Richard Berger wurde am 8. Juli 1885 in Brünn geboren. 1915 heiratete er Grete Weiss, mit der er zwei Söhne, Walter und Fritz hatte. Er war als Präsident in der Zionistischen Ortsgruppe von Innsbruck tätig. Da er dieses Amt bekleidete, hätte er für sich und seine Familie sicherlich ein Einreisezertifikat nach Palästina bekommen können. Aber er hielt aus und blieb um den Alten und Schwachen der Israelitischen Kultusgemeinde beizustehen. Seit dem 23. Juni 1938 war Berger nämlich der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde in Innsbruck. Beruflich war Richard Berger, der in der Anichstraße 13 wohnte, Ingenieur und Bundesbahn-Oberbaurat.
Er war das erste Opfer der Kristallnacht in Innsbruck. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 drangen unter der Führung von Gerhard Lausegger, Adjutant der 87. SS-Standarte Innsbruck, in Zivil gekleidete Nationalsozialisten in seine Wohnung ein, die ihn zu einem Auto brachten und nach Kranebitten verschleppten. Am Innufer wurde er auf den Boden geworfen und mit Steinen brutal malträtiert. Er starb an der Zertrümmerung seines Schädels. Anschließend wurde seine Leiche in den Inn geworfen.