach 30 Monaten in Gefangenschaft wurde er gegen die Tochter von Louis XVI. ausgetauscht.
Nach seiner Rückkehr setzte Camus seine politische Karriere als Mitglied des Rates der 500 fort, nahm jedoch nie die Angebote zur Führung des Amtes des Finanz- oder Polizeiministers an.
Bis zu seinem Tod legte er eine große Sammlung über die Aktivitäten der Nationalversammlung zwischen dem 5. Mai 1789 und dem 2. Fructidor im Jahr XI an.
Armand Gaston Camus starb am 2. November 1804 in Paris.


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